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Millionen von Mast-Kaninchen müssen unvorstellbar leiden, Globalisierung a la Coca Cola, Regionale Produkte stärken stärkt Regionen, Gen-Baumwolle auf dem Vormarsch, Fleisch für Mensch und Umwelt
Kreisausschuss lehnt Antrag auf Gentechnikfreien Landkreis ab, Kennzeichnung von Fleisch aus gentechnischer Fütterung muss her   Millionen hungern und wir heizen mit Weizen?  

 

 

Millionen hungern und wir heizen mit Weizen?
Heimisches Holz wächst nach und wärmt
 

Heizen mit Weizen?

Es gibt Umweltpolitiker und Unternehmen, die dies tatsächlich unterstützen oder bereits Geschäfte damit machen. Eigentlich sollte das Getreide ja der Ernährung dienen. Andererseits stellt sich dich Frage: Kann man den mit Kunstdünger und Pestiziden hochgezüchteten Überschuß-Weizen wirklich guten Gewissens selbst essen oder mit reichlich EU-Subventionen in die „Dritte Welt“ exportieren? Gesunder Bio-Weizen jedenfalls wäre viel zu teuer und viel zu Schade zum verheizen.
Wäre es da nicht sinnvoller, generell auf Bio-Getreide umzustellen, unsinnige Agrar-Überschüsse damit zu vermeiden und statt Lebensmittel lieber den nachwachsenden Rohstoff Holz zu verheizen?

Tatsächlich gibt es große Mengen an heimischem, so genanntem Schwachholz und Resten aus  der Holzverarbeitung, die tatsächlich ökologisch sinnvoll und ethisch vollkommen unbedenklich verheizt werden können. Hinzukommt, dass Holz im direkten Vergleich mit Heizöl auch preisgünstiger ist, wie die österreichische Verbraucherzeitschrift "Konsument" festhielt. "Holz in allen Formen - auch als Pellets und Briketts - ist nicht nur der durchschnittlich billigste Brennstoff, sondern auch am besten für die Umwelt." Vor allem im Nachbarland Österreich sind deshalb schon viele wieder von Öl oder Gas auf Holz umgestiegen. Die modernen Holzpellets-Heizungen, die im Prinzip genauso bequem wie Öl-Brenner funktionieren und staatliche Fördermittel machen es möglich. Zahlen des Hersteller- und Händlerverbandes „Pelletsverband Austria“ zufolge heizen bereits rund 15 000 Österreicher mit Pellets.  In Deutschland seien es auch schon genauso viele, schätzt der Deutschen Energie-Pellet Verband. Tendenz steigend, dank Fördermittel von Bund und Ländern.

Pellets sollten grundsätzlich zu 100 Prozent aus naturbelassenem Holz bestehen. In der Regel dienen die Reste der heimischen, holzverarbeitenden Industrie, Hobel- und Sägespäne, als Pelletsrohstoff. Ohne Zugabe von chemischen oder anderen Bindemitteln werden diese Holzreste unter hohem Druck verdichtet und pelletiert, dass heißt in kleine zylindrische Röllchen gepresst. Um „Schwarze Schafe“ auszuschließen, die unerlaubtermaßen Bauholzreste oder lackierte Althölzer zu Pellets verpressen, vergeben der Pelletsverband Austria (PVA) und sein deutscher „Ableger“, der Pelletsverband Deutschland (PVD) ein Qualitätsiegel an Hersteller und Vermarkter. Pellets mit dem PVA- beziehungsweise PVD-Siegel soll garantiert nur aus naturbelassenen Holzresten hergestellt sein. Auch chemische Verunreinigungen, Leim und Lackreste, Alt- und Bauholz sind verboten. Aber natürlich können ebenso Pellets ohne diese Hersteller-Siegel 100 Prozent naturbelassen sein, denn nicht alle Pellethersteller sind in diesen beiden Verbänden vertreten.

Kamen anfangs die Pellets vor allem aus Österreich und Schweden, gibt es nun in Deutschland bereits  wenigstens 20 Pellets-Produzenten, und der Wettbewerb um den europäischen Pellets-Kunden wird immer härter. So steht der bereits erwähnte Deutsche Energie-Pellet Verband in direkter Konkurrenz mit dem Pelletsverband Deutschland.  Künftig muss man zudem mit starken Pellet-Importen aus den neuen EU-Ländern rechnen. Vielleicht sollten sich die Umwelt- und Verbraucherminister überlegen, rechtzeitig ein einheitliches, staatliches Siegel für garantiert naturbelassene Holzpellets – ähnlich wie das Bio-Siegel - zu schaffen. Wenn schon bei Lebensmitteln getrickst wird, sollte kriminelle Energie bei einem nicht essbaren Rohstoff erst recht nicht ausgeschlossen werden. Zumal europaweit die Müllentsorgungsprobleme und die Versuchung, selbst aus verseuchten Althölzern noch Gewinne zu erzielen, nicht weniger werden.

Dass mit dem steigenden Markt für Pellets- und andere Holzheizungen, der heimische Rohstoff für die Pellets zur Neige gehen oder Urwälder wie in Sibirien abgeholzt werden könnten, ist aber eher unwahrscheinlich. Allein in Österreich fallen jährlich bis zu 1,2 Millionen Tonnen Hobel- und Sägespäne als Abfall an. Damit ließen sich schätzungsweise rund 300.000 Pelletheizungen betreiben. Außerdem nutzen wir in Deutschland wie in Österreich bislang auch nur einen Teil des bei uns tatsächlich nachwachsenden Holzes.

