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Indien: Missernten mit Gen-Baumwolle
Das Landwirtschaftsministerium des indischen Bundesstaates Andrah Pradesh bestätigte, dass der Anbau von genetisch manipulierter Bt-Baumwolle als gescheitert betrachtet werden muss. Nach einer Umfrage des Ministeriums unter 3000 Landwirten, die 2002 Gen-Baumwolle angebaut hatte, gaben 80 % der Landwirte an, dass die Ernte niedriger ausfiel und die Baumwolle von schlechterer Qualität war. Auch im Bundesstaat Gulbargha gaben Landwirte an, dass die Ernte der Baumwolle aus dem Genlabor geringer ausfiel als bei herkömmlicher Baumwolle. Schon im November 2002 hatte aufgrund der Missernten bei Gen-Baumwolle die indische Forschungsgemeinschaft für Wissenschaft, Technologie und Ökologie eine Aufhebung der Anbaugenehmigung für Bt-Baumwolle gefordert. Deutsche und US-amerikanische Wissenschaftler allerdings haben eine andere Meinung als die Inder. So veröffentlichte das konservative Wissenschaftsmagazin Science erst im Februar einen Artikel, in dem zwei Wissenschaftler aus Bonn und Berkeley, USA, von höheren Erträgen und niedrigerem Pestizideinsatz im Testanbau mit der genetisch veränderten Bt-Baumwolle in Indien aus dem Jahre 2001 berichten.
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Petition gegen Nestlé in Kolumbien
Der bekannte Lebensmittelkonzern Nestlé tritt nach Meinung von Kritikern in Kolumbien die Rechte der Arbeitnehmer mit Füßen. Deshalb fordern nun mehrere Menschenrechts- und Dritte-Welt-Gruppen von Nestlé, dass der Konzern die kolumbianischen Gesetze im Umwelt- und Nahrungsmittelsicherheitsbereich einhält, die bisherigen Arbeits- und Gewerkschaftsrechte in all ihren Fabriken in Kolumbien respektiert und dass Nestlé ihre eigenen Unternehmensgrundsätze voll erfüllt und öffentlich jegliche Gewaltausübung oder Drohung gegen Gewerkschaftsmitglieder und Mitarbeiterinnen verurteilt.
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Deutsche Kredite für Regenwaldzerstörung
Während alle Welt verständlicherweise auf den Irak blickt, wird der tropische Regenwald weiter fleißig zerstört – auch mit deutscher Hilfe. So beschuldigt der Verein Rettet den Regenwald die Bundesregierung Kredite zur Regenwaldzerstörung auf der indonesischen Insel Sumatra zu vergeben. Rettet den Regenwald ruft zu Protestbriefen an Finanzminister Eichel auf.
Auch der WWF kritisiert, dass Deutsche Finanzinstitute wie Deutsche Bank und Hermes Kreditversicherung sowie Bürgschaften für die Abholzung der artenreichen Regenwälder Sumatras mitverantwortlich sind. Durch die mit Krediten finanzierten industriellen und teilweise illegale Rodungen werde gerade der besondere Tesso Nilo-Regenwald im Zeitraffer in riesige Plantagen umgewandelt. „Die auf diesen Plantagen gewonnenen billigen Rohstoffe landen schließlich als Kopierpapier, Kartonage, Margarine und Süßigkeiten in europäischen Büros und Haushalten“, so der WWF. Weitere Infos: www.regenwald.org
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Mittelamerika: Mehr Morde an Kindern
In Mittelamerika werden Kinder zunehmend Opfer von Gewaltverbrechen. Besonders in Guatemala. So berichtet die internationale Organisation zur Verteidigung der Rechte von Kindern Casa Alianza, dass in Guatemala-Stadt allein in Januar und Februar dieses Jahres über 110 Kinder erschossen wurden.
Ähnliches berichten einheimische Reporter von Honduras. Unter dem makabren Motto „wir halten die Stadt sauber“ werden auch dort die Kinder reihenweise umgebracht. Allein vergangenen Februar wurden 67 Kinder und Jugendlichen unter 23 Jahren in Honduras ermordet. In einem Fall wurden zwei von drei getöteten Mädchen und jungen Frauen vorher vergewaltigt, ehe sie mit Kopfschüssen ermordet wurden. Honduras gilt als das ärmste Land Lateinamerikas.
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Deutsche Papierindustrie mitschuld am Kahlschlag in Kanada
“Die deutsche Papierindustrie ist mitschuldig an Kahlschlag von Urwäldern auf indianischem Land in Kanada.“ Das behaupten die Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen urgewald und ROBIN WOOD. Die deutsche Papierindustrie beziehe ungeachtet der Landrechtskonflikte und Schutzbemühungen noch immer Zellstoff aus den Urwäldern an Kanadas Westküste, obwohl sie sich vor zwei Jahren für den Schutz des dortigen Great Bear Rainforest ausgesprochen habe. Noch immer beziehe die deutsch Papierindustrie 20 Prozent ihres Importzellstoffs aus Kanada.
Das betroffene Regenwaldgebiet gehört zu den letzten unzerschnittenen Regenwäldern der gemäßigten Zone und bietet vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten ein letztes Rückzugsgebiet. „Seit langem“, so Robin Wood, „kämpfen die dort lebenden Indigenen, wie das Volk der Nuxalk, um ihre angestammten Landrechte.
Weitere Infos im Internet: www.fanweb.org oder bei: Lydia Bartz, urgewald e.V., Tel. 0160-96761436 oder 02583-1031, lydia@urgewald.de Rudolf Fenner, ROBIN WOOD-Waldreferent, Tel. 040 / 380 892 11, wald@robinwood.de Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
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CHILE – Indianer gegen Staudamm
Seit Jahren versuchen Mapuche-Indianer im Süden Chiles zu verhindern, dass ihr Fluss, der Bio-Bio, durch ein großes Staudammprojekt zerstört wird. Nun gab eine der Staudammgegner und Gegnerinnen auf. Die über achtzigjährige Frau vom Stamm der Pehuenche gab an, dass sie des Kampfes müde sei und sie um die Gesundheit ihres Sohnes besorgt sei. Wie es heißt, soll sie für die Aufgabe ihres Landes am Bio-Bio ein 77 ha großes Grundstück an anderer Stelle sowie 290 000 US-Dollar erhalten. <
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Viele Kriege um Erdöl werden verschwiegen?
Nicht nur im Irak-Krieg gehe es um Erdöl. In zahlreichen Konflikten und sogenannten Bürgerkriegen in Afrika und anderen Kontinenten sei Erdöl der Hintergrund, was jedoch meist in den Medien verschwiegen werde. Dies meint die internationale Nichtregierungsorganisation World Rainforerst Movement (WRM). “Viele Kriege wurden geführt und sind immer noch im Gange nur um den Konzernen den Zugang zum Öl zu sichern“, so das WRM. „Hinter den Namen der Präsidenten und Diktatoren stehen die Namen von noch mächtigeren Akteuren: Exxon/Mobil, Chevron/Texaco, Shell, British Petroleum, Elf.“ Doch nicht nur hinter offen erklärten Kriegen, stecke die Ölbranche. Erdöl sei ebenso verantwortlich für zahlreiche so genannte low-intensity-Kriege, die einheimische Bevölkerungsgruppen und Ureinwohner weltweit und vor allem in den Tropen vernichteten. „Von Ecuador bis Nigeria, von Indonesien bis zum Chad, das Schwarze Gold ist und war ein Fluch für die einheimischen Völker und ihrer Umwelt“, ist sich WRM sicher. Weitere Infos im Internet: www.wrm.org.uy, E-Mail: wrm@wrm.org.uy.
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Südafrika: Wer ist schuld an Waldzerstörung?
Erst kürzlich berichteten südafrikanische Medien, dass einheimische Sammler von Heilkräutern die Hauptbedrohung für die letzten Wälder Südafrikas sind. Dies ist vor allem die Meinung des Direktors von Südafrikas Wald-, Forstwirtschaft- und Wasserbehörde. Nicht nur die südafrikanische Umweltschutzorganisation Timberwatch Coalition sieht dies allerdings gänzlich anders. In Wahrheit sei nämlich die Holzindustrie die größte Ursache für die Zerstörung der südafrikanischen Wälder. Zahlen von Timberwatch zufolge gebe es „Urwälder“ nur noch auf 0,25 Prozent der Fläche Südafrikas. Doch der Druck auf diese Gebiete habe sich nun vergrößert, durch die Ausweitung von Holzplantagen und industrieller Landwirtschaft, was zur Vertreibung von Einheimischen führe.
Den Vertriebenen bleibe gar nichts anderes übrig, als tiefer in die restlichen Wälder einzudringen, um zu überleben.
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Brasilien: Umweltkatastrophe durch Papierfabrik
Vergangenen März kam es im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais zu einer der größten Umweltkatastrophe des Landes. Über eine Milliarde Liter Chemikalien der Papierfabrik "Industria Cataguazes" flossen in den Fluß Pomba, einem Zufluß des Paraiba do Sul im Staat Rio de Janeiro. Faktisch wurde das gesamte Flusssystem bis zum Meer vergiftet. Überall kam es zum Fischsterben. Tausende von Menschen, die vom Fischfang leben, stehen vor dem existentiellen aus.
