<< zurück

Alle Artikel von Norbert Suchanek sind Urherberrechtlich geschützt.

Seite.1

weiter>>

Weniger Gletscher - weniger Trinkwasser in den Bergen   Waldzustand in Europa verschlechtert sich
Sinkende Inselstaaten sind sauer auf USA   AIDS in Russland bei Jugendlichen verdoppelt
Gentech-Pflanzen helfen nicht   Mit Kadavermehl Häuser bauen   Rotes Meer soll Totes Meer retten
Schon 95 Prozent Industrienahrung   Nikotin als Ursache für plötzlichen Kindstod   Gen-Bank in Afghanistan geplündert   Gen-Landwirtschaft bedroht herkömmlichen Landbau   Riesen-Urlaubsanlage bedroht Seekühe Gendaten-Banken in Gefahr   Nigeria: Frauen gegen Öl-Industrie   Thailand: Rassismus hinter Naturschutz Costa Rica: Baumplantagen mit Geld aus Japan   Argentinien: Gen-Technik führt zu Abholzung

Umwelt- und Nord-Südnachrichten von Norbert Suchanek, Oktober/November 2002

BSE in den USA?   Globalisierte Schweinezucht verdrängt britische Bauern
Weniger Schweinezüchter mehr Arbeitslose   Billiger Zuchtlachs ins Meer vor Chile geworfen   Das Auto-Meer wird größer   Monbiot braucht kein Auto und keinen Supermarkt   Brasilianische Augenwischerei   Armer deutscher Journalismus   Buchtip: Afrikas Wälder sind bedroht   Buchtip: Biologische Vielfalt   Nie wieder "Fish and Chips" aus Kabeljau?   Kyoto ist ein Trugschluss - Waldplantagen sind keine CO2-Speicher

 

Umwelt- und Nord-Süd-Nachrichten September 2002 von Norbert Suchanek
 


Weniger Gletscher - weniger Trinkwasser in den Bergen.

Der Gletscherschwund im Hochgebirge wird in den Berggebieten zu Wassermangel führen. Dies befürchten Forscher der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. In den Alpen kann es besonders schlimm die Schweiz treffen, wo ein Fünftel der landesweiten Wasserreserven von Gletschern abhängen. In anderen Berggebieten der Erde, z.B. in Zentralasien, befürchten die Forscher eine noch drastischere Auswirkung des (durch Globale Erwärmung ausgelösten) Gletscherrückgangs auf die Wasserversorgung (Infos: www.glaziologie.de).

 

^

 

 

 


Waldzustand in Europa verschlechtert sich.

Nach einigen Jahren der Besserung hat sich der Zustand der Wälder in Europa im Jahr 2001 wieder signifikant verschlechtert. Fazit einer kürzlich von der europäischen Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen (UNECE) und der Europäischen Kommission (EC) vorgelegten Studie: 22% der Bäume wurden als geschädigt oder tot klassifiziert, der Anteil der gesunden Bäume sank gegenüber dem Vorjahr von 34,2 auf 32,6% in ganz Europa.

 

^

 

 

 


Sinkende Inselstaaten sind sauer auf USA

Die Kleinstaaten im Pazifik sind sauer auf die Regierung der USA. Denn die USA heize den Treibhauseffekt weiter an, statt etwas dagegen zu unternehmen, kritisieren 16 der unter vermehrten tropischen Stürmen und Meeresspiegelanstieg leidenden Inselstaaten.

 

^

 

 

 


AIDS in Russland bei Jugendlichen verdoppelt

Aids ist Gesundheitsgefahr Nummer eins bei osteuropäischen Teenagern - Hunderttausende sind bedroht. Dies geht aus Daten des Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) aus Russland, der Ukraine sowie anderen Staaten der Region hervor. In Russland haben sich die Neuinfektionen mit dem HI-Virus nahezu verdoppelt. Etwa 80 Prozent der Neuinfizierten sind jünger als 29, jeder fünfte ist jünger als 20 Jahre. "AIDS verbreitet sich in Russland und in der Ukraine schneller als irgendwo sonst auf der Welt und trifft vor allem junge Menschen", so UNICEF. "Diese Region läuft Gefahr, die Fehler und Versäumnisse zu wiederholen, die AIDS in Afrika zur todbringenden Seuche für Millionen gemacht haben."

