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Immer und immer wieder werde ich gefragt
ist Bio aus dem Supermarkt schlechter oder nicht? Ja und auch Nein müßte die Antwort lauten. Die meisten Bioprodukte werden nach EG-Richtlinien verarbeitet; die sind nicht so streng wie die der Anbauverbände. Das heißt aber jetzt auch nicht, das ein Bauer, der nach EG-Richtlinien arbeitet, schlechter ist. Angenommen seine Ideologie ist sehr hoch, kann es sogar sein, dass er hochwertigere Bio-Lebensmittel herstellt als ein Bauer im Verband. Das Problem was wir doch haben ist folgendes: Die meisten Verbraucher können nichts mit den Verbänden und deren Logos anfangen. Wohl aber jetzt mit dem Künast-Siegel. Es geht natürlich über den Preis. Also kauft man Bio im Supermarkt, weil es billiger ist...........
Man fördert dadurch natürlich die EG-Produkte (da sind zum Beispiel viele Firmen die zweigleisig fahren Bio/Konventionell) und teuere Verbandsware bleibt im Naturkostladen in den Regalen stehen. So schädigen wir also auch die Bauern in den Verbänden, die dadurch geringe Absatzchancen haben. Die müssen auch noch Mitgliedsbeiträge bezahlen. Sie haben natürlich der billigen Supermarktware nichts entgegenzusetzen, außer die hohe Qualität und Regionalität. Des weiteren, wenn nach EG-Richtlinien gearbeitet wird kann man sich sehr viele Dinge erlauben, die der Verbandsbauer nicht darf, z.B mehr Gifte und Zusatzstoffe einsetzten, zweigleisig fahren.
Wieder ein Nachteil für den Verbandsbauern. Natürlich versuchen auch die Verbände den Welthandel mit Bio-Produkten zu fördern und schaden so den eigenen Leuten. Ein Beispiel: Bioland hat Aurora Mehl zertifiziert. Es gäbe sicherlich Tausend Beispiele die man jetzt aufführen kann.
Aurora bietet auch konventionelles wie Bio-Mehl billig an, fördert also die von Bioland angeprangerte Schnäppchenmentalität. So kann man mit Bio-Produkten einen höheren Preis erzielen und dadurch mehr Geld verdienen. Und was ganz schlimm ist: Viele machen Bio nur aus Profitgier ( Bio boomt ) und nicht um hochwertige Lebensmittel herzustellen oder Mutter Erde zu schützen.
Durch das Künast-Siegel ist es jetzt möglich geworden, auch schlechte Bio-Produkte am Markt positiv zu plazieren. Es ist wirklich blauäugig zu behaupten: Ist doch Bio, deshalb ist es gut. Wenn jetzt die Großen in den Bio-Boom einsteigen, können Sie sich an einer Hand ausrechnen, wo das hinführt. Es wird einen Kampf geben um Bio-Rohstoffe. Man wird alles einsetzen, was so haarscharf noch erlaubt ist, um einen Markt zu bedienen, der noch gar nicht reif dafür ist. Gleichzeitig wird man die eigenen Bio-Bauern im Land vollends durch diese Politik zerstören. Die Bauern sind sowieso schon am Ende, Bio wie Konventionell. Hauptsache Bio, egal woher und die Tendenz dafür war ganz klar auf der Biofach zu sehen. Man spricht schon darüber, dieses Siegel europaweit einzuführen. Oh mein Gott! sage ich da nur.
Sie werden sich wundern: Ich finde das Bio-Siegel gut, aber nur für Bio-Produkte aus 100% Bio. Aber davon will ja keiner was wissen. Man könne keinen Alleingang in Europa machen wurde mir gesagt Blödsinn sage ich.....
Noch ein Wort zu den Verbänden. Bioland z. B. gibt sich alle Mühe um seine Richtlinien zu verschärfen, was ich auch sehr begrüße. Aber wer den Welthandel und den Supermarktbereich mit unterstützt und fördert, darf sich nicht über Schnäppchenmentalität äußern. Das sind nur Widersprüche und sonst gar nichts.
Oder was hat eine Ananas aus Afrika, die nach Deutschland kommt, noch mit Bio zu tun? Sie wird für den Deutschen Markt produziert. Wenn es dann noch für die Einheimischen wäre, wäre das noch ökologisch und sozial. Ist es aber nicht.