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Kongress in Berlin: DIE UMWELT IN DER GLOBALISIERUNGSFALLE
Unser Planet - ein Wegwerfprodukt? Wie viel muss der Norden abspecken, damit der Süden zulegen kann, ohne dass der Planet aus allen Nähten platzt? Sind ökologische und soziale Standards unerlässlich für die Rettung der Erde, oder schützen sie nur unsere Märkte und unseren Wohlstand? Wer soll die Macht über Wasser, Energie und genetische Ressourcen haben? Globale Multis in Selbstregulation? Internationale Institutionen mit global verbindlichen Regeln? Oder doch die lokale Bevölkerung? Dies sind die Themen des Kongresses „McPlanet.com“, der vom 27. - 29 Juni 2003 an der Technische Universität Berlin von Attac, BUND und Greenpeace, in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie veranstaltet wird. „Der Kongress will Kontroversen aufgreifen, provozieren und auch mobilisieren“, heißt es in der Ankündigung. „Auf sechs großen Panels diskutieren Umweltschützerinnen und GlobalisierungskritikerInnen mit internationalen Gästen; dazwischen bieten Dutzende Foren, Workshops und Seminare die Gelegenheit, Themen wie Welthandel, Umweltgerechtigkeit oder alternative Lebensstile zu vertiefen.“
Weitere Informationen:www.mcplanet.com
McPlanet-Team, info@mcplanet.com, Kongressbüro McPlanet.com, Rothenburgstr. 16, 12165 Berlin, T: 030-797066-10, F: 030-797066-20
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Zuchtshrimps – Appetit der Zerstörung
Seit Anfang der 90er Jahre schreiben verantwortungsvolle Journalisten gegen die Ausweitung der zerstörerischen, industriellen Garnelenzucht in den Tropen an. Doch niemand in den Industrienationen scheint dies zu kümmern. Im vergangenen Jahr verspeisten Europäer, Nordamerikaner und die Japaner zusammen die Rekordmenge von über eine Million Tonnen importierter Zuchtshrimps im Wert von rund 7 Milliarden Euro. In den USA haben die „billigen“ Garnelen inzwischen sogar den Tunfisch als die beliebteste „Meeresspeise“ abgelöst.
Doch die lokalen Bevölkerungen in den nun schon über 50 tropischen und subtropischen Ländern mit Garnelen-Farmen müssen darunter leiden. Die direkten Folgen dieses „westlichen“ Massenkonsums von Shrimps sind nicht nur Mangrovenzerstörung in den tropischen Küstenregionen, Versalzung und Vergiftung der Böden und Gewässer sowie die Verarmung der lokalen Bevölkerungen. Die Shrimp-Industrie setze sogar brutale Gewalt und Mord ein, wenn es darum geht ihre Interessen an lateinamerikanischen, afrikanischen oder asiatischen Küsten durchzusetzen, berichtet nun Mike Shanahan in der britischen Umweltzeitschrift Ecologist. Shanahan: „Ich sage zu allen, die Shrimps essen, und nur die reichen Menschen der industrialisierten Ländern essen Shrimps, ich sage, sie essen das Blut, den Schweiß und das Leben der armen Menschen in der Dritten Welt.“
Weitere Informationen zum Thema Shrimps- und Lachs-Zucht: Mangrove Action Project, PO Box 1854, Port Angeles, WA 98362-0279, USA, mailto: mangroveap@olympus.net,
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Alle Texte von Norbert Suchanek sind urheberrechtlich geschützt. Mit freundlicher Gehnehmigung.
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Heimische Bio-Milch in Absatzschwierigkeiten – Bauern kämpfen um einen gerechten Milchpreis Werbegags alleine helfen nicht! von Norbert Suchanek
Seit der Biofach 2003 in Nürnberg hat Bio-Deutschland etwas, was den mündigen Verbraucherinnen und Verbrauchern schon lange fehlte: eine Bio-Milchkönigin. Sie heißt Theresia, die Erste. Mit ihr krönte gleichfalls auf der Biofach Bundesverbraucherministerin Renate Künast noch eine Bio-Milchkronprinzessin, Andrea I. Schade nur, dass sich mit diesem Werbegag alleine die Absatzprobleme der heimischen Bio-Milchbauern weder übertünchen noch beseitigen lassen. Auch der jüngste Künast-Vorschlag, Bio-Milch zum Geburtstag zu verschenken, zeugt eher von schlagfertiger Einfalt, denn von wirklichen Konzepten zur Förderung und Erhaltung der ökologischen Milchviehbetriebe in unseren Gefilden.
Jährlich trinken die Europäer rund 1,7 Milliarden Liter Milch. Lediglich drei Prozent davon stammen von glücklichen Bio-Milchkühen. Die meisten von ihnen stehen in Deutschland, Dänemark und Österreich, wobei der Anteil der Bio-Milch an der gesamten Milchproduktion in unserem südöstlichen Nachbarland am höchsten ist. Rund 14 Prozent der österreichischen Milch sollen bereits „Bio“ sein. In Dänemark liegt der Anteil der Bio-Milchproduktion bei etwa zehn Prozent und damit gleichfalls deutlich höher als in Deutschland. Und obwohl unsere heimische Öko-Milchproduktion noch nicht mal in der Nähe der „Fünf-Prozent-Hürde“ liegt, klagen in diesem Jahr deutsche Bio-Bauern heftig über Absatzschwierigkeiten und Einkommenseinbußen. So sah sich Anfang des Jahres der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) gezwungen, einen Hilferuf an den Deutschen Naturschutzring (DNR) zur Unterstützung der inzwischen knapp 15.000 Ökobauern in Deutschland zu senden. Der Preis für Öko-Milch sei aus verschiedenen Gründen so stark abgesunken, dass eine ökologische Bewirtschaftung in vielen Fällen kaum noch rentabel ist. In der anschließenden Mitteilung des DNR heißt es: "In den letzten Monaten ist eine Situation eingetreten, die viele Biobauern in Existenznöte bringt und sie dazu zwingen wird, ihre Umstellung auf ökologischen Landbau wieder rückgängig zu machen. Durch eine zu große Angebotsmenge an Bio-Milch ist der Erzeugerpreis für dieses Produkt, an dem die Existenz der überwiegenden Mehrheit der Bio-Bauern hängt, dramatisch gesunken. Die Mehrkosten, die für die Bauern aus ihrem Verzicht auf Chemie auf Acker und Grünland, durch den Einsatz ökologisch erzeugten Futters und durch die Anwendung tiergerechter Haltungssysteme entstehen, sind so nicht mehr abzudecken. Die Folgen sind unausweichlich. Schon bald werden Hunderte von Öko-Bauern gezwungen sein, zu konventioneller Wirtschaftsweise zurückzukehren oder ganz aufzugeben.“
Ähnlich sieht es der Bio-Anbauverband Bioland: „In so wichtigen Segmenten wie Milch und Rindfleisch sind Rückgänge der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahr um etwa 9 Prozent bzw. um 6 Prozent zu verzeichnen“, so Bioland. Unter den gegebenen Bedingungen könnten die Bio-Bauern nicht mehr kostendeckend produzieren. Dies führe mittelfristig unweigerlich zu einem Höfesterben in den Regionen. Laut Bioland sei ein Grund für die sinkenden Einnahmen, dass viele Handelsketten in Deutschland Lebensmittel nicht über Produktqualität verkaufen, sondern im Wettbewerb einzig auf Niedrigpreise setzen.
Doch nicht nur die Supermarktkonzerne und Handelsketten, sondern auch die Bio-Milchköniginnen krönende Renate Künast habe eine Mitschuld an dieser besonders für Bio-Milchbauern miserablen Lage, klagte jüngst eine Initiative von 95 bayerischen Bio-Bauern. Ihnen sind vor allem die niedrigen Standards des Bio-Siegels von Renate Künast ein Dorn im Auge. „Das staatliche Bio-Siegel hat nicht den heimischen Erzeugern genutzt, sondern sich zu einem Zeichen für Importware entwickelt“, sagte Wolfgang Taffertshofer stellvertretend für die kritischen Öko-Landwirte dem Spiegel. Gerade die Preise für Bio-Milch seien auf ein Niveau gesunken, das die heimische Erzeugung unrentabel mache.