Holz als nachwachsender Rohstoff zum Heizen ist übrigens keine neue Erfindung. Das war schon seit alters her bekannt. So hatten unsere Vorfahren zwischen den Feldern Tausende von Kilometern Gehölze und Hecken gepflanzt, auch um im Winter ausreichend Brennholz zu haben. Nebenbei waren diese Hecken Lebensraum und Schutz für zahlreiche Tierarten von Marienkäfern und Singvögeln bis Feldhasen und Rehen. Der modernen industrialisierten, auf Erdöl-Verbrauch ausgerichteten Landwirtschaft waren diese auch ästhetisch reizvollen Hecken allerdings ein Dorn im Auge. Sie wurden auf Teufel komm raus ausgerissen, planiert, nieder gemacht. Heute wissen nicht nur Naturschützer, dass dies eine der größten Umweltschanden Deutschlands und eine der schwachsinnigsten Maßnahmen nach dem zweiten Weltkrieg gewesen ist.

Pelletsverband Deutschland
D-90559 Burgthann, Am Mühlberg 20, Tel./Fax 09183/901808
www.pelletsverband.de

Pelletsverband Austria
A-4616 Weißkirchen, Schönbergstr. 21b, Tel. 0043 / 7243 / 60006-0, Fax -27
www.pelletsverband.at/

Deutscher Energie-Pellet-Verband e.V. (DEPV)
Tullastraße 18, D-68161 Mannheim
Tel.: (06 21) 72875 23
Fax: (06 21) 72875 26
www.depv.de/kontakt_index.html

 

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Kennzeichnung von Fleisch aus gentechnischer Fütterung muss her
 

„Gentechnik will ich nicht essen. Aber was die Kuh frisst ist mir egal.“ So ungefähr denken leider Tausende von konventionellen Bauern in Deutschland. Ob Rind, Huhn, Schwein, Pute, Kaninchen oder Zuchtfisch: Aufgrund einer fehlenden Kennzeichnungspflicht von tierischen Produkten, die mittels genetisch verändertem Futtermittel erzeugt wurden, finden die Produkte der Gen-Bauern aus den USA, Kanada, Argentinien und auch die noch wenigen brasilianischen Gen-Bauern bei uns reißenden Absatz. Konventionelles Futtermittel ohne Gen-Soja oder Gen-Mais ist kaum noch zu haben und wenn, dann ist es erheblich teurer geworden.

An die negativen Folgen des Gen-Soja- und Gen-Mais-Anbaus vor allem im artenreichen Lateinamerika denken deutsche Futtermittelhersteller und Tiermäster nicht. Was ja auch abzusehen war. Denn es war ihnen ja bereits in den vergangenen Jahren egal, wenn für den Soja-Export Tausende von Kleinbauern ihr Land an Großgrundbesitzer verloren, Savannen umgegraben und Regenwald für Soja-Bohnen abgeholzt, ganze Flüsse mit Pestiziden verseucht wurden. Dieser Prozess nimmt nun dank Monsanto-Soja und dank des „Freibriefes“ durch unsere führenden Politiker zu.

Wenn die Ausbreitung von genetisch veränderten Pflanzen gestoppt oder wenigstens verzögert werden soll, dann muss die EU, muss die deutsche Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast die Deklarationspflicht von Gen-Food nachbessern. Wir brauchen dringend die Kennzeichnungspflicht von Fleisch, Eiern, Milch, Käse und allen anderen Produkten von Tieren, die mit Gen-Food gefüttert wurden. Dann nämlich würden Gen-Farmer und Monsanto auf ihren ungewollten Frankenstein-Ackerfrüchten sitzen bleiben. Und es bliebe ihnen nur noch die Chance einer großen Hungersnot in Afrika oder Nordkorea, um ihre Gen-Ernte, getarnt als mildtätige Nahrungsmittelhilfe von USAID oder vom World Food Programm (WFP), loszuwerden.

Bei einer weiteren Gen-Front ist besonders unser oberster Klimaschützer, Bundesumweltminister Jürgen Trittin gefordert: Genetisch Manipulierte Baumarten. Vor rund fünf Monaten, während der sogenannten COP-9-UN-Konferenz zur Klimaschutzkonvention (UNFCCC) gaben die offiziellen Teilnehmer nämlich der Forstindustrie Grünes Licht für Gen-Baumplantagen, um mit deren Hilfe Kohlendioxid zu speichern. Diese Entscheidung müsse dringend zurückgenommen werden, fordern Hunderte von Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt. Mit Gen-Bäumen das Klima retten zu wollen, würde lediglich dazu führen, dass noch mehr Menschen in den südlichen Ländern Boden und Existenz an Forst- und Energiekonzerne verlieren. /Norbert Suchanek
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„letzte“ Meldung von Norbert Suchanek zu Agro-Gentechnik in Bayern
Kreisausschuss lehnt Antrag auf Gentechnikfreien Landkreis ab
Altötting will wiedermal Schlusslicht sein?
 