 

^

 

 

 


Gentech-Pflanzen helfen nicht.

"Gentech-Pflanzen werden den Hunger auf unserem Planeten nicht stillen." Diese Meinung vertritt Werner Müller, Ökologe vom Büro für ökologische Risikoforschung und Consulting. "Hunger", so Müller, "ist ein Konflikt zwischen arm und reich und nicht die Frage einer neuen Technologie"

 

^

 

 

 


Mit Kadavermehl Häuser bauen

Britische Behörden planen, Tiermehl-Asche als Baustoff zu verwenden. Asche, die bei der Verbrennung von Fleisch- und Knochenresten übrig bleibt, soll genügend Kalziumphosphat enthalten, um Kiesel und Steine bei der Zementherstellung zu ersetzen. Dies würde ein "BSE-Folgeproblem" der EU lösen helfen: Denn bis 1996 wurde das von der europäischen Fleischindustrie produzierte Knochenmehl an Tiere verfüttert. Doch nun ist dies verboten und das Tiermehl muss irgendwie anders beseitigt werden.

 

^

 

 

 


Rotes Meer soll Totes Meer retten

Im Rahmen des Umweltgipfels in Johannesburg haben Israel und Jordanien gemeinsame Pläne zur Rettung des dank Wasserverschwendung langsam austrocknenden Toten Meeres bekannt gegeben. Mit Hilfe einer rund 300 Kilometer langen Pipeline zum Roten Meer wollen sie Wasser vom Roten ins Tote Meer pumpen. Zurzeit sind jedes Jahr dessen Wasserspiegel um fast einen Meter. Hauptgrund dafür ist, dass Israel und auch Jordanien dem Jordan zu viel Wasser für die Bewässerung entziehen. Die Pipeline vom Roten Meer soll nicht nur das Ökosystem des Toten Meeres retten, sondern vielmehr den Tourismus am Toten Meer am Leben erhalten helfen. Beide Regierungen hoffen, dass das Ausland dieses - für Ökologen wahnwitzige - Projekt finanziell unterstützen wird. Besser wäre es, endlich mit dem Wassersparen in Israel und Jordanien anzufangen. Vorgärten mit "Golfrasen" und Golfplätze an sich haben zum Beispiel nichts im ariden Nahen Osten zu suchen, meinen lokale Umweltschützer.

 

^

 

 

 


Schon 95 Prozent Industrienahrung

In den USA beträgt der Anteil an Industrienahrung schon 95 Prozent, in Europa sind es 75 Prozent: Beim 2. Europäischen Kongress für Traditionelle Chinesische Medizin TCM (www.tcm-academy.org/TCM/Kongress) jüngst in Wien warnte der Mediziner Günter Null vor den Gefahren der industriell veränderten Nahrung. Sie sei Ursache vieler Krankheiten. "Die genetische Ausstattung für unser Verdauungs- und Immunsystem stammt im wesentlichen aus der Steinzeit und konnte sich in der so kurzen Zeit noch nicht an diese neuen Gegebenheiten anpassen", so Nöll. "Mit dem gezielten Anbau von Pflanzen wurden zahlreiche Stoffe, die zum optimalen Funktionieren unseres Körpers notwendig sind, weggezüchtet", so Nöll. Dazu zählen etwa Bitterstoffe. "Auch andere wesentliche Bestandteile unserer Nahrung wie Vitamine, Mineralien und natürliche Antioxidantien gingen verloren", meinte der Forscher.

 

^

 

 

 


Nikotin als Ursache für plötzlichen Kindstod

Zigaretten und Nikotin sind wahrscheinlich mit-verursacher des "plötzlichen Kindstods". Wie ein Forscherteam aus Schweden und Frankreich im internationalen Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (www.pnas.org) berichtet, wirkt Nikotin als Nervengift auf Andockstellen im Gehirn, die bei der Kontrolle der Atmung und des Aufwachens eine wichtige Rolle spielen.