Nach Ansicht des Milchexperten von Bioland, Rüdiger Brügmann, könne man das Bio-Siegel allerdings nicht wirklich für die derzeit zu niedrigen Bio-Milchpreise verantwortlich machen. Zum einen sei im vergangenen Jahr der Export von Bio-Milch aus Deutschland nach Frankreich und England eingebrochen, was zu einem Überschuss auf dem Bio-Milchmarkt bei uns führte. Zum anderen sei die Bio-Milch noch immer von den Preisen der konventionellen Milch abhängig - und die sind eben im Keller. Tatsächlich hätten sie die ganze Misere erst ausgelöst. Brügmann: „Der Milchpreis wird bestimmt durch Angebot und Nachfrage. In Italien sind die Milchkontingente stark erhöht worden, was sich unmittelbar auf den Rückgang der Exportmengen bayerischer konventioneller Milch ausgewirkt hat. Damit war und ist konventionelle Milch in Europa im Überschuss vorhanden, was unmittelbar zum Preisverfall geführt hat.“ Und da der Biomilchpreis von Handel und verarbeitenden Unternehmen immer als "Zuschlag zum konventionellen Preis" definiert werde, habe es die Biomilchbauern "auch" mit runter gezogen. Brügmann: „Eine fatale Entwicklung, der nur mit höheren Zuschlägen oder Biomilch-Festpreisen zu begegnen ist.“
Supermarktkonzerne, Handelsketten und ebenso Milch verarbeitende Großbetriebe versuchen natürlich ihrerseits Milch und Bio-Milch so billig wie möglich einzukaufen und drücken die Preise, wo und wie sie nur können. Dass am Ende die Milch-Bauern nicht mehr auf ihre Kosten kommen und womöglich aufgeben müssen, kümmert die großen „Schnäppchenjäger“, die es ebenso in der Bio-Branche gibt, freilich nicht. Es geht dabei nicht nur um „billige“ Bio-Milch im Supermarktregal. Denn lediglich etwa zehn Prozent der deutschen Bio-Milchproduktion von rund 430 Millionen Kilogramm geht als Bio-Frischmilch in den Lebensmitteleinzelhandel. Der überwiegende Anteil wandert in die Produktion von Käse, Yoghurt, Butter und anderen Milchprodukten.
Derzeit bekommen die Bauern, so Brügmann, durchschnittlich etwa 28 bis 30 Cent je Kilogramm Milch (netto bei 3,7 % Fettgehalt Standardmilch). Für Bio-Milch gibt es fünf Cent mehr, also bis zu etwa 38 Cent netto je Kilogramm. Auf dem Weltmarkt außerhalb der EU liegen die Milchpreise sogar noch niedriger. Laut Zentraler Markt und Preisberichtstelle (ZMP) schwankten die Weltmarktpreise in den vergangenen zehn Jahren zwischen 8 Cent und 20 Cent je Kilogramm Milch. Diese Weltmarktpreise sind für unsere Bauern mehr als existenzgefährdend. Zahlen der Universität Weihenstephan zufolge müssen nämlich bäuerliche Betriebe mit 30 bis 50 Kühen im Stall oder auf der Weide etwa 35 bis 42 Cent netto je Kilogramm Milch einnehmen, um wenigstens die Produktionskosten zu decken – verdient ist aber dabei noch kein einziger Cent. Einige Bauern fordern folglich - quasi als unterste „Schmerzgrenze“ - einen Mindestpreis von 35 Cent für konventionelle Milch und 42 Cent für Bio-Milch. Faire Preise für die Milchproduktion ist heute eine der zentralen Forderungen nicht nur der Bio-Bauern. Wie die Zeitschrift Bauernstimme vergangenen März berichtete kämpfen auch die konventionellen Bauern um einen fairen Milchpreis. Dabei haben einige von ihnen auch die Großhandelsketten im Visier. Diese müsste man in die Zange nehmen, um höhere Preise für die Milcherzeuger durchzusetzen.
Zur Verbesserung der Situation der landwirtschaftlichen Bio-Betriebe in Deutschland fordert der Anbauverband Bioland:
von der Politik, den Ökolandbau als nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung zum Leitbild der Politik zu erklären. Die anstehende Reform der EU-Agrarpolitik müsse dies anerkennen und keine zusätzlichen Hemmnisse für eine standortgerechte Landwirtschaft aufbauen. Insbesondere bei den aktuell vorliegenden Vorschlägen zur Reform der Milchmarktordnung sei mit einem Aussterben der Milchviehhaltung in Süddeutschland zu rechnen. Die drohenden Auswirkungen dieser Vorschläge müssen von der Bundesregierung bei anstehenden Verhandlungen der kommenden Monate auf europäischer Ebene dargelegt und deren Umsetzung verhindert werden.
vom Handel, Lebensmittel mit qualitativen und regionalen Argumenten zu bewerben, statt immer nur auf die Billigschiene zu setzen. Insbesondere an „Grüne Verbraucher“ appelliert der Verband, ihren politischen Bekenntnissen im Einkaufskorb Taten folgen zu lassen.
100 Prozent Öko – Lehre aus dem Nitrofenskandal
Ökologisch Maximal: Das ist das Konzept, das hinter dem neuen Öko-Gütezeichen„Ömax“ der Ökologischen Molkereien Allgäu (OMA) steckt. Künftig will die OMA nur noch Bio-Milch von Milchbauern verarbeiten und unter dem Ömax-Siegel vermarkten, die sich nicht nur an die niedrigen Standards des Künast-Öko-Siegels halten, sondern konsequent 100 Prozent ökologisch arbeiten. Während der EU-Ökostandard sowie auch das deutsche Bio-Siegel Bio-Bauern den Zukauf von konventionellem Futtermitteln und konventionellem Dünger erlaubt, ist dies bei Ömax-Bauern verboten. Bereits fast 100 ihrer Milchbauern verpflichteten sich nach den Strengen Richtlinien zu arbeiten. „Schritt für Schritt werden alle unsere Milchbauern auf diese konsequente Wirtschaftsweise umstellen“, so die OMA, die mit ihrer Initiative Lebensmittelskandalen wie dem Nitrofenskandal verbeugen will. „Skandale“, schreibt die OMA, „sind vorprogrammiert, wenn nicht konsequent in ökologischen Kreisläufen gearbeitet wird und weiterhin vermeidbare konventionelle Komponenten (wie z.b. Kraftfutter und Dünger) erlaubt sind.“ Diesen Ansatz verfolgen übrigens auch die Öko-Anbauverbände Bioland und Demeter. So hat die Bundesdelegiertenversammlung von Bioland im November 2002 die Weichen für 100%-Biofütterung gestellt. „Bei der Erzeugung von Bioland-Produkten dürfen zukünftig grundsätzlich keine konventionellen Futtermittelkomponenten mehr eingesetzt werde“, schreibt Bioland. Nur wenn aufgrund von Futterknappheit den Tieren Schaden droht, könnten ab Oktober 2003 wenige Einzelkomponenten in geringen Prozentanteilen aus konventioneller Erzeugung zugefüttert werden. Damit setze Bioland bei seiner Qualitätsoffensive einen wesentlich engeren Rahmen, als dies die EG-Ökoverordnung und bisher übliche Verbandsstandards vorsehen. Juni vergangenen Jahres hatte bereits der Öko-Anbauverband Demeter angekündigt, „als erster Anbauverband in Kürze 100-Prozent-Öko-Futter für Rinder erreichen.“ <Suchanek>
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Kommentar von Norbert Suchanek
Gerechte Preise für Öko-Bauern und Verbraucher
Niedrige Preise für Bio-Milch und andere ökologische Nahrungsmittel sind im Grunde nichts Schlechtes. Schließlich wollen wir doch alle die Öko-Nahrungsmittel aus der Luxus-Nische herausbringen und Bio-Produkte für alle Menschen, auch für Sozialhilfeempfänger kaufbar machen. Dass nun Supermarktketten die Gunst der Stunde nutzen und sich beispielsweise mit Bio-Milch einen Preiskampf liefern, könnte uns Verbrauchern und der Umwelt deshalb eigentlich nur Recht sein. Wenn die niedrigen Preise allerdings zu Lasten der Bauern gehen, dann ist etwas falsch am System. Höhere Preise und zurück zur kuscheligen Luxus-Nische für Öko-Produkte kann dabei aber langfristig nicht die Lösung sein. Die Direktorin der International Society for Ecology and Culture, Helena Norberg-Hodge, warnt bereits seit Jahren vor einer Hochpreispolitik für ökologische Produkte. „Wenn sich Gruppen für nachhaltige Landwirtschaft, für Naturschutz und bessere Nahrung einsetzen und dabei die versteckten Subventionen nicht berücksichtigen, dann riskieren sie in die Falle zu tappen und zu argumentieren, dass Konsumenten mehr für ihr Essen zahlen sollten, um die Bauern ausreichend zu finanzieren. Dieser Ansatz aber grenzt die Armen aus“, schreibt sie im Ecologist. Außerdem werde dadurch die Kampagne für Öko-Produkte in das negative Licht des Elitismus gerückt. Bio-Nahrungsmittel aus der Region, so Helena Norberg-Hodge, seien aber in Wirklichkeit nicht teurer, sondern eher billiger als konventionelle Produkte, wenn sich die wahren Kosten für diese konventionellen Produkte auf dem Preisschild widerspiegelten. Ihrer Meinung nach ist es deshalb wichtig alles zu tun um das System, das Umweltzerstörung und De-Regionalisierung z.B. durch Straßenbau für lange Transportwege subventioniert, zu ändern. Helena Norberg-Hodge: „Wir haben die Kraft die Dinge zu ändern. Das zerstörende globale System existiert nur solange wie wir es akzeptieren und unterstützen.“
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Alle Texte von Norbert Suchanek sind urheberrechtlich geschützt. Mit freundlicher Gehnehmigung.