Wie Pilze schießen sie aus dem Boden, die Gentechnikfreien Zonen in Europa: Zum Beispiel Oberösterreich und viele anderen Regionen und Gemeinden in Frankreich und Deutschland haben sich bereits gegen den Einsatz gen-manipulierter Organismen in der Landwirtschaft ausgesprochen. Doch halt. Im „fernen“ Südostbayern gibt es noch einen Landkreis, der wehrt sich standhaft dagegen, Gentechnikfreie Zone zu sein: Altötting. In dem weltweit bekannten Wallfahrtsort, der jährlich Tausende von Katholiken anzieht, lehnte der Kreisausschuss, angeführt von CSU-Landrat Erwin Schneider jüngst den Antrag der Grünen ab, den Landkreis zum „Gentechnik-Anbau freien Gebiet“ zu erklären. Landrat Schneider scheint es lieber zu sehen, wenn Altötting an der Spitze der Gentechnik-Befürworter stehe. Denn der Landkreis lebe vom „Wissenschaftlich-technischen Fortschritt“. Schneider weiß offensichtlich nicht, dass es Fortschritt und Hightech auch außerhalb der Gen-Labors gibt. Zumal Gen-Forschung und Gen-Anbau eher dem globalen Abbau von Arbeitsplätzen dienen, als deren Schaffung. Schließlich scheinen ihm und seinen Altöttinger Gen-Lobbyisten mit dem „C“ im Parteinamen nicht klar zu sein, dass die Katholische Kirche die genetische Manipulation der Schöpfung ablehnt. Gerade die kirchlichen Hilfsorganisationen wie „Brot-für-die-Welt“ haben längst klar gemacht, dass Gen-Anbau lediglich wenigen Konzernen hilft, aber garantiert nicht der „Dritten Welt“. Dem Wallfahrtsort und Landkreis Altötting würde es demzufolge eigentlich ganz gut zu Gesichte stehen, wenn er sich dem weltweiten und ebenso kirchlichen Widerstand gegen die Gentechnik anschließt. Umgekehrt allerdings, wie von Schneider und dem Kreisausschuss gefordert, wäre eine Pro-Gentech-Haltung wie ein Schlag ins Gesicht zahlreicher Christen. Altötting würde am Ende im wahrsten Sinne des Wortes am Ende und das Schlußlicht sein. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Aber noch ist nicht aller Tage Abend, auch nicht in Altötting. Denn der Kreistagsbeschluss ist „nur“ eine Empfehlung an den Kreistag. Kommenden Juli wird dort über den Antrag der Grünen zur Schaffung der Gentechnikfreien Zone abgestimmt.
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Werbung für gesundes Bio-Fleisch ist sinnvoller als Werbung für
"blinden" Fleischkonsum


Fleisch für Mensch und Umwelt
von Norbert Suchanek
 

"Fleisch ist ein Stück Lebenskraft!" Mit diesem Slogan der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) wurden im Auftrag der Bundesregierung die westdeutschen Bürger ab 1967 zum täglichen Konsumenten von Fleisch und Wurst aus der Massentierhaltung erzogen. Als Folge davon ging es den meisten Bauern zwar nicht besser, aber dafür stiegen die neuen "Zivilisationskrankheiten" und Gesundheitskosten kräftig an, die Futtermitteltransporte aus Übersee erhöhten sich und die Zahl der in engen Ställen und Käfigen gequälten
Rinder, Schweine, Hühner, Puten, Kaninchen nahm zu - BSE entstand. Ob Mensch oder Tier: Die Verlierer dieser unsinnigen Kampagne für "blinden" Fleischkonsum lassen sich nur in Millionen zählen. Die tatsächlichen Profiteure dieser von den Konsumenten mitfinanzierten CMA-Werbestrategie hingegen muss man mit der Lupe suchen. Am ehesten findet man sie in höheren Managerkreisen der Werbe- und Nahrungsmittelindustrie sowie in den Vorstandsetagen des Agrobusiness.

Zu viel Zynismus? Oder Sozialneid, wie man heutzutage Kritikern der modernen Umverteilung von unten nach oben unterstellt? Nein! Es ist einfach eine nüchterne Bilanz, die leider auch heute noch stimmt. Denn weder CMA noch ihr Geldgeber, der Absatzförderungsfonds der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft, eine Anstalt des öffentlichen Rechts, haben daraus gelernt. Das Geld des Absatzfonds erhebt übrigens die Bundesanstalt für Ernährung (BLE) in sogenannten Flaschenhalsbetrieben,
wie zum Beispiel Schlachthöfen, Molkereien, Eierpackstellen, Zuckerfabriken, Ölmühlen oder Brauereien.  Die Beiträge zum Absatzfonds belaufen sich im Durchschnitt auf 0,4 Prozent des Warenwertes, wobei die Flaschenhalsbetriebe diese "Werbe-Steuer" ihrerseits an die Lieferanten weitergeben. Doch zurück zur CMA, die jährlich rund 100 Millionen Euro in Werbekampagnen "verbraten" oder verschleudern darf.

Auch 2004 werbe sie massiv für den undifferenzierten Verzehr von Fleisch, kritisiert die in Berlin ansässige Organisation Foodwatch des Ex-Greenpeacemanagers Thilo Bode. CMA verschweige die unterschiedliche Qualität der Produkte. So werde Massenware geadelt und der Verbraucher für dumm verkauft, so Foodwatch. Auch das neue Siegel "QS", was für "Qualität und Sicherheit" stehen soll, trage nur zur Verbrauchertäuschung bei. Schließlich ist es dem QS-Label egal, ob die Nutztiere auf tierquälerischen Spaltenböden stehen oder mit genetisch manipuliertem Futter aus den USA, Argentinien oder Brasilien gemästet werden.