 

^

 

 

 


Gen-Bank in Afghanistan geplündert

Während der Krieg gegen Taliban und mutmaßliche "Terroristen" in Afghanistan weitergeht, plündern andere die genetischen Ressourcen des Landes. So wurde jüngst ein wissenschaftliches Saatgut-Lager gänzlich ausgeraubt, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature. Die Gen- oder Saatgut-Bank enthielt wichtige genetische Informationen für den Wiederaufbau der Landwirtschaft des Landes und für die Landwirtschaft weltweit. Mit der Unterstützung internationaler Saatgut-Banken und finanzieller Hilfe soll die afghanische Saatgut-Bank jetzt wieder aufgebaut werden. Einige Pflanzen-Varietäten könnten für immer verloren - oder in falsche Hände - gegangen sein. Wer das wertvolle Gen-Material gestohlen hat ist unbekannt. Laut Nature wurde die Saatgut-Bank des "Future Harvest Consortiums" in Afghanistan fand 1992 statt. Unter den Taliban war die Gen-Bank offensichtlich sicher.

 

^

 

 

 


Gen-Landwirtschaft bedroht herkömmlichen Landbau.


Die Umweltorganisation Greenpeace-Schweiz und der Schweizerische Bauernverband sowie die Organisation Pro Natura warnten kürzlich in der Schweiz vor den Gefahren der gentechnischen Verunreinigung. Eine Koexistenz von Gentech-Landwirtschaft und herkömmlichen sowie ökologischem Landbau sei unmöglich. Hauptgrund: Die weitreichende Verunreinigung mit genetisch veränderten Pollen. Zwei aktuelle Forschungsberichte unterstützen nun die schweizerischen Forderungen nach einem sofortigen Stopp für den kommerziellen Anbau von genetisch veränderten Pflanzen. Werner Möller, Wiener Ökologe und Autor einer Studie, die im Auftrag der österreichischen Regierung erstellt wurde, erklärte wie schwierig es ist, gentechfreie Nahrungsmittel herzustellen, wenn im selben Land Gentech-Pflanzen angebaut werden. "Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen können durch Wind und Insekten kilometerweit transportiert und auf andere Pflanzen übertragen werden", so Müller. Die Studie kommt zum Schluss: Ein vorläufiges Verbot von Gentech-Pflanzen (GVO) ist der ökologisch und ökonomisch einzig sinnvolle Weg ist, eine qualitativ und ökologisch hoch stehende Landwirtschaft zu erhalten.

 

^

 

 

 


Riesen-Urlaubsanlage bedroht Seekühe


Bereits jetzt verschandeln zahlreiche Urlaubsressorts viele Strände in der Karibik. Jetzt wollen einige große Hotelketten einen der letzten "unangetasteten" Küstenabschnitte Puerto Ricos als Standort für ein Mega-Touristenressort nutzen. Das Gebiet ist als Northeastern Ecological Corridor (NEC) bekannt und ist Heimat von Meeresschildkröten und den seltenen Seekühen (Manatees). Lokale Naturschützer und das Environmental Defense Action Network (www.actionnetwork.org/campaign) bitten nun darum, ihnen beim Kampf gegen diese umweltschädliche Tourismusentwicklung zu helfen. Unter anderem fordern sie zu Protestschreiben an die Hotelketten "Four Seasons Hotels & Resorts" und "Marriott International" auf.

 

^

 

 

 


Gendaten-Banken in Gefahr

Anlässlich des Weltgipfels 2002 in Johannesburg warnten internationale Wissenschaftler, dass die Welt-Gen-Banken in höchster Gefahr sind. In vielen Ländern fehle das Geld, die Samenbanken mit den wichtigen Nutzpflanzen am Leben zu erhalten, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Ein so genannter Global Conservation Trusts solle nun das Problem international lösen. 260 Millionen Dollar werden für die Rettung dieser Gen-Banken veranschlagt. Erst vergangenen November ist eine der wichtigsten Samenbanken des Südpazifiks in Fidschi durch einen Ausfall der Kühlgeräte völlig zerstört worden. Über 200 Wildreis-Sorten gingen dadurch unwiederbringlich verloren. Eine andere wichtige Gen-Bank in Afghanistan wurde kürzlich von Unbekannten geplündert. "Saatgut-Banken sind der Motor für Innovationen in der Landwirtschaft", erläutert der Leiter der Swaminathan Foundation (www.mssrf.org) in Indien. "Wenn die wertvollen Samen nicht geschützt werden, ist es nur eine Frage von wenigen Jahrzehnten, bis herkömmliche Sorten durch Schädlinge und Krankheiten dezimiert werden."