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Essay
"Wochenmarkt statt Weltmarkt": Diese Forderung der ökologischen Bewegung hat der Subsistenzlandwirt schon immer ideal umgesetzt. Dennoch wird die nachhaltige Subsistenzlandwirtschaft seit Jahrzehnten als "rückständig" verteufelt und weg-globalisiert Die ökologische Wende ist weltweit möglich und dringend nötig. Kampf gegen Hunger - Gesunde Nahrung für alle
von Norbert Suchanek
"Nahrung ist ein Menschenrecht", sagt die Menschrechtsorganisation FIAN. In Zeiten von kaum kontrollierbarer Gen-Manipulation, BSE, Dioxin in Hühnereiern und anderen Lebensmittelskandalen möchte ich diesen Spruch noch erweitern und behaupte: "Gesunde Nahrung ist ein Menschenrecht."
Derzeit hungern über 800 Millionen Menschen - mehr als jemals zuvor. Die weltweit massive Verbreitung der energie intensiven, industriellen Landwirtschaft seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts hat die Zahl der Hungernden in der Welt nicht verringert, sondern mit erhöht. Heute wissen wir auch warum das so ist. Denn sie hat weltweit zur Vernichtung traditioneller Bauernkulturen geführt, die in nachhaltiger Landwirtschaft landestypische, regionale Nahrungsmittel angebaut hatten. Sie führte dazu, dass statt wortstypischer Lebensmittel nun in vielen Ländern auf riesigen Flächen Exportprodukte wie Soja-Bohnen oder Palmöl oder Baumplantagen für die Papierindustrie unter hohem Energie- und Pestizideinsatz angebaut werden. Auch wenn nun Gen-Technik-Firmen, die sich selbst gerne verfälschend Bio-Technik- oder Life-Science-Unternehmen nennen, und deren Unterstützer kontinuierlich behaupten, nur mit ihrer sogenannten Grünen Gentechnik sei der Hunger zu bekämpfen, ist in Wirklichkeit das Gegenteil der Fall. So ist sich beispielsweise die evangelische Entwicklungshilfeorganisation "Brot für die Welt" sicher, dass die Gen-Technik den Hunger nicht beseitigen hilft. Denn Hochertragssorten und Gentechnik brächten nur denjenigen einen Vorteil, die sowieso schon zu viel haben, den reichen Industrieländern, den Großgrundbesitzern und den globalisierten Konzernen. Wissenschaftler von der Universität Essex haben in ihrem World-Safe-Report jüngst klar nachgewiesen: Der Hunger in der Welt ist nur durch eine naturnahe, die Artenvielfalt schützende biologische Landwirtschaft zu besiegen. Nachzulesen im kleinen aber umso wichtigeren Buch "Ernährung Sichern - Nachhaltige Landwirtschaft - ein Perspektive aus dem Süden." Deshalb ist eine ökologische Wende nicht nur bei uns in Deutschland, sondern in vielen Ländern der Erde notwendig. Der World-Safe-Report der Universität Essex zeigt überdies, dass sich der Nahrungsmittelertrag je Hektar Fläche durch biologische Landwirtschaft nicht nur deutlich erhöhen, sondern auch gleichzeitig die Umwelt schützen lässt. Daneben liefere die biologische Landwirtschaft gesündere, weil vielfältigere und inhaltlich reichhaltigere Nahrungsmittel. Da die Profiteure der industriellen Landwirtschaft - und ihre technikgläubigen Jünger - aber weiterhin weltweit offensichtlich noch das Sagen haben, werden die tropischen Regenwälder weiter abgeholzt, um Holz zu exportieren, um Exportprodukte wie Soja-Bohnen und Palmöl anzubauen oder um die mineralischen wie fossilen Bodenschätze auszubeuten, die die energie-intensive industrielle Landwirtschaft benötigt. Allein zwischen 1980 und 1995 führte diese falsche Entwicklung zur Vernichtung von 200 Millionen Hektar Wäldern in den sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern. Wälder, die in Wirklichkeit hocheffiziente Agroforstsysteme vieler indigener Völker rund um den Äquator sind. Und die Abholzung geht - allen höchstens auf dem Papier gut aussehenden Tropenwaldschutzprogrammen zum Trotz - weiter. Gleiches trifft auf die nicht weniger wertvollen Ökosysteme der Savannen-Regionen zu. So wird in Brasilien auch der Cerrado, ein in der Welt einmaliges und extrem artenreiches Trockenwald-Ökosystem, für Soja-Monokultur und Rinderzucht weiter rücksichtslos zerstört.
Weiter geht ebenso der mit internationalen Geldern finanzierte Bau von Groß-Staudämmen in Mittelamerika, Brasilien, China, Thailand, Indien, Nepal oder Schwarzafrika. Die rund 45.000 bis 1997 weltweit gebauten Großstaudämme führten bereits dazu, dass Tausende von Quadratkilometern wertvolle landwirtschaftliche Böden oder Waldgebiete in den ertrunkenen Flusstälern vernichtet und Millionen von Menschen vertrieben wurden. Meist waren es nachhaltig und traditionell wirtschaftende Bauern, die um Grund und Existenz gebracht und durch die Dämme in die "echte" Armut getrieben wurden. Denn ein Bauer, der alles, was er und seine Familie zum Leben brauchen, selbst auf seinem eigenen Grund und Boden erzeugt, ist nicht arm. Nur gemessen an „falschen“ Weltbank-Maßstäben wie dem Bruttosozial- oder Bruttoinlandsprodukt, die ausschließlich auf das hin und her der Geld-Flüsse ausgerichtet sind, gilt ein sich selbst versorgender Mensch als "armer Mensch". Tatsächlich aber, wird er erst wirklich arm, wenn ihm sein Land genommen oder ihm verboten wird, es in seinem Sinne zu nutzen. Allein der zurzeit in China entstehende Drei-Schluchten-Staudamm führt zur Vertreibung oder Umsiedlung von 1,3 Millionen Menschen.
Angesichts der Tatsache, dass die für uns alle notwendigen Ressourcen wie Artenvielfalt, gesunde Mutterböden und sauberes Trinkwasser durch diese falsche globale Entwicklung immer weniger werden, sollte die ökologische Wende so schnell wie möglich einsetzen. Der berühmte Gorbatschow-Spruch, "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben", könnte sonst auf uns alle treffen. Noch ist die ökologische Wende möglich!
Nicht nur in Europa, weltweit gibt es bereits positive Beispiele der Wende im Kleinen:
In Honduras und Guatemala profitieren rund 45.000 Bauernfamilien von ihrem Wechsel zur nachhaltigen Landwirtschaft. Ihre Getreide-Erträge erhöhten sich von etwa 0,4 Tonnen auf 2 bis 2,5 Tonnen je Hektar.
In West-Äthiopien bestellen 12.500 Bauernfamilien 5.000 Hektar Land seit 1984 nach den Methoden der nachhaltigen biologischen Landwirtschaft. Die Erträge stiegen dort um 60 Prozent.
Im Hochland von Bolivien in Nordpotosi konnten 2.000 Bauern ihre Kartoffelerträge durch eine verbesserte, ökologische Landwirtschaft von vier Tonnen auf 15 Tonnen Kartoffeln je Hektar steigern.
Im Nordosten Brasilien schließen sich traditionelle Fischer- und Kleinbauern-Gemeinden an der Küste zusammen und bieten den Tourismus-Resort- Entwicklern, die sie von den Küsten vertreiben wollen, die Stirn. Die Fischer- und Kleinbauernfamilien in Dörfern wie Prainha do Canto Verde oder Tatajuba im brasilianischen Bundesstaat Ceara wollen sich nicht mehr länger wehrlos von den "Urlaubskonzernen" verdrängen und in die Slums der Städte abschieben lassen.