Für Mensch, Tier und Umwelt allemal besser wäre es, wenn die CMA für weniger, aber dafür besserem Fleisch und Würsten von biologisch und extensiv gehaltenen, regionalen Nutztierrassen werben würde. Denn sie sind es, die es durch Nutzung zu erhalten gilt. Die Rede ist vom Harzer Rotvieh, dem Kehlheimer Rind, dem Triesdorfer Rind, dem Altfränkischen Rind, dem Chamauer und Miesbacher Rind, dem Pinzgauer, Murnau-Werdenfelser und dem Allgäuer Rind, dem Roten Höhenvieh, dem Limpurger Rind, dem  Glanrind, dem Gelben Frankenvieh, dem Schwarzbunten Niederungsrind, dem Hinterwälder Rind und weiteren über 250 alten, aber leider vom Aussterben bedrohten Rinderrassen in Europa. Auch bei Schweinen, Schafen und Hühnern gibt es noch alte Rassen, die es zu fördern gilt. Sie alle geben nicht nur gesunde und schmackhafte
Produkte, sie erhalten auch unsere artenreiche, vielfältige Landschaft. Darüber hinaus spart regional, ohne Futtermittel aus Übersee erzeugtes und regional vermarktetes Fleisch wertvolle Energie und Verkehr auf unseren, von LKWs überlasteten Straßen ein. Schließlich wäre dann auch das weiterhin grassierende Problem BSE - ja es gibt immer noch den Rinderwahn in deutschen Landen, selbst wenn keine fetten Bild-Schlagzeilen mehr darauf hinweisen! - am schnellsten vom Tisch.

Wie heißt doch der schöne Spruch von Siegfried Lenz: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." Fragen Sie vor dem nächsten Grillfest also nach Produkten von bedrohten Nutztierrasen beim Metzger ihres Vertrauens. Und falls Sie auswärts essen gehen sollten, fragen Sie in Gaststätten und Restaurants nach Fleisch, das garantiert nicht mit
Gen-Food gemästet wurde. Wenn Sie, die Konsumenten es nicht tun, wird es
niemand tun.

Da der überwiegende Anteil an gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) für die Tiermast erzeugt wird, lässt sich so auch die Verbreitung von GVO und "Gen-Food" am ehesten verhindern. Dies hilft uns, da nach Meinung vieler kritischer Wissenschaftler das ökologische wie gesundheitliche Risiko von GVO gar nicht groß genug eingeschätzt werden kann. Und es hilft den zahlreichen Bauern und ihrer Umwelt in den Ländern des Südens. Denn sie sind es, die unter dem Druck und der Abhängigkeit von Agrobusiness und Gen-Konzernen am stärksten zu leiden haben. Vereinfacht ausgedrückt: Je mehr Soja und Gen-Soja aus Südamerika zu uns kommt, desto mehr Kleinbauern verlieren ihr Land, desto mehr Regenwald wird abgeholzt.
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Kleidung sollte nicht nur ökologisch, sondern auch fair sein - Stoppt Gen-Baumwolle!
Gen-Baumwolle auf dem Vormarsch
 

Gentechnik auf dem Teller bringt bei uns viele Menschen zum Nachdenken. Bei der Kleidung sieht es schon anders aus. Bisher kümmern sich noch zu wenige Menschen darum, woher die Baumwolle kommt und wie sie angebaut wird. Dabei tragen die Konsumenten eine Mitverantwortung dafür, dass zum Beispiel genetisch manipulierte Baumwolle auf dem Vormarsch ist. Vor allem in den USA haben die verschiedenen Gen-Baumwollsorten schon die konventionellen Sorten großflächig verdrängt. Dort wird die gentechnisch veränderte Baumwolle inzwischen auf 71 Prozent der Anbaufläche verwendet. Weltweit hat Gen-Baumwolle einen Anteil von rund 21 Prozent erreicht. Da es auch in Deutschland keine Deklarationspflicht für Bekleidung gibt, ist davon auszugehen, dass heute schon viele Bundesbürger unwissentlich in gen-manipulierten Kleidungsstücken herumlaufen. Doch gleichzeitig gibt es einen kleinen, aber feinen
Gegentrend: Der biologische Anbau von Baumwolle und ihre faire Vermarktung zum Wohle von Umwelt und der Menschen in den Anbauländern.



"Der konventionelle Anbau von Baumwolle geht mit massiven Problemen für Umwelt und Gesundheit einher. So werden weltweit auf keiner anderen Pflanze mehr gefährliche Insektizide eingesetzt als auf Baumwolle", schreibt das Pestizid Aktions-Netzwerk
(PAN Germany), das sich deshalb schon seit langem für die nachhaltige Alternative, den der kontrolliert biologischen Anbau (kbA) von Baumwolle engagiert. Vergangenen Februar hatte die Umweltschutzorganisation in Hamburg zu einer Europäischen Konferenz zur Entwicklung des Bio-Baumwollmarktes geladen, an der über 100 Fachleute teilnahmen. Highlight war die Modenschau mit der aktuellen Frühjahrs- und
Sommerkollektionen von ausgezeichneten Designern und Unternehmen aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz. "Die modischen Outfits und die große Beteiligung der Unternehmen zeigen deutlich, dass Textilien aus Bio-Baumwolle den Sprung aus der Nische schaffen können", erklärte dazu Alexandra Baier, die Projektkoordinatorin bei PAN Germany.



Bereits jetzt wächst Bio-Baumwolle in etwa 17 Ländern, vor allem in der Türkei, den USA, Indien und Peru. In Afrika ist die ökologische Baumwolle ebenso langsam aber sicher auf dem Vormarsch, auch mit Unterstützung der deutschen Entwicklungshilfe und der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ).  Europäischer Marktführer im Verkauf von Textilien aus biologisch angebauter Baumwolle ist die Schweizer Supermarktkette Coop. In Kooperation mit der Schweizer Garn-Firma Remei AG hatte Coop schon Mitte der 90er Jahre Öko-Baumwoll-Textilien ins Sortiment aufgenommen. In Deutschland setzten der Otto-Konzern und Hess Natur die meisten Produkte aus Bio-Baumwolle um. Freilich machen Firmen wie "Otto" das meiste Geschäft weiterhin mit eher unökologischen Produkten. Anders sieht es bei vielen kleineren und ökologisch konsequenteren Unternehmen aus, die sich auf Herstellung oder Vermarktung von Bio-Kleidung spezialisiert haben. Generell passen soziales Engagement und ökologische Wirtschaftsweise gut zusammen. Im Grunde bedingen sie sich sogar wie im Falle der Baumwolle. Schließlich stammt rund 60 Prozent der Baumwolle aus den sogenannten Entwicklungsländern. Deshalb ist das beste Bio-Baumwoll-T-Shirt wohl das, welches auch unter fairen Bedingungen hergestellt und fair
gehandelt ist.