 

^

 

 

 


Nigeria: Frauen gegen Öl-Industrie

Immer mehr Einheimische protestieren im westlichen Niger-Delta gegen die Öl- und Gas-Industrie in ihrem Lebensraum, berichtet ENVIRONMENTAL RIGHTS ACTION/ FRIENDS OF THE EARTH. Die Proteste werden vor allem von Frauen organisiert, die deren Haupteinkommensquellen, traditioneller Fischfang und Landwirtschaft durch die Öl- und Gas-Ausbeutung durch Unternehmen wie Chevron/Texaco und Shell vernichtet wurden. Einige der protestierenden Frauen seien von Polizei und Sicherheitsdiensten misshandelt worden. Weitere Informationen bei FoE, Nigeria und Oilwatch Africa, Email: eraction@infoweb.abs.net

 

^

 

 

 


Thailand: Rassismus hinter Naturschutz


Thailands Bergregenwald sei zu einer Spielwiese von konservativen Naturschutzgruppen und staatlichen Förstern geworden. Auf der Strecke blieben die einheimischen Waldbewohner und vor allem die indigenen Karen-Bergvölker dieser Gebiete, die ihre Heimat im Namen dieser Naturschutzinteressen verlassen müssten. Dies behauptet der Anthropologe Pinkaew Laungaramsri von der Chiang Mai University in seinem neuen Buch. Seiner Meinung nach sei diese falsche Form des Naturschutzes nicht ökologisch, sondern rassistisch begründet. Sein Buch "Redefining Nature" beginnt der Autor mit der Geschichte eines Ältesten der Karen, Pati Punu Dokjimu, der 1997 selbstmord begangen hatte, nachdem sein Haus und seine Reisfelder im Namen des Naturschutzes konfisziert wurden. Weitere Informationen: World Rainforest Movement, Internet: www.wrm.org.uy.

 

^

 

 

 


Costa Rica: Baumplantagen mit Geld aus Japan

Unter dem Deckmantel der Entwicklungshilfe und mit Unterstützung der Weltbank will die japanische Regierung in Costa Rica in große, ökologisch katastrophale Baumplantagen investieren. Mit japanischer "Entwicklungshilfe" sollen in den kommenden zehn Jahren insgesamt 500.000 Hektar Land in Costa Rica mit den beiden asiatischen Baumarten Gmelina und Teak in Monokultur aufgeforstet werden.

 

^

 

 

 


Argentinien: Gen-Technik führt zu Abholzung

Dank einer Gentechnik-freundlichen Regierung hat sich seit 1996 Argentinien zu einem Hauptproduzenten von Gen-Soja der Marke "Monsanto's Roundup Ready (RR)" für den Export entwickelt. Gleichzeitig weitete Argentinien die Anbaufläche von Soja drastisch aus - auf Kosten des subtropischen Waldes, kritisiert nun Greenpeace. Der Gen-Soja-Boom bedrohe nun vor allem den ökologisch extrem vielfältigen Yungas-Wald in der Nordprovinz Salta. Pro Jahr würden derzeit etwa 1000 Hektar des wertvollen Waldes in Gen-Soja-Felder umgewandelt. Mitleidtragende ist die traditionelle Bevölkerung des Gebiets, dessen Waldökosystem seit jeher Nahrung, Medizin und Rohmaterial für Kunsthandwerk und Hausbau liefert. Weitere Informationen: www.archive.greenpeace.org/~geneng/reports/food/record_harvestembargo.pdf.
 

^

 

 

 

 

 

Umwelt- und Nord-Südnachrichten von Norbert Suchanek, Oktober/November 2002
 


BSE in den USA?

Der US-amerikanische Bundesstaat Wisconsin hat ein Problem: Ein Teil seines Rotwildbestandes ist mit einer BSE-ähnlichen Krankheit infiziert, die in den USA wissenschaftlich Chronic Wasting Desease (CWD) und im "Jägerjargong" Rotwildwahnsinn genannt wird. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation dürfen mit CWD infizierte Tiere nicht gegessen werden, da eine Übertragung auf den Menschen nicht auszuschließen sei. Mehr dazu steht im Internet unter www.MadDeer.org.