Dies sind einige von vielen kleinen positiven Ansätzen in der ganzen Welt. Noch sind sie ein paar winzig kleine Tröpfchen auf einem riesigen, seit Jahrzehnten ausgenutzten und ausgedörrten Planeten. Diese kleinen Ansätze brauchen große Unterstützung. "Wir Deutsche und Europäer", schreibt Brot für die Welt, "haben die Pflicht die Agrarwende Weltweit zu ermöglichen." Um eine wirkliche Wende bei uns zu erreichen, müssen Politik, Verbraucher und Landwirtschaft an einem Strang ziehen, schließlich sitzen wir auch alle im selben Boot. Eine Wende wird aber niemals möglich sein, wenn ich hier ein bisschen Geld in den einen Topf zur Förderung der Biolandwirtschaft gebe und mit der anderen Hand die zehnfache Menge an Steuergeldern für die konventionelle Landwirtschaft ausgebe und die Großindustrie gleichzeitig steuerlich begünstige. Ich denke dabei nicht nur an die Milliarden an EU-Agrarsubventionen. Es geht beispielsweise auch um Forschungsgelder, die bisher vor allem in industrielle Entwicklungen und in Gentechnik gesteckt werden. Ändern wir dies, ist die ökologische Wende bei uns in Deutschland und in der EU möglich. Und sie ist ebenso weltweit möglich. Die Milliarden an Weltbank-Geldern z.B. dürften dann aber nicht mehr weiter in die Vernichtung der traditionellen auf Subsistzenz ausgerichteten, ökologischen Landwirtschaft in der Dritten Welt gesteckt werden, sondern eher in deren Förderung. Denn Subsistenzlandwirtschaft ist quasi das Ideal einer lokalen oder regionalen, ökologischen Wirtschaft: Wochenmarkt statt Weltmarkt: Lokal anbauen, lokal weiterverarbeiten, lokal handeln, lokal verbrauchen: Der Subsistenzlandwirt praktiziert dies auf kleinstem Raum, wobei er ebenso Nachbarn und die Region mit seinen Überschüssen mitversorgt. Es ist natürlich klar, dass ein selbständiger Bauer, der seine eigenen Äpfel und sein eigenes Gemüse anbaut, nicht in den Supermarkt geht, um dort Äpfel oder Gemüse zu kaufen. Der Weltmarkt kann nicht an ihm verdienen, er ist nicht globalisierbar. Ein industrialisierter Bauer allerdings, der beispielsweise nur Soja als Exportprodukt oder nur Futtermais für die Massentierhaltung anbaut, muss sein Produkt auf dem Weltmarkt anbieten und im Gegenzug Nahrungsmittel kaufen. Das Geld fließt. Kapital kann sich vermehren. So ist klar, warum die Subsistenzlandwirtschaft seit Jahrzehnten kontinuierlich als primitiv verunglimpft, verteufelt und als Entwicklungshemnis bekämpft wurde. Doch damit muss nun Schluss sein. Die globale Wende hin zur nachhaltigen, biologischen und auf Regionalität ausgerichtete Landwirtschaft gemeinsam mit dem Respekt vor traditionellen Bauernkulturen und traditionell wirtschaftenden indigenen Völkern ist der entscheidende Schlüssel zur Lösung von Hunger und echter Armut in der Welt. An "Planwirtschaft" erinnernde Zielsetzungen von 5, 10 oder 20 Prozent Ökolandwirtschaft wie zurzeit in Deutschland von Einzelhandelskonzernen, Agrarwirtschaft und Regierung diskutiert helfen allerdings wenig. Unser Ziel in Deutschland und in der EU muss die Umstellung der gesamten Landwirtschaft auf den nachhaltigen ökologischen Landbau sein. Nur ein bisschen "Öko" hilft der Welt wenig. Die falschen Strukturen werden nicht geändert und die ökologischen Produkte bleiben teuer. Doch warum sollen gesunde, ökologische Nahrungsmittel nur ein Nischenprodukt für eine gut verdienende Käuferschicht sein? Stichwort Gesundheit! Auch die weniger gut verdienenden und besonders die ärmsten unter uns haben ein Recht auf gesunde, ökologische Nahrungsmittel. Schließlich nimmt die Zahl der Armen auch in Deutschland nicht ab, sondern zu. Dies trifft besonders die Kinder. 1980 lebten rund zwei Prozent der Kinder unter sieben Jahren in Deutschland in Armutsverhältnissen. Heute sind es mehr als viermal so viele, über 8 Prozent - und viele von ihnen sind krank. Der 2001 veröffentlichte Bericht des Robert-Koch-Instituts zur Kinder-Armut in Deutschland stellt unmissverständlich fest: Arme Kinder sind deutlich häufiger Krank als Kinder reicher Eltern. Bei uns sind sage und schreibe 15 Prozent der Kinder in Armutsverhältnissen häufig krank. 11 Prozent haben eine chronische Erkrankung. Und 10 Prozent sind in ihrer körperlichen Entwicklung zurückgeblieben. Deshalb haben alle Kinder und besonders die Armen ein Recht auf gesunde, ökologische Nahrungsmittel. Wir, unsere Gesellschaft insgesamt, dürfen es ihnen nicht länger verweigern. Wenn wir weiter die biologische Landwirtschaft und Öko-Lebensmittel als Nische für besserverdienende Bevölkerungsgruppen betrachten, machen wir uns moralisch schuldig.
Freilich zu einer weltweiten Agrarwende braucht es auch eine Ernährungswende bei uns - hin zu weniger Fertigprodukten und hin zu weniger Fleischkonsum. In Deutschland beispielsweise wird heute etwa 80 Prozent der pflanzlichen Produktion als Futtermittel zur Fleischerzeugung und in der Milchwirtschaft verwendet. Hinzukommen tausende Tonnen von Futtermitteln aus der Dritten Welt. Dies ist eine Verschwendung der natürlichen Ressourcen ohne gleichen. Die Ernährungswende ist aber gleichfalls aus gesundheitspolitischen Gründen dringend notwendig. Denn unsere heutige falsche Ernährung ist mitschuld daran, dass wir immer mehr für die Krankenkassen ausgeben müssen und dass viele Menschen im sogenannten besten und produktivsten Alter vorzeitig sterben. Aber wie gesagt, die Ernährungswende ist möglich. Denn wir haben bereits in den vergangenen fünfzig Jahren mehrere Ernährungswenden hinter uns. Erinnern Sie sich noch wie wir in den 60er Jahren durch die Werbung "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft" erfolgreich zum täglichen Fleischkonsum animiert wurden? Erinnern Sie sich noch wie wir durch Werbung und gekaufte, falsche medizinische Studien weg von gesunder Butter hin zu ungesunder, weil künstliche Transfettsäuren enthaltende Industrie-Margarine gepuscht wurden? Es gibt keinen Grund, weshalb - wenn alle mitmachen - eine weitere, diesmal sinnvolle Ernährungswende nicht möglich sein sollte. Zumal diese Wende eine genussvolle Wende wäre. "Weniger ist mehr." Nirgendwo trifft der Spruch so gut wie auf den Verzehr von Fleisch. Viele Chefköche werden es bestätigen. Der Geschmack von ökologisch und langsam erzeugtem Fleisch ist von den "fleischähnlichen" Produkten aus der industriellen, tierquälenden und nur auf schnelles Wachstum ausgerichteten Massentierhaltung nicht zu erreichen. Eine sinnvolle, biologische Landwirtschaft hat aber noch viele weitere Vorteile, die uns alle zugute kommen: gesunde Nahrungsmittel, sauberes Trinkwasser, geschützte Böden, hohe Artenvielfalt, vielfältige Landschaft und Energie-Einsparung. So arbeiten insgesamt gesehen beispielsweise die Bio-Reisbauern in Bangladesch rund zwanzigmal energie-effizienter als die Chemie, Maschinen und künstliche Bewässerung einsetzenden Reisfarmer in den USA. Ein weiterer Vorteil der nachhaltigen, biologischen Landwirtschaft, nämlich der notwendige hohe Einsatz von menschlicher Arbeitskraft ist bisher bei uns noch ein betriebswirtschaftlicher Nachteil. Denn bei uns wird die menschliche Arbeit hoch besteuert. Dies ist ein Überbleibsel einer längst überholten Politik, die allein der Beschleunigung der industriellen Revolution und der Förderung des Einsatzes von Maschinen bei gleichzeitiger Beseitigung von menschlicher Arbeitskraft diente. Doch wenn wir aufhören die menschliche Arbeit zu besteuern, sondern umgekehrt endlich anfangen, Maschineneinsatz - oder die als "Rationalisierung" bezeichnete Vernichtung von Arbeitsplätzen - zu besteuern, dann würden wir viele Probleme auf einmal beseitigen. Wir würden Tausende von gesunden und nachhaltigen Arbeitsplätzen schaffen und Bio-Produkte gleichzeitig erheblich verbilligen. Industrielle ungesunde und energie-intensiv erzeugte Nahrungsmittel würden hingegen sehr schnell aus den Regalen der Supermärkte verschwinden. Das Arbeitspotential einer sinnvollen, nachhaltigen Landwirtschaft wird deutlich, wenn wir uns vergewissern, dass in den vergangenen 50 Jahren mehrere Millionen Bauern allein bei uns in Deutschland aufgrund der falschen industriellen Strukturen ihren Hof aufgeben mussten. 