Für Mariam Sow von der Umweltorganisation "ENDA Pro Nats" im Senegal sei die biologische Landwirtschaft für Afrika kein Luxus, sondern eine unverzichtbare Notwendigkeit. Viele Kleinbauern in Afrika seien zur Umstellung auf Biobaumwolle bereit, benötigten aber Beratung, finanzielle Unterstützung für die offizielle Anerkennung
(Zertifizierung) der Bio-Baumwolle und Hilfe bei der Vermarktung. Eine solche Hilfe leistet beispielsweise die LamuLamu-Gruppe, die eine Initiative der Katholischen Landjugendbewegung Deutschland (KLJB) ist. Sie initiierte die Textilkampagne "Öko-fair tragen" und vermarktet T-Shirts aus Bio-Baumwolle, die von einer Kleinbauerngenossenschaft in Tansania erzeugt wird. Die Verarbeitung erfolgt unter fairen Bedingungen und unter weitestgehendem Verzicht auf chemische Zusatzstoffe. "Keine Kompromisse, um ein paar Cent zu sparen", heißt das Motto der LamuLamu-Gruppe. "Wir wollen nicht preiswert, sondern unseren Preis Wert sein. Alle Stoffe werden aus handgepflückter Bio-Baumwolle (EU-Richtlinie) hergestellt."


Weitere Infos:

Zur Förderung der  biologischen Baumwollanbaus hat PAN Germany eine
besondere Website aufgebaut: http://Bio-Baumwoll-Wegweiser.pan-germany.org
Dieser Bio-Baumwoll-Wegweiser kann auch in gedruckter Form bei PAN Germany
bestellt werden.

Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. ,(PAN Germany)
Nernstweg 32
D - 22765 Hamburg
Tel: +49 (0)40 399 19 10-0
Fax: +49 (0)40 390 75 20
E-Mail Adresse: info@pan-germany.org
Internet Adresse: www.pan-germany.org

Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB
Drachenfelsstraße 23
53604 Bad Honnef-Rhöndorf
Tel.: (02224) 94 65 - 0
Fax: (02224) 94 65 - 44
Email: info@lamulamu.de
Internet Adresse: www.lamulamu.de

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Global denken - lokal Handeln
Regionale Produkte stärken stärkt Regionen
Von Norbert Suchanek
 

 

Unsere Supermärkte, Kantinen und Gasthäuser sind überschwemmt mit Massenprodukten aus der ganzen Welt. Äpfel aus Argentinien, Kartoffeln aus Ägypten, Hühnerfleisch aus Südostasien. Jobs schafft dies nicht bei uns und in der Regel auch nicht in den Herkunftsländern. Denn es sind meist hochindustriealisierte Massenprodukte von Lebensmittelkonzernen und landwirtschaftlichen Großbetrieben, die eher Arbeitsplätze vernichten.  Schließlich müssen ebenso Kleinbauern und regionale Hersteller in Afrika, Asien oder Amerika mit diesen Billig-Weltmarktprodukten konkurrieren und haben oft das Nachsehen. Diesem erheblichen Schiffs-, Flugzeug- und LKW-Verkehr erzeugenden Weltmarkt-Wahnsinn setzen deshalb mehr und mehr Menschen weltweit und auch bei uns etwas entgegen: Produkte aus der Region.



Das Motto „Global denken lokal handeln“ wird inzwischen allein in Deutschland von 450 Initiativen zur Förderung der Region und insbesondere regionaler Produkte in die Tat umgesetzt. Gerade Lebensmittel aus der Region erhalten und schaffen regionale Arbeitsplätze, verringern die Verkehrsbelastung, helfen eine Vielfältige Landschaft zu erhalten und schmecken oft auch besser. Den Wert dieser Regionalinitiativen hat auch der Präsident des bayerischen Landtages, Alois Glück erkannt: "Die Regionalbewegungen erfüllen einen wichtigen Zweck. Sie stehen für den Erhalt regionaler Strukturen, wirtschaftliche Stabilität und den Schutz der Kulturlandschaft. Sie schaffen eine Verwurzelung der Menschen und damit eine Identität."



Ein echter Pionier ist die Solidargemeinschaft BRUCKER LAND. Sie wurde bereits vor genau 10 Jahren im Landkreis Fürstenfeldbruck als Allianz aus Landwirtschaft, Handwerk/Handel, Verbraucher, Kirche sowie Natur-/Umweltschutz gegründet. Erklärtes Ziel: Die Erhaltung der Lebensgrundlagen in Verbindung mit der regionalen Lebensmittelerzeugung zum Wohle von Mensch und Natur. Inzwischen gibt es neben BRUCKER LAND weitere sieben Solidargemeinschaften von neun Landkreisen rund um München: Dachauer Land, Landsberger Land, Starnberger Land, Weilheim-Schongauer Land, Werdenfelser Land, Miesbacher Land und Tölzer Land.  Seit 2000 sind sie alle im Dachverein „UNSER LAND“ zusammengefasst. Auch im bayerischen Südosten haben sich weitere Regionalinitiativen gegründet. Seit 1998 besteht beispielsweise die Solidargemeinschaft Unser Inn-Land.



