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Fabio Angeli Kieskaulerweg 22 51109 Köln
Naturland
Bioland
Demeter
Frau Künast
Frau Höhn
Bundeskanzler Schröder
Sehr geehrte Damen und Herren,
wieder einmal hat die konventionelle Landwirtschaft es geschafft, den sensiblen Markt der Öko-Lebensmittel zu verletzen. Ob Dioxin, BSE oder Nitrofen, anscheinend lernt die Landwirtschaftslobby und die Regierungen nichts daraus. Bio oder Öko sind nicht nur ein Geschäftszweig der schwarze Zahlen schreiben soll oder mit aller Macht um Marktanteile ringt, sondern eine Lebenseinstellung und ein Lebensgefühl. Es geht hier um den Erhalt unserer Mutter Erde, um Schonung der Ressourcen, um Erhalt der Natur und um Lebensmittel, die die Menschen stofflich wie seelisch erfüllen und gesund halten. In einem Moment werden Lebenseinstellungen und Arbeiten, die vor ca. 20 Jahren angefangen haben (die "Körnerfresser") den Bach hinunter gespült. Bauern, die tagein, tagaus für diese Sache arbeiten und kämpfen bekommen eine Schlag ins Gesicht. Alle Menschen, die auf dem Sektor der Öko-Lebensmittel mit dieser Einstellung arbeiten, werden bis aufs tiefste verletzt, weil wieder einmal finanziellen Interessen über Ideologien stehen. Sogar in den eigenen Reihen der Ökos versuchten Firmen mit heimlichen Rückrufaktionen und Stillschweigen Schadensbegrenzung zu üben. Das Vertrauen der Verbraucher ist missbraucht worden.
Deswegen fordere ich
- die Regierungen, die Verbände Naturland, Bioland, Demeter auf, den Verbraucher zu informieren, was es bedeutet, nach EU-Norm und/oder nach den Richtlinien zu arbeiten, und zwar so, dass der Verbraucher es versteht.
- einen Rauswurf der Firmen aus den Verbänden, die Stillhaltetaktik und Rückrufaktionen heimlich gestartet haben, ohne Möglichkeit des Wiedereintritts. (Der Vertrauensbruch ist einfach zu groß)
- keine Betrieben mehr zu zertifizieren, die konventionell und bio arbeiten.
- kein Zukauf mehr von Produkten, wie Futter, Dünger, Mist und anderen Bestandteilen der konventionellen Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie.
- eine sofortige Verschärfung und Änderung der EU-Bio-Verordnung, z. B. an die strengen Richtlinien der Verbände.
- einen Aufbau eines Registers, der von den Verbänden und Ministerien geführt wird, in dem "schwarze Schafe" aus dem Biobereich wie auch aus der konventionellen Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie aufgeführt werden. Welches auch für den normalen Verbraucher zugänglich ist.
- dafür Sorge zu tragen, dass die großen Lebensmitteldiscounter keine Möglichkeit haben, die Biobauern mit Tiefspreisen kaputt zu machen, wie es bei den konventionellen ja üblich ist.
- EU-Normen, z.B. Größe der Bananen, Farbe der Paprika, Größe der Tomate, zu ändern, weil wir ja wissen, das so was nur mit Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und chemischen Dünger möglich ist.
- eine Angleichung der Bauern in der europäischen Union, konventionell wie bio. Wenn z.B. in Italien Wachstumsförderer eingesetzt werden dürfen und in Deutschland nicht, kann man nicht von Chancengleichheit sprechen (und verleitet manchmal dazu, das verbotene Mittel doch einzusetzen).
- dass Parteien und Ministerien ihre politischen Differenzen für einen Moment mal vergessen und an einem Strang ziehen, ohne auf ihre Position zu achten. Sie sollen Gesetze und Richtlinien verabschieden, die klar formuliert sind und keine Möglichkeiten der Interpretation zulassen.
- eine stärkere Förderung der Öko-Bauern und Bio-Verbände durch die Regierung.
- strengere Kontrollen europaweit und mehr unangemeldete Kontrollen im Jahr durch Verbände, Kontrollstellen und Regierungen.
- die schrittweise Zurückführung der konventionellen Landwirtschaft zur biologischen Landwirtschaft.
Und wir wollen ja nicht vergessen, Geld kann man nicht essen.
Fabio Angeli
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