 

^

 

 

 


Globalisierte Schweinezucht verdrängt britische Bauern

Das Bauernsterben geht schleichend aber sicher voran. Dies gilt auch in der Schweinezucht. Wie die Umweltzeitschrift "The Ecologist" nun beklagt, mussten allein ein Großbritannien seit 1994 über 1.200 auf Schweinezucht spezialisierte Familienbetriebe aufgeben. Schuld sei die globale Überproduktion von Schweinefleisch und zunehmende Kontrolle des Schweinmarkts durch große Konzerne. So übernahm im Jahr 2000 der größte Schweinefleischhersteller der USA, Smithfield Foods, die Mehrheit des größten Fleischproduzenten Polens, Animex. Gleichzeitig versuche nun Wal-Mart über sein Unternehmen Asda in Großbritannien das britische Schweinefleisch gänzlich vom Markt zu drängen und durch US-kontrolliertes Fleisch aus Polen zu ersetzen. Von der EU-Erweiterung werden also am Ende wahrscheinlich nur die großen Agrar-Konzerne profitieren.

 

^

 

 

 


Weniger Schweinezüchter mehr Arbeitslose

Noch 1950 verkauften US-amerikanische Schweinemäster im Schnitt "nur" 31 Schweine pro Jahr. Heute beträgt der durchschnittliche output der Schweinemäster in den USA etwa 1.100 Schweine pro Jahr.
Gleichzeitig gaben sei 1950 etwa 80 Prozent der Farmen in den USA auf.

 

^

 

 

 


Billiger Zuchtlachs ins Meer vor Chile geworfen

Zuchtlachs ist so billig wie nie. Grund ist die weltweite Ausweitung der umweltschädlichen Lachsfarmen. Im vergangenen Jahr kippten die industriellen Lachsfarmen in Chile, die u.a. dem Unternehmen Fjord Seefood gehören, mindestens 13 Millionen Zuchtlachse ins Meer, um die fallenden Preise für Zuchtlachs zu stabilisieren. Problem: Die künstlich hochgezüchteten Zuchtlachse sind eine Bedrohung für die natürlichen Fischpopulationen. Neben schottischem und norwegischem Zuchtlachs taucht seit einiger Zeit immer häufiger chilenischer Zuchtlachs auch bei uns in den Supermärkten und Restaurants auf.

 

^

 

 

 


Das Auto-Meer wird größer

Bereits in den 1970er Jahren warnten seriöse Forscher vor einer Expansion der Autoindustrie. Unser Ökosystem würde es nicht aushalten, wenn alle Welt so wie die US-Amerikaner und Europäer Auto fahren möchte. Doch die Wissenschaft kann reden, die Auto-Karawane zieht unbeirrt weiter. So nahm die jährliche weltweite Autoproduktion von 36,3 Millionen im Jahr 1990 auf 49,9 Millionen Autos im Jahr 2000 zu. Die Umweltprobleme der Autos basieren im Übrigen nicht nur im Öl- und Benzinverbrauch, sondern gerade im Ressourcen- und Energieverbrauch der Autoproduktion.

 

^

 

 

 


Monbiot braucht kein Auto und keinen Supermarkt

Auf die Frage, was er selbst tut, damit die Welt nicht zerstört und die Menschheit nicht zugrunde geht, antwortete der britische Journalist und Umweltaktivist George Monbiot sinngemäß: "Ich habe seit 1989 mein Auto abgeschafft und gehe sei 1991 in keinen Supermarkt mehr einkaufen. Ich baue das meiste Gemüse, das ich esse selbst an und reduziere meine Konsum soweit es geht. Lediglich meinen Konsum an Fisch, den ich selbst aus unserem nahen Fluss fische, habe ich nicht reduziert. Keine von diesen Maßnahmen waren schmerzvoll für mich. Doch individuelle Maßnahmen bringen uns eigentlich nicht weiter, solange sie nicht von Maßnahmen der Regierung gestützt werden. Das bedeutet, wir müssen zuerst ethisch verantwortliche Bürger (Wähler) sein und an zweiter Stelle ethisch verantwortliche Konsumenten."