Mangelhafte und überflüssige Studie aus Giessen



Fast genau vor einem Jahr allerdings bekam das regionale Konzept unverdientermaßen Gegenwind. Regionale Lebensmittel seien oft energieintensiver als "globale" vermeldete Juli 2003 Elmar Schlich, Professor am Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement der Justus-Liebig-Universität, als neues Forschungsergebnis in einem Online Journal (Schlich, E.; Fleissner, U.: Comparison of Regional Energy Turnover with Global Food. Gate to EHS (Online Journal) 7, 2003). Fernreisende Produkte wie Orangensaft aus Brasilien, Lammfleisch aus Neuseeland seien in ihrer Energiebilanz besser als Apfelsaft aus der Region oder als Lammfleisch vom Schäfer um die Ecke. Doch wer die Studie genau liest stellt fest: Das, was der ehrwürdige Professor in Wirklichkeit herausgefunden hat, ist nichts anderes als ein alter Hut und nicht mehr Wert als eine Milchmädchenrechnung. Natürlich verbraucht ein Großindustriebetrieb bezogen auf das jeweilige Produkt weniger Energie als ein Klein- oder Kleinstbetrieb. Logisch ist deshalb auch, dass ich zu Hause für das Brutzeln meines regional erzeugten Schnitzels mehr spezifische Energie verbrauche, als ein globaler Schnitzelkonzern, der täglich Millionen von Schnitzel brät. Woher das Schnitzel kommt, mit welchen sozialen und ökologischen Folgen, ob Kleinbauern ihr Land, Handwerker ihren Job durch die Produktionskette dieses Massenschnitzels verloren haben, spielt bei dieser Milchmädchenbetrachtungsweise freilich keine Rolle. Dass es für diese Uralt-Erkenntnis, dass regionale Klein- und Kleinstbetriebe energetisch nicht mit größeren Betrieben konkurrieren können, allerdings ein „Forschungsprojekt“ der Universität Gießen, finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gebraucht hat, das war für mich im vergangenen Jahr die eigentliche Neuigkeit.



Zum Glück ist diese Studie längst von anderen Wissenschaftlern widerlegt.
So kritisieren die Forscher Martin Demmeler und Alois Heißenhuber vom Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Landbaues an der Technischen Universität München, dass Schlich schlichtweg nur mit Extremwerten gearbeitet hat. So gelte der vom Giessener Professor angenommene achtfach überhöhte Energieverbrauch heimischer Apfelsafthersteller im Vergleich zum Konzern-Orangensaft aus Brasilien nur für technisch veraltete Hobbymostereien, von denen es nur sehr wenige gibt. Demmeler und Heißenhuber: „Im vierjährigen BMBF-Projekt `Nachhaltigkeit durch regionale Vernetzung´, an dem der Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Landbaues der TU München beteiligt war, sind Energieaufwendungen mit achtfacher Überhöhung nicht aufgetreten. Für bestimmte regionale Vermarktungskonzepte hat sich hingegen eine deutliche ökologische Überlegenheit gezeigt.“ Sie ziehen das Fazit: „In der Untersuchung von SCHLICH (2003) wurde ausschließlich eine sehr kleine Gruppe betrachtet, die minimale Mengen verarbeitet und aus energetischer Sicht mit Abstand am ungünstigsten wirtschaftet. Die Vielfalt regionaler Lebensmittelvermarkter ist jedoch sehr groß und reicht von Kleinstinitiativen bis zu professionell agierenden, großen Lebensmitteleinzelhändlern.“

Schließlich schreiben die beiden Münchner Forscher noch dem Giessener Professor für seine zukünftigen Studien ins Stammbuch: „Die Untersuchung der ökologischen Wirkung setzt voraus, dass auch Lärm, Flächenverbrauch, Schadstoffausstoß, Arten- und Biotopvielfalt, Pflanzenschutzmittelaufwand, u. a. m. berücksichtigt werden. Während global gehandelte Lebensmittel vielfach der standardisierten landwirtschaftlichen Produktion und Verarbeitung entstammen, verfolgen viele kleine Regionalinitiativen mit ihrer Wirtschaftsweise spezielle Schutzziele: Sie tragen zum Erhalt von bestimmten Landschaftsbiotopen, Kulturpflanzenarten oder Nutztierrassen bei. Sie produzieren mehr als „nur“ Äpfel, sondern zugleich eine für Bewohner, Naherholungssuchende und Touristen attraktive Landschaft. Erst wenn in der Gesamtschau diese Einzelaspekte zusammengeführt werden, ist eine Abschätzung der Effizienzpotenziale regionaler Lebensmittelketten möglich.“

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Weitere Infos:

UNSER LAND GmbH
Bismarckstraße 2 · 82256 Fürstenfeldbruck
Telefon: 08141/17224 · Fax: 08141/17244
Email: unserland.loder@gmx.de
www.unserland.info



Unser Inn-Land e.V.
Brandstätt 7
83533 Edling
Tel  08076 - 88 69 89 Fax 08076 - 88 69 24
Email: peter.kammerl@ebe-online.de
Internet: www.Unser-Innland.de

 

Dipl.-Geogr. Martin Demmeler, Univ.Prof.Dr.Dr.hc Alois Heißenhuber
Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Landbaues, Technische Universität München;
D-85350 Freising, Alte Akademie 14; http://www.wzw.tum.de/wdl/

Email: demmeler@wzw.tum.de , heissenhuber@wzw.tum.de


Ihre Studie „Energieeffizienzvergleich von regionalen und überregionalen Lebensmitteln – das Beispiel Apfelsaft“, April 2004, in Druck; verlegt vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) der Republik Österreich ist auch im Internet nachzulesen unter: 
www.wzw.tum.de/wdl/wirueberuns/personen/demmeler/energieeffizienz_regionale_lebensmittel_16.2.pdf