1952 waren bei uns noch 3,5 Millionen Menschen in der Landwirtschaft tätig. Heute sind es gerade mal rund 500.000 - und jedes Jahr werden es noch weniger und die Arbeitslosen mehr. Derzeit geben in der EU jährlich 300.000 Bauern ihre Betriebe auf, trotz EU-Subventionen von rund 40 Milliarden Euro jährlich. All dies ist nichts wirklich Neues. Die ökologische Wende ist möglich und notwendig. Das wissen wir seit vielen Jahren. Das Umweltbundesamt schrieb der Bundesregierung bereits 1997 die Ökologisierung der EU-Agrarpolitik (Ausgleichszahlungen sollen an überprüfbare, ökologische und soziale Kriterien gekoppelt werden ) und die Ökologisierung der nationalen Agrarpolitik (die Verteilung der Mittel müsse sich an ökologische Erfordernisse orientieren) ins Stammbuch. Außerdem forderte des Umweltbundesamt die Regionalisierung der Landwirtschaft und der Agrarproduktmärkte sowie die Änderung der Ernährungsmuster, weil es ein sozialer und ökologischer Wahnsinn ist, 80 Prozent der heimischen Pflanzenproduktion, vor allem Futtermais, an Tiere in Massenställen zu verfüttern, um nur einen Bruchteil, 15 Prozent, dieses Pflanzenenergieeinsatzes hinterher als Fleisch zurückzubekommen. Aber bereits in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war die Forderung nach einer ökologischen Wende zu hören. Erinnert sei hier bloß an den Bericht Global 2000 von Jimmy Carter und den fast schon legendären 1. Bericht des Club of Rome. Preisfrage: Wer erinnert sich noch an die "Grenzen des Wachstums"? Der gesamten Grünen Bewegung der 70er und 80er Jahre war klar, dass wir uns von der Wachstumsideologie verabschieden müssen, wollen wir langfristig das Überleben der Menschheit sichern und Hunger und Armut bekämpfen. Doch wer wagt es von den heutigen "Grünen" noch das Wachstumsmodell in Frage zu stellen? Alexander King, ehemaliger Präsident des Club of Rome sagte einst: "Geld ist relativ und vergänglich. Energie ist essentiell und ewig. Wir müssen begreifen, dass die Energie-, Nahrungsmittel-, Bevölkerungs- und Klimaprobleme zusammenhängen." Und selbst der nicht gerade als "weltfremder Umweltschützer" bekannte Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway schreib bereits 1935: "Die Erde ermüdet, wenn man sie ausnutzt. Ein Land verbraucht sich schnell, wenn der Mensch nicht all seine Rückstände und die all seiner Tiere wieder hineinsteckt. Wenn er aufhört, Tiere zu benutzen, und Maschinen benutzt, besiegt ihn die Erde schnell." "Trator nao Caga." Dieser alte brasilianische Spruch eines unbekannten Landwirts bringt es auf den Punkt: "Ein Traktor scheißt nicht." Er verbraucht nur Energie und gibt dem Boden, dem Ökosystem nichts zurück. Hätte die Weltbank und so manch andere international arbeitende Enwicklungshilfe-Institution diese Grundsätze bereits in den 50er, 60er oder 70er Jahren gelesen und verstanden, die Welt hätte nicht die wahnwitzige, mit internationalen Krediten angefachte Abholzung der tropischen Wälder rund um den Globus und die Vertreibung von Millionen von traditionell wirtschaftenden Bauern und indigenen Völkern aus ihren angestammten Lebensräumen erlebt. Die Welt hätte nicht die Rekordzahl von heute über 800 Millionen hungernden Menschen produziert. Es ist, wie es 2001 der leider inzwischen verstorbene brasilianische Ökologe und alternative Nobelpreisträger José Lutzenberger in Porto Alegre formuliert hatte: "Es fehlt nicht an Wissen, an Information und an Tausenden von praktischen, großen und kleinen Beispielen... Es fehlt an politischem Willen." Die ökologische Agrar-Wende ist notwendig und möglich. Dies wissen wir längst oder hätten es längst wissen können. Die entscheidende Frage lautet: Warum ist diese notwendige und mögliche ökologische Wende nicht schon längst geschehen? Warum fehlt es bei uns und in vielen Ländern rund um den Globus an politischem Willen? Wer hat die Wende bisher verhindert? Die Macht der globalen Lobbyisten, lautet die Antwort. Geld regiert die Welt. Oder besser gesagt: Konzernmacht regiert die Welt. Ziel ist die Kontrolle möglichst aller zum menschlichen Leben notwendigen Ressourcen. Selbständige Bauern, die eigene Pflanzensorten auf eigenem oder gemeinschaftlichem Boden anbauen und eigene Nahrungsmittel produzieren sind ihnen im Wege. Sie müssen beseitigt oder soweit entmündigt werden, dass sie als willfährige, jederzeit austauschbare Lohnempfänger im Dienste der Konzerne stehen. Allein in Brüssel arbeiten heute über 10.000 hauptberufliche Lobbyisten im Dienste von Konzernen und von ihnen beauftragten PR-Agenturen. Diese "Lobbyisten", die seit Jahrzehnten die Agrarwende verhindern, sitzen aber nicht nur an den Schreibtischen der Politiker. Zusammen mit PR-Organisationen bestimmen sie auch Werbestrategien, die sich längst nicht mehr nur auf plumpe Werbeplakate oder Werbespots beschränken. Die Medien insgesamt werden zunehmend manipuliert. Beispielsweise produzieren Tausende von PR-Journalisten im Auftrag von Konzernen täglich Nachrichten, die die Redaktionen der Zeitungen und Fernsehstationen und damit auch uns überfluten und die wichtigen Informationen überdecken. Des-Information durch Über- und Gegen-Information ist die Strategie. Die immer jünger werdenden Journalisten in den immer rationalisierteren Redaktionen sind mit der Prüfung der Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt in der Regel überfordert, zumal ihr Aufgabenbereich in den vergangenen 25 Jahren ständig erweitert wurde. Die inhaltliche Qualität, der investigative Journalismus bleibt dabei zwangsläufig auf der Strecke. Doch ohne unabhängigen, investigativen Journalismus gibt es keine objektive Berichterstattung und damit auch keine ehrliche Verbraucheraufklärung - und keine Wende. Doch zurück zu den Konzern-Lobbyisten, den Pr-Agenturen, die im Auftrag der Industrie die Wahrnehmung der Öffentlichkeit verändern, die Realität umformen und Zustimmung für die Belange der Industrie herstellen sollen. Sie begannen ihre Arbeit hinter den Kulissen bereits in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in den USA. Die aufstrebende Grüne Bewegung fand damals immer mehr Zustimmung in der Bevölkerung der Industriestaaten, und erste Umweltgesetze begannen der Großindustrie Steine in den Weg zu legen. Als Antwort darauf finanzierten die Konzerne Gegen- und Pseudo-Kampagnen. Die PR-Industrie erfand den sogenannten "Mann von der Straße". Wo und wann immer möglich wurde und wird seitdem dieser "Mann von der Straße" vorgeschoben, um sich für eine Gesetzgebung im Sinne der Konzerne einzusetzen. Eine der größten PR-Agenturen ist Burson Marsteller. Sie arbeitet in 35 Ländern und hat über 2000 Angestellte. Ihre Kunden sind Unternehmen wie Union Carbide oder Exxon, die nach dem schweren Chemieunfall im indischen Bhopal beziehungsweise nach dem Exxon-Valdez-Tankerunglück vor Alaska in die zeitweise negativen Schlagzeilen gerieten. Außerdem stand Burson Marsteller im Dienste von Regierungen wie der Suharto-Diktatur in Indonesien. In Europa versucht dieser PR-Konzern seit einigen Jahren im Auftrag der Industrielobbygruppe "EuropaBio" die Gen-Technik ins rechte, positive Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Die PR-Soldaten der Industrie sind auch daran beteiligt, dass seit den 70er Jahren konsequent Falschinformation oder simple Lügen über biologische und traditionelle Wirtschaftsweisen verbreitet werden wie zum Beispiel: Organische Landwirtschaft könne eine wachsende Bevölkerung nicht ernähren; sie sei zu teuer; sie verbrauche zuviel Land und zerstöre damit unberührte Natur; sie liefere unsichere, mit Fäkalbakterien und natürlichen Pilzgiften (Aflotoxine) verseuchte Nahrungsmittel; usw. Weil trotz dieser Lügen und Halbwahrheiten die Macht der vielen kleinen positiven Beispiele nicht gebrochen werden konnte und - auch aufgrund von aufgedeckten Skandalen der konventionellen Landwirtschaft wie dem BSE-Skandal - immer mehr Menschen auf den ökologischen Landbau setzen, erfanden die PR-Strategen der globalen Agroindustrie vor einigen Jahren eine zusätzliche Strategie: Aufkauf der Weiterverarbeiter und der Handelsfirmen von biologischen Nahrungsmitteln, während die PR-Agenturen der Konzerne gleichzeitig weiterhin alle PR-Register ziehen, damit die ökologische Landwirtschaft über ein hochpreisiges Nischensegment auch künftig nicht hinauskommt. Diese von der amerikanischen Organisation PR-Watch aufgedeckte Doppelstrategie ist für die Konzerne eine profitable Win-Win-Strategie. Sie können so die durch Handel und Weiterverarbeitung der hochpreisigen, organischen Produkte entstehenden hohen Profite einstreichen und gleichzeitig die konventionelle Schiene wie gehabt global weiterfahren. Je stärker darüber hinaus der Handel mit Bio-Produkten monopolisiert wird, desto größer wird in diesem Bereich die Abhängigkeit der selbständigen Bio-Bauern vom Big Business bis am Ende auch sie zu willige und jederzeit ersetzbare Lohn-Öko-Bauern entmündigt sind. Ich sehe derzeit darüber hinaus die Gefahr, dass durch die Konzern gesteuerte Übernahme und "Monopolisierung" des Marktes für organische Lebensmittel das ökologisch wichtige Regionalitätsprinzip "Wochenmarkt statt Weltmarkt" mehr und mehr aufgehoben wird. Bereits jetzt werden Bio-Nahrungsmittel unökologisch kreuz und quer durch Europa gekarrt. Es geht dabei im Grunde nicht um exotische Produkte wie Kaffee oder Mangos und Papayas, die nun mal nicht in gemäßigten Breiten wachsen. Es geht um alltägliche Nahrungsmittel wie Getreide, Brot, Butter, Fleisch, Eier, Bier, Mineralwasser, Gemüse usw., die alle in einem Umkreis von 50 Kilometern bei uns produziert, verarbeitet und gehandelt werden könnten und müssten. Es gilt jetzt zu verhindern, dass mit diesen für die Grundversorgung wichtigen Öko-Produkten derselbe Globalisierungs- und Transportwahnsinn fortgesetzt wird, wie wir ihn von der konventionellen Nahrungsmittelindustrie kennen. Nämlich dass so "normale" Früchte wie Äpfel aus Deutschland mit Äpfeln aus Argentinien, Chile oder Südafrika in den Regalen der Supermärkte konkurrieren. Wenn eines Tages bei REWE, GLOBUS, ALDI oder Wal-Mart Öko-Äpfel aus Chile neben Öko-Tomaten aus Brasilien oder Öko-Kartoffeln aus Ägypten liegen, und dies ist bereits in Teilen Realität, dann schreiben wir nur dieselben Globalisierungsfehler fort wie bisher - nur eben in "Grün." Denn an dem alltäglichen Wahnsinn wie beispielsweise in der Mongolei zu beobachten, wo es zwar 25 Millionen Milch gebende Tiere gibt, die Butter aber in den Supermärkten des ostasiatischen Landes aus Deutschland kommt, daran kranken Erde und Menschheit gleichermaßen. Derzeit reisen konventionelle Lebensmittel in den USA durchschnittlich rund 1.900 Kilometer ehe sie in der Küche der Konsumenten landen. Wenn dieser Transportwahnsinn mit den biologischen Lebensmitteln fortgesetzt wird, hätten wir nichts gewonnen. Wer sagt, noch mehr globaler Handel würde die heutige Ungleichheit in der Welt verringert werden, lügt oder hat nichts begriffen. Nur mehr regionaler Handel und geringere weltweite, grenzüberschreitende Verkehrsströme geben unseren Planeten und uns eine Chance zu überleben, führen zu mehr globaler Gerechtigkeit, zu mehr Menschlichkeit. Dies freilich steht nicht auf der Wunschliste der Transnationalen Konzerne, sondern das Gegenteil. Sie wollen noch mehr Waren sinnlos hin- und herverschieben. Und wir Steuerzahler dürfen die für diesen Massenverkehr notwendige Infrastruktur, Autobahnen und Flughäfen, natürlich finanzieren. So stehen Autobahnen beispielsweise auch ganz oben auf der Wunschliste der 45 Mitglieder des European Roundtable of Industrialists (ERT). Der Einfluss dieser Interessenvertretung der Industrie-Bosse Westeuropas auf die Politik der Europäischen Union zeichnet sich beispielsweise im 1996 formulierten Verkehrswegeplan der EU ab. Der EU-Plan des sogenannten Trans European Road Network (TERN) sieht den Bau von neuen Straßen mit einer Gesamtlänge von über 50.000 Kilometer in Europa vor. Inbegriffen ist der Bau von 12.000 Kilometer Autobahnen. Die Kosten dieses gewaltigen Straßenbauprogramms werden auf rund 500 bis 600 Milliarden Euro geschätzt. Dieser von uns finanzierte Verkehrsinfrastrukturausbau, der nur den globalen, von Konzernen bestimmten Handelsströmen hilft, wird gleichfalls in die Dritte Welt exportiert. Weltbank-Kredite wie Entwicklungshilfegelder flossen und fließen vor allem in den Aufbau industrieller Infrastrukturen wie Straßen, Flughäfen und Fracht-Terminals. So vergab die Weltbank erst Ende der 1990er Jahre "zur Förderung der Fernreisen und des Handels" einen 400 Milliarden-Dollar-Kredit an China zum Bau der Jinzhu-Autobahn. Das Nachbarland Laos bekam 48 Milliarden Dollar zur Verbesserung seiner Autobahnen. Mit Weltbank-Krediten finanzierter Straßenbau ist auch eine der entscheidenden Ursachen für die größten menschlichen Tragödien im brasilianischen Amazonasgebiet. Tausende von Hektar Regenwald wurden und werden in der Folge des Straßenbaus abgeholzt und Opfer des voranschreitenden, großflächigen Soja-Anbaus. Die Profiteure dieses mit Steuergeldern finanzierten Transportwahnsinns sind nicht wir zahlende Konsumenten und sind auch nicht die noch heute existierenden Millionen von Kleinbauern, Nomaden und Waldbewohnern in den Ländern der „Dritten Welt“. Hauptprofiteur ist das Konglomerat von globalisierter Agro-, Chemie-, Fahrzeug-, Energie- und Bau-Industrie, von denen einige schon heute mehr Einnahmen und erheblich mehr Macht haben als ganze Staaten. Der Kampf gegen diese geballte Lobby-Macht aus PR-Firmen und auftraggebenden Konzernen ist wie ein Kampf zwischen Goliath und David. Doch wir sollten und wir dürfen nicht weiter vor Goliath zurückschrecken, denn unsere Chancen stehen trotz allem nicht schlecht. Wissen wir doch alle wie der biblische Kampf zwischen Goliath und David am Ende ausging. Wir müssen uns nur endlich aufraffen, diesen Kampf aufzunehmen. Wir dürfen nicht länger wegschauen und auf die versprochene ökologische Wende warten, wie Kinder zu Weihnachten auf das Christkind. Die Wende wird nicht kommen, wenn Wir nicht damit anfangen. Sofort! Hier und Jetzt.
"Wir haben die Kraft Dinge zu ändern", sagt die Direktorin der International Society for Ecology and Culture, Helena Norberg-Hodge. "Das zerstörende, globale System existiert nur solange, solange wir es akzeptieren und subventionieren. Wir können es zurückweisen. Frisches, schmackhaftes, lokales Essen für alle ist vielleicht der beste Weg, die Welt zu retten." Zum Autor: Norbert Suchanek, geboren 1963, arbeitete früher für Greenpeace und andere Nichtregierungsorganisationen. Er ist seit 1988 Journalist und lebte zeitweise in Brasilien. 2001 erschien sein 2. Buch "Mythos Wildnis", in dem er sich mit der globalisierten Wildnis- und Nationalpark-Ideologie aus dem Westen auseinandersetzt, im Schmetterling-Verlag. Sein 2000 gleichfalls im Schmetterling-Verlag veröffentlichtes Buch "Ausgebucht" kritisiert die globale Tourismusindustrie.
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Alle Texte von Norbert Suchanek sind urheberrechtlich geschützt. Mit freundlicher Gehnehmigung
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Wenn die Moral keine Rolle mehr spielt von Norbert Suchanek
Mit über 2000 Ausstellern aus 65 Ländern schlug die BioFach 2003 in Nürnberg wieder einmal alle Bio-Rekorde. Die Weltleitmesse für Bio-Produkte verzeichnete so viele Aussteller und Länderbeteiligungen wie nie zuvor, was sich ebenso in der großen Zahl der anwesenden Journalisten widerspiegelte. Doch wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Das Wachstum der BioFach scheint zumindest teilweise mit einem Verlust an ökologischer Qualität und Moral erkauft zu sein. Denn der gegenwärtig auf über 26 Milliarden Euro geschätzte internationale Markt für Bio-Lebensmittel mit seinen jährlich zweistelligen Wachstumsraten gepaart mit niedrigen, von den großen Supermarktketten durchgesetzte Bio-Standards rief "Trittbrettfahrer" aus der Agrarindustrie auf den Plan, die der moralischen Glaubwürdigkeit der Bio-Branche kaum zugute kommen.
In Brasilien beispielsweise kämpfte der im vergangenen Jahr verstorbene, alternative Nobelpreisträger und Öko-Vorreiter, José Lutzenberger, bis zum Schluss vehement gegen die große Zitrusfrüchteindustrie Sao Paulos, die seiner Meinung nach rücksichtslos zahlreiche kleinbäuerliche Betriebe in Süd- und Südostbrasilien in den Ruin getrieben hat. Auf der BioFach 2003 durften sich nun aber gerade die "Großen" der Zitrusfürchteindustrie Sao Paulos als Öko-Betriebe präsentieren, nur weil sie einen kleinen Teil ihrer Produktion auf Bio umgestellt haben und die deutschen Supermärkte damit beliefern. Da ist zum Beispiel der brasilianische Votorantim-Konzern, der vor allem mit Agroindustrie, Chemie, Zement und mit der in Brasilien ökologisch katastrophalen Papier- und Zelluloseproduktion Geschäfte macht. Sein auf der BioFach vertretenes Tochterunternehmen Citrovita ist nicht nur einer der weltweit größten Hersteller und Vermarkter von konventionellem Orangensaftkonzentrat und Orangenprodukten. Citrovita beliefert auch die deutsche Supermarkt-Biomarke Füllhorn mit ihrem Billig-Bio-Orangensaft. Gleichfalls warb auf der Weltbiomesse in Nürnberg das Unternehmen Nova America, das 110.000 Hektar Ackerfläche und 50.000 Rinder sein eigen nennt um deutsche Bio-Kunden. Denn so ganz nebenbei produziert dieser brasilianische Agro-Industriegigant jährlich 8.000 Tonnen konventionelles, gefrorenes Orangensaftkonzentrat sowie 15 Millionen Liter pasteurisierten Orangensaft, von dem wie im Falle von Citrovita ein kleiner Prozentsatz aus ökologischem Anbau stammt.