(PS: Der Redakteur dieser Nachrichten hat seit 1987 kein Auto mehr, und bedient sich seitdem ausschließlich öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad. Außerdem versucht er seinen Nahrungsmittelkonsum durch ökologisch und regional erzeugte Produkte zu decken. Leider konnte er bisher selbst nicht 100-prozentig auf Supermärkte verzichten.)

 

^

 

 

 


Brasilianische Augenwischerei

Noch vor der Wahl kündigte die brasilianische Regierung an, im Norden Amazoniens das größte Regenwaldschutzgebiet des Landes zu schaffen. Das Tumucumaque-Waldreservat solle mit einer Fläche von knapp drei Millionen Hektar der größte Nationalpark der Erde werden. Millionenschwere Organisationen wie der WWF halten dies für einen Naturschutzerfolg. Doch in Wirklichkeit ist es nichts als Augenwischerei. Denn gleichzeitig lässt die Regierung Brasiliens unter ihrem 40 Milliarden Dollar teuren Plan "Avanca Brasil" den weitaus größeren, noch nicht industriell ausgebeuteten Teil Amazoniens mit neuen Straßen erschließen und zur radikalen Ausbeutung frei geben.

 

^

 

 

 


Armer deutscher Journalismus

Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges. Dieser Spruch trifft möglicherweise auch auf die derzeitige Zeitungskrise zu. Doch im Fall der Zeitungskrise folgen der Wahrheit die Journalisten als Opfer. Zwischen 30. Juni 2001 und 30. Juni 2002 stieg die Anzahl der arbeitslosen Journalisten allein in Bayern um sage und schreibe 63,9 Prozent. Bayern ist damit (wer kennt noch den dalli-dalli-Sprung?) "Spitze", gefolgt von Hamburg mit 55,8 Prozent mehr arbeitslosen Journalisten gegenüber dem Vorjahr. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern meldete das Arbeitsamt keinen einzigen arbeitslosen Journalisten zusätzlich.

 

^

 

 

 


Buchtip: Afrikas Wälder sind bedroht

In Kamerun fressen sich neue Straßen in die letzten großen Regenwaldgebiete Westafrikas und öffnen sie damit der legalen und illegalen Abholzung. In der Zentralafrikanischen Republik forciert der Internationale Währungsfond die Abholzung der Wälder zur Schuldentilgung. Im Kongo ist der Shell-Konzern am Aufbau von Eukalyptus-Plantagen mit über 50.000 Hektar Fläche auf Kosten der ursprünglichen Waldökosysteme beteiligt. Daneben sind mehrere internationale Abholzungsfirmen dabei die Regenwälder der Demokratischen Republik Kongo mit Regierungsgenehmigung zu plündern. Größter Abholzer ist dort das in deutscher Hand befindliche Unternehmen Congolaise Industrielle des Bois (CIB), das 1,15 Millionen Hektar Regenwald im Kongo einschlagen darf. Der Handel mit CO2-Lizenzen wiederum bedroht die traditionellen Ökosysteme in Uganda, wo eine norwegische Firma rund 100.000 Hektar Baumplantagen anlegen will. Ähnliches geschieht in Tansania und Südafrika. An Kenias Mangroven-Küste bei Mombasa will eine kanadische Firma eine große Titan-Mine errichten und 150 Millionen Tonnen titanhaltigen Sand ausbeuten auf Kosten des Küstenwaldes... Überall in Afrika droht den Waldökosystemen die Abholzung teilweise auch mit Hilfe der Europäischen Union. Davon berichtet das aktuelle Buch "Africa - Forests under Threat" des World Rainforest Movement.
"Africa - forests under threat", World Rainforest Movement, August 2002, ISBN 9974-7608-6-0 / Zu Bestellen bei: World Rainforest Movement, email: wrm@wrm.org.uy

 

^

 

 

 