 

Justus-Liebig-Universität Giessen
Professur für Haushaltstechnik
Prof. Dr.-Ing. Elmar Schlich
Stephanstrasse 24
35390 Giessen

Die Studie von Schlich, E. und Fleissner, U.“Comparison of Regional Energy Turnover with Global Food“, veröffentlich in Gate to EHS (Online Journal) 7, 2003, ist nachzulesen im Internet unter:

www.uni-giessen.de/fbr09/hht/PT_Publikationen/Schlich_InLCA_Abstract_2003.pdf
 

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Traurige Mast-Kaninchen: Ihnen geht’s nicht besser als den Hennen in der Legebatterie
 


Millionen von Mast-Kaninchen müssen unvorstellbar leiden
Von Norbert Suchanek
 

Was wäre Ostern ohne Hasen, oder besser gesagt Kaninchen? Die Verbindung der Langohren mit dem christlichen Osterfest hat mehrere Ursprünge. So war der Hase im alten Byzanz ein Symbol für Christus, was mit den auch im Schlaf offenen Augen der Langohren zu tun hat. Zum anderen soll der Hase das Lieblingstier der germanischen Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostara gewesen sein. Allerdings sind damit weniger die einzel lebenden und leider bei uns immer seltener werdenden Feldhasen gemeint, sondern die Kaninchen. Denn sie sind es, die viele Jungen auf einmal kriegen und sich schnell vermehren können, weshalb sie als Symbol der Fruchtbarkeit und der Zeugungskraft auch zum christlichen Osterfest, dem Fest der Auferstehung und des Lebens, passen.

Vor allem für Kinder gibt es zur Osterzeit die Kaninchen in süßer Schokoladenform. Die gewöhnlichen, mit eher unchristlichen Methoden wie Kinderarbeit auf westafrikanischen Kakao-Plantagen oder mit Einsatz von Gentechnik hergestellten Schoko-Hasis oder Schokokaninchen sollten allerdings nichts im Osternest zu suchen haben. Besser und dem heiligen Fest angemessener sind da schon die Osterhasen aus fair gehandelter und aus ökologischem Anbau stammender Schokolade, die es im Naturkosthandel und in den Eine-Welt-Läden gibt.

Dass Kaninchen nicht nur in Schokoladenform süß, sondern auch lebendig süße Gesellen und darüber hinaus äußerst fruchtbar sind, weiß der Autor übrigens aus eigener Erfahrung. Tummeln sich doch in seinem Garten, dank eines „Verkehrsunfalls“ mit einem frechen Rammler namens Kasperle inzwischen 17 Kaninchen, die ihm regelrecht die Haare vom Kopf fressen. Obwohl der 600 Quadratmeter große Garten natürlich nicht die freie Wildbahn ersetzen kann, geht es diesen putzigen Tierchen mit den langen Ohren vergleichsweise wie im Paradies, verglichen mit ihren Artgenossen, die zu Tausenden in engen Käfigen als Mastkaninchen leiden müssen.

Den Kaninchen geht’s wie den Legehennen

„In der kommerziellen Kaninchenhaltung leben die Tiere wie Hennen in der Legebatterie“, berichtet die Tierschutzorganisation Vier Pfoten. „Die engen Drahtgitterkäfige lassen auf Grund ihrer Größe und Beschaffenheit ein artgemäßes Verhalten der Kaninchen nicht zu. Drei bis sechs Mastkaninchen stecken in einem engen Käfig. In der letzten Phase der Mast, steht jedem Tier eine Fläche von maximal 0,08 Quadratmetern bei einer Käfighöhe von 35 Zentimetern zur Verfügung. Ein Aufrichten zur vollen Größe und das gleichzeitige Hinlegen aller Kaninchen ist unmöglich.“ Als Folge dieser „unmenschlichen“ Massentierhaltung würden viele Kaninchen trotz  ständigem Medikamenteneinsatzes krank werden und noch vor dem Schlachttermin verenden. „Bei keiner anderen Nutztierart werden so hohe Verlustraten als `normal´ hingenommen“, so Vier Pfoten. Auch wenn nicht in allen Haushalten Mastkaninchen auf dem Mittagstisch zu finden ist. Diese quälende Tiermast müssen allein in Deutschland jährlich mehrere Millionen Kaninchen aushalten. Dem Gesetzgeber ist es egal – sind ja bloß Kaninchen. Es gibt weder in Deutschland noch auf EU-Ebene gesetzliche Vorschriften zur Haltung, zum Transport und zur Schlachtung von Kaninchen. „Zur Zeit wird nicht einmal das Tierschutzgesetz angewandt, um wenigstens die offensichtlichsten und schwerwiegendsten Missstände in der Kaninchenhaltung auszuräumen“, kritisiert Vier Pfoten. Dabei werden schätzungsweise 40.000 Tonnen Kaninchenfleisch pro Jahr allein in Deutschland verzehrt. „Zwischen 24 bis 32 Millionen Mastkaninchen müssen dafür ihr Leben lassen“, so die Zahlen der Tierschutzorganisation. Rund ein Fünftel des Fleisches holen die Fleischhändler und Supermarktketten aus dem Ausland, vor allem aus Osteuropa und China. Anfang 2002 allerdings hatte die EU ein Importverbot für Kaninchenfleisch aus China verhängt, weil bei Fleischkontrollen das verbotene Antibiotikum Chloramphenicol darin entdeckt worden war.