Möglich ist dies nur aufgrund der halbherzigen Bio-Standards des deutschen Bio-Siegels und der EU-Bioverordnung, die es den Agrarproduzenten erlaubt, lediglich Teile ihres Betriebes auf Ökoproduktion umzustellen. Die konventionelle Agrarindustrie kann damit zweigleisig fahren, um auch die Kaufkraft der umweltbewussten Verbraucher abzuschöpfen, ohne wirklich Farbe bekennen zu müssen. Natürlich lässt sich nun argumentieren, die Umwelt könne doch froh sein, dass diese Konzerne wenigstens einen Teil ihrer Produktion auf Bio umgestellt haben. Tatsächlich führt das wohlkalkulierte Bio-Engagement der konventionellen Agrarindustrie dazu, dass die echten Öko-Produzenten, denen nicht nur der Profit, sondern ebenso die Ökologie wichtig ist, und die deshalb ihren gesamten Betrieb auf Bio umgestellt haben, auf der Strecke bleiben. Sie verlieren die in Pionierleistung mühsam aufgebauten Marktanteile, weil ihre 100prozentigen Öko-Produkte mit den preiswerteren Erzeugnissen der nur teilweise umgestellten Agroindustrie kaum konkurrieren können. Doch dies betrifft nicht nur die Orangensaftbranche, wie die auf der BioFach laut gewordenen Proteste von bayerischen Öko-Milchbauern und den traditionellen Bio-Anbauverbänden zeigten. Sie verlangten eine deutliche Verschärfung des von Bundesverbraucherministerin Renate Künast ins Leben gerufene deutsche Bio-Siegel. Denn die nach strengen Bio-Regeln arbeitenden deutschen Öko-Bauern seien zu stark benachteiligt, weil importierte Billig-Bio-Produkte gleichfalls das "lasche" Bio-Siegel aus dem Hause Künast tragen dürfen. Das deutsche Bio-Siegel habe sich so - wie bereits im Vorfeld von vielen Kritikern befürchtet - faktisch zu einem Importförderinstrument entwickelt, statt die heimisch, regionale Bio-Produktion zu stärken.
Die Präsentation von biologischen Soja-Produkten von brasilianischen Plantagen warf auf der Bio-Weltmesse in Nürnberg noch eine weitere Frage auf, die spätestens bei der nächsten BioFach, kommenden September in Rio de Janeiro, für regen Diskussionsstoff sorgen wird. Können Bio-Produkte umweltverträglich oder ökologisch und sozial verantwortbar sein, wenn für deren Anbau einheimische Menschen vertrieben, oder Tropenwälder und andere ökologisch wertvolle Gebiete gerodet und zerstört werden, wie im Falle der Bio-Sojabohnen aus dem brasilianischen Mato Grosso?
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Alle Texte von Norbert Suchanek sind urheberrechtlich geschützt. Mit freundlicher Gehnehmigung
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Andere Banken bauen Stellen ab – die GLS-Gemeinschaftsbank stellt ein
GLS-Bank übernimmt Ökobank für 1 Million Euro
von Norbert Suchanek
Während bekannte Kreditinstitute wie die Deutsche Bank, die Hypo-Vereinsbank oder Commerzbank zu Tausenden Arbeitsplätze streichen, geht es bei der GLS Gemeinschaftsbank genau andersherum. Die 1974 gegründete, erste ethisch-ökologische Bank Deutschlands schafft seit Jahren Arbeitsplätze und stellt Leute ein. So wuchs die Zahl der Angestellten bei der GLS Gemeinschafsbank in den vergangenen drei Jahren um 19 auf 105 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jetzt sind abermals 35 Arbeitsplätze hinzugekommen, denn die GLS-Bank hat nun - rückwirkend zum 1. Januar 2003 - die Ökobank übernommen.
„Immer mehr Menschen wollen wissen, was mit ihrem Geld wirklich geschieht. Sie wollen es nicht nur sicher, sondern auch sinnvoll anlegen.“ Dies vor allem sei der Grund für das stetige Wachstum der GLS-Bank, sagt Thorsten Jorberg, Vorstandssprecher der GLS-Bank. So verzeichnete die von Anfang an nach ethischen und ökologischen Grundsätzen arbeitende Bank im vergangenen Jahr ein Bilanzwachstum von rekordverdächtigen 23 Prozent auf rund 410 Millionen Euro Bilanzsumme. Bereits 2001 war die Bilanzsumme um 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Dabei finanziert die GLS-Bank in erster Linie kulturelle, soziale und ökologische Initiativen, was offensichtlich auch einen hohen Beschäftigungseffekt hat. Wie eine aktuelle Studie der Bank zeigt, würden durch die rund 2000 von der GLS-Bank finanzierten Projekte insgesamt etwa 34.000 Arbeitsplätze in den Bereichen Regenerative Energie, Öko-Landwirtschaft, Naturkosthandel, Heilpädagogik, Wohnprojekte und Bildung gesichert. Und allein in den vergangenen zwei Jahren seien etwa 4.700 neue Arbeitsplätze durch die von der GLS-Bank geförderten Projekte und Initiativen entstanden.
Dieser Trend werde mit der eine Million Mark teuren Übernahme der sanierten Frankfurter Ökobank von der Bankaktiengesellschaft Hamm (BAG Hamm) noch ansteigen, ist sich der GLS-Vorstand sicher. Schließlich rechnet die Bank auch in den kommenden Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten. Dass die „faulen“ Kredite, die 1999 zum Konkurs der Ökobank geführt hatten, nun auch der GLS-Bank Schwierigkeiten machen könnten, ist nach Auskunft des Vorstandssprechers ausgeschlossen. Schließlich sei es gerade die Frage der faulen Kredite gewesen, welche die GLS-Bank zunächst davon abgehalten hatte, die Ökobank schon früher zu übernehmen. Nun aber habe die BAG Hamm die Sanierungskosten und Risiken der Ökobank auf sich genommen. Die GLS-Bank übernehme bei den Kundenkrediten nur die einwandfreien Kredite. Und falls in den nächsten zwei Jahren noch Probleme mit den „alten“ Krediten der Ökobank auftauchten, trage die BAG Hamm das Risiko, so Jorberg.
Dank der Übernahme der Bankgeschäfte der Ökobank, bietet die GLS-Bank neben den bisherigen Bankprodukten wie Sparbriefen oder Windkraftfonds den Kunden nun alle banküblichen Angebote vom Girokonto über grüne Investmentfonds bis hin zu Krediten und ökologischer Baufinanzierung offerieren. Spekulative Geldgeschäfte lehne die ethisch-ökologische Bank aber auch weiterhin ab, garantiert Thomas Jorberg. „Dies bleibt ein inhaltlich begründetes, aber auch ein wirtschaftliches Erfolgsrezept der GLS-Bank.“
Mit den Bankgeschäften wurden übrigens auch die Filialen der Ökobank übernommen, womit die GLS Gemeinschaftsbank nun in fünf Städten, Bochum, Frankfurt, Freiburg, Hamburg und Stuttgart vertreten ist. Mittelfristig könne man sich zwar die Einrichtung einer weiteren Filiale in Berlin vorstellen. Die Münchner allerdings, so GLS-Pressesprecher Christof Lützel, müssten noch mindestens zwei Jahre warten, ehe die GLS-Bank auch dort physisch mit einer Filiale vertreten ist.
Vom Ende der Ökobank
„Ökobank: Bankgeschäft für 50 Mark verkauft.“ So titelte Juli 2001 die Financial Times Deutschland. Die von der Pleite bedrohte Ökobank habe die Abspaltung ihres Bankgeschäfts beschlossen, was das faktische „Aus“ der 1988 gegründeten Ökobank bedeutet. Für mehr oder weniger symbolische 50 Mark übernahm damals die Bankaktiengesellschaft Hamm (BAG) die Geschäfte der besonders bei Umweltschützern beliebten Bank. Vor allem Fehler im Management hatten die Ökobank ab 1999 immer tiefer in Schwierigkeiten gebracht. Der im Herbst 2000 als Sanierer in den Vorstand der in Frankfurt ansässigen Bank gewechselte Wolfram Herath gab als Grund für den „Bankrott“ an, dass sie zu schnell eine „Milliardenbank“ werden wollte. Doch die dazu notwendigen Organisationsstrukturen und Erfahrung hätten gefehlt, um das seit 1996 schnell gewachsene Geschäft richtig managen zu können. Die Ökobank mit einer Bilanzsumme von 187,6 Millionen Euro im Jahr 2000 sei nicht an ihrer ethisch-ökologischen Philosophie, sondern an der unprofessionellen Umsetzung gescheitert. Aus Bankenkreisen hieß es aber auch damals, dass die langwierige Hängepartie um die Verabschiedung des neuen Stromeinspeisungsgesetzes durch die Rot-Grüne Regierung nicht unschuldig am „Untergang“ der Ökobank war. Denn die „geplatzten“ Kredite wären vornehmlich in Windkraftanlagen geflossen, die dann aufgrund der Unsicherheiten mit dem Stromeinspeisegesetz in existenzielle Schwierigkeiten gerieten.
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Alle Texte von Norbert Suchanek sind urheberrechtlich geschützt. Mit freundlicher Gehnehmigung
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