Buchtip: Biologische Vielfalt

Die biologische Vielfalt ist nicht nur eine Spielerei von Natur- und Umweltschützern. Sie ist Grundlage unserer Existenz, unserer Kulturen und unserer Landwirtschaft. Doch gleichzeitig sind wir weltweit dabei, diese Grundlage auf der einen Seite drastisch zu reduzieren und auf der anderen Seite an wenige Agrarkonzerne zu verscherbeln. Das Buko Agrar Dossier 25 "Biologische Vielfalt" - 2002 erschienen im Schmetterling-Verlag - widmet sich diesem für das Überleben der Menschheit existentiellen Themenkomplex. Das 128-seitige Buch aktualisiert die bisher immer noch nur in kleinen Kreisen diskutierte Debatte rund um Nahrungssicherheit, Gen-Technik und Bio-Piraterie. Es kann allerdings nicht das "Standardwerk" zur Bedeutung der biologischen Vielfalt der Wissenschaftler Pat Mooney und Cary Fowler - "Die Saat des Hungers", erschienen 1991 bei rororo - ersetzen, sondern nur ergänzen.<
"Biologische Vielfalt", Schmetterling-Verlag, 2002, ISBN 3-9805354-4-4, Preis 8,8 Euro

 

^

 

 

 


Nie wieder "Fish and Chips" aus Kabeljau?

Nach einem Bericht des International Council for the Exploration of the Seas (ICES) http://www.ices.dk sind die Dorsch-Bestände extrem gefährdet. Nur ein sofortiger Fangstopp könne verhindern, dass der beliebte Speisefisch in den Gewässern um die Britischen Inseln nicht ausstirbt. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher aus 19 verschiedenen europäischen Staaten. Der sofortige Fangstopp sollte auch für den Wittling und Seehecht gelten. Nach Ansicht der Forscher müsste das Fangverbot aber mindestens sechs Jahre dauern, denn beim Kabeljau kann es bis zu sechs Jahren dauern bevor er geschlechtsreif wird. Der Fangstopp könnte allerdings allein in Großbritannien 20.000 Menschen den Job kosten, berichtet BBC. Doch wie viel Jobs wird es kosten, wenn die Meere am Ende gänzlich leer sind?

 

^

 

 

 


Kyoto ist ein Trugschluss - Waldplantagen sind keine CO2-Speicher

Das Kyoto-Protokoll zum Stopp des Klimawandels baut auf einem wissenschaftlichen Trugschluss auf. Dies legen die ersten Ergebnisse des europaweiten Forschungsprogramms zur Kohlenstoff-Bilanzierung CarboEurope nahe. Laut Kyoto-Protokoll können Vertragsstaaten ihre Ziele, Treibhausgas-Emissionen bis 2012 zu senken, durch das Anpflanzen von Wäldern so genannte "CO2-Senken", erreichen. Diese "Kyoto-Wälder" werden aber nach Ansicht der Forscher - siehe Universita della Tuscia/Viterbo www.unitus.it - nun mehr Kohlenstoff abgeben, als die nachwachsenden Bäume in den ersten zehn Jahren aufnehmen können. Das vermeintliche Paradox liegt an den Böden. Natürliche Waldböden und deren pflanzliche Bestandteile enthalten drei bis vier Mal so viel Kohlenstoff wie die darüber liegende Vegetation. Wird der Boden im Zuge der Aufforstung gerodet, gibt das verfaulende organische Material im Boden mehr CO2 an die Atmosphäre ab, als die angepflanzten Bäume aufnehmen können. Der CarboEurope-Vorsitzende Han Dolman von der Freien Universität Amsterdam ist sich darüber hinaus sicher, dass neu gepflanzte Wälder auf Torfböden niemals soviel CO2 aufnehmen werden wie diese abgeben. Deshalb sie der beste Klimaschutz der Schutz der bestehenden Wälder. Im New Scientist erklärte Dolman: "Hätten Politiker 1997 gewusst, was wir jetzt wissen, hätten sie den Bestimmungen zu CO2-Senken niemals zugestimmt. Zumindest hoffe ich das."

^

Liebe Leserin, lieber Leser!
Was ist Ihnen dieser Artikel oder diese Information wert? Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützer! Sie können mithelfen. Überweisen Sie einfach einen Betrag, den Sie für richtig halten. Danke!

Norbert Suchanek
Sparkasse Mainfranken Würzburg
Kontonummer: 237 33 55 / Bankleitzahl 790 500 00
 

Alle Texte von Norbert Suchanek sind urheberrechtlich geschützt.

Mit freundlicher Gehnehmigung.
Kontakt: Norbert Suchanek


 

Home