Kaum besser als den Mastkaninchen geht es übrigens den konventionellen Masthühnchen. Etwa 420 Millionen Masthähnchen, so Thomas Pietsch von Vier Pfoten, werden in Deutschland unter unwürdigen und im Grunde gegen das Tierschutzgesetz verstoßenden Zuständen gemästet und geschlachtet. Sie liefern zwei Drittel der  rund 700.000 Tonnen Hühnerfleisch, die in Deutschland pro Jahr verzehrt werden. Das restliche Drittel kommt aus dem Ausland. Den Markt bestimmen die großen Mäster wie es sie, laut Vier Pfoten, zum Beispiel in Niedersachsen gibt mit ingesamt etwa 28 Mio. Mastplätzen.  Dabei gibt es in Deutschland – ähnlich wie bei den Kaninchen - noch immer keine einheitliche Vorschrift für die Haltung von Masthühnern. „Es existieren lediglich Eckwerte für eine freiwillige Vereinbarung zwischen Vertretern der Geflügelwirtschaft und der Bundesländer“, so Vier Pfoten. „Die Eckwerte werden zwar von den meisten Mästern eingehalten, sind aber aus Tierschutzsicht absolut unzureichend“, so Thomas Pietsch.

Nur 300 Quadratzentimeter mehr Platz je Huhn ab 2007 oder 2012

Für die rund 50 Millionen deutschen Hühnern, denen wir das täglich frische Osterei zu verdanken haben, gibt es wenigstens schon seit einigen Jahren rechtliche Bestimmungen, wenngleich auch diese noch wenig mit wirklichem Tierschutz zu tun haben. So schreibt Legehennen-Verordnung seit 2002 einen Mini-Käfig mit nur 550 Quadratzentimeter Fläche pro durchschnittliche, konventionelle Legehenne vor, in etwa der Größe eines DIN-A4-Blattes entspricht. Zwar gibt es inzwischen eine EU -Richtlinie zu einem europaweiten Verbot dieser herkömmlichen Legebatterien ab dem Jahr 2012, was in Deutschland sogar schon im Jahr 2007 der Fall sein könnte, wenn sich die Agrarminister der Bundesländer nicht wieder querlegen. Doch selbst wenn das „Verbot“ der 550-Quadratzentimeter-Käfige tatsächlich wirksam wird, wird es den meisten konventionellen Legehennen nur marginal besser gehen. Denn ab 2007 oder 2012 bekommen sie dann auch nur 300 Quadratzentimeter mehr Platz in der EU. Wenigsten sollen diese „geräumigeren“ Käfige dann auch möbliert sein mit Nestern, Sitzstangen und Sandbad. „Wenn man weiß, dass eine Henne allein 1300 Quadratzentimeter Platz braucht, um sich einmal um die eigene Achse zu drehen, dann wird schnell deutlich, dass die europäische Legehennen-Richtlinie nur eine minimale Verbesserung für die Hühner bedeutet“, kommentiert Vier Pfoten.

Also kommt es wiedermal auf den „guten, alten Verbraucher“ und sein persönliches Gewissen und Geldbeutel an, der immer herhalten muss, wenn die Politik zu feige, zu faul oder einfach unwillig ist. Der Verbraucher hat es in der Hand nicht nur zu Ostern ökologisch und tiergerecht erzeugte Eier zu kaufen. Kein Huhn müsste in engen Käfigen leiden, wenn alle auf Öko-Eier oder wenigstens auf artgerecht erzeugte Eier umsteigen würden. Dass dies gar nicht so weltfremd ist, zeigt unser Nachbarland, die Schweiz. Bereits 1992 hat das basisdemokratische Land die Hühnerkäfige verboten und abgeschafft und ist trotzdem nicht untergegangen.

Zum Schluss noch ein Tipp für Nicht-Vegetarier: Es gibt auch verantwortungsbewusst und ökologisch erzeugte Kaninchen und Hähnchen.

Rettet die Mastkaninchen

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten fordert u.a.: die Abschaffung der derzeitigen Käfighaltung für Kaninchen. Schließlich sollte für Kaninchen die ausschließliche Haltung in Gruppen, wenn möglich im Freiland mit ausreichend Platz für die Ausübung arttypischer Bewegungen und Verhaltensweisen vorgeschrieben sein. Vier Pfoten bittet die Petition der TierRechtsBewegung e.V. für ein europaweites Käfigverbot für Mastkaninchen zu unterstützen: www.tierrechtsbewegung.org

Weitere Infos:

VIER PFOTEN e.V., Altonaer Straße 57, 20357 Hamburg, www.vier-pfoten.de

TierRechtsBewegung e.V. , Postfach 2147, 26419 Schortens, www.tierrechtsbewegung.org


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Globalisierung a la Coca Cola
 

Falsche Globalisierung liegt vor, wenn der US-Konzern Coca-Cola Wasser aus dem Wasserhahn eines Vororts von London in Flaschen abfüllt und dieses Wasser dann als „Dasani Tafelwasser“ für den rund 30fachen Preis in Europa verkauft. Richtige Globalisierung ist, wenn sich die Menschen und Regierungen in Deutschland, England und in allen anderen Ländern gegen solche Konzerne gemeinsam zur Wehr setzten, diese boykottierten oder ihnen enge rechtliche Grenzen setzten.
 


Mehr zu Coca-Cola und ihre Dasani-Wassermarke ein Bericht im Spiegel: Coca-Cola verkauft Leitungswasser -
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,288843,00.html

Und in der Financial Times Deutschland: Coca-Cola will Nestlé und Danone das Wasser abgraben -
http://www.ftd.de/ub/in/1070545778083.html?nv=5wn

Sowie Coca-Cola zapft Mineralwasser aus der Leitung -
http://www.ftd.de/ub/in/1077951804964.html?nv=7dm


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