Und noch etwas: Auf einmal tauchen überall Bio-Fair-Trade Produkte auf, die kein Mensch mehr bezahlen kann. Unter anderem hat der ökologische Grundgedanke auch das zu Grunde gelegt, das der Bauer oder Hersteller für seine Produkte anständig bezahlt wird. Wieso dann jetzt auf einmal Fair Trade?
Sie werden sich jetzt fragen: Was soll ich denn nun kaufen?..........Gute Frage. Regional, Saisonal, ab Hof vom Bauern oder im Naturkostladen ist jetzt mein Tip und unterstützen Sie bitte unsere Bauern.
Und nicht die aus China, Chile, Sri Lanka usw. Das hat weiß Gott nichts mehr mit dem Ökologischem Grundgedanken zu tun. Sie wissen damit nichts anzufangen? Dann lesen Sie bitte in Ruhe Bio100 durch, stellen im Forum Fragen oder schreiben Sie mir.
Fabio Angeli 27.02.2003 zurück
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Bio ist tot!? Es lebe Bio!!!!????
Biofach oder anders gesagt der Kapitalismus frißt eine ganze Bio-Ökobewegung auf.
Ich war auf der Biofach und muß euch sagen, ich bin entäuscht und erschüttert. Was ist bloß aus Bio, Naturkost, Vollwert, Regional, Kreislaufwirtschaft geworden. Nur noch leere Worthüllen ohne Inhalt, umfunktioniert von Werbestrategen, um den wachsenden Bio-Markt noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen und um den Verbraucher zu täuschen. Ob Bio-Lammfleisch aus Chile, Nahrungsmittel aus Sri Lanka und China. Wo bleibt da eigentlich noch die Ökobilanz? Normalerweise müßten die Bauern und Hersteller aus Deutschland auf die Barrikaden gehen, wenn sie so was sehen und lesen. Sie arbeiten am Existensminium und müssen zusehen, wie sie von der eigenen Regierung und den Verbänden kaputt gemacht werden, die so einen Warenhandel noch fördern und unterstützen.
Natürlich arbeiten die meisten nur nach der EG-Verordnung, tragen aber das Bio-Siegel............. Wer von den Verbrauchern soll eigentlich noch Bioland + Biosiegel oder EG-Verordnung + Bio-Siegel auseinander halten. Es sind nicht alle Verbraucher so gut informiert, wie sie denken. Bedeutet also: Prima Bio-Siegel drauf, kauf ich und wenn sie Pech haben bleibt die Verbandsware im Regal? Herzlichen Glückwunsch Frau Künast und Verbände. Habt ihr gut gemacht, nur zu schnell geschossen würde ich mal sagen.
Und weiter geht's........... Gewaschener, geschnittener und eingeschweißter Salat wird auch noch beworben: So natürlich wie möglich. Der 10.377!!!! Brotaufstrich, Gummibärchen in allen Farben und Formen ( die waren ja lecker ). Frauen und Männer in Anzügen aus feinen Stoffen, umgeben von Düften die betören........aber keine Ahnung haben von Bio-Öko. Einige der Stände strotzten vor Größe, ohne Inhalt und Ideologie.
Mehl eingepackt in Tüten, Wochen und Monate haltbar........he....... was hat das mit Vollkorn oder Vollwert noch zu tun? Pesto-Gläschen für Singel-Haushalte.....Oh ist das süß...!
Eine Messe nach dem Motto: Schaut her das bin ich, wer bist du? Wir besorgen alles in Bio-Öko Qualität. Geld spielt keine Rolle. Bio für Alle, haha nur für die, die Geld haben. Ja, Naturkost hat seinen Preis. Aber was da abgeht hat nichts mit gesundem Wachstum zu tun....! Es wird alles überall zertifiziert, angebaut und produziert, kein Problem.
Eine Messe mehr die die Welt nicht braucht?
Bio100 bietet eine Plattform für alle, denen Bio-Öko etwas bedeutet. Helft mit, das diese Werte nicht in Vergessenheit geraten. Das es nicht umsonst war, was damals so gut begonnen hat. Wenn wir alle an einem Strick ziehen können wir was bewegen.
Sollten Sie andere Erfahrungen bei der Biofach gemacht haben, bitte mailen Sie mir oder schreiben in's Forum.
Fabio Angeli 15.02.2003 zurück
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Das schlägt dem Fass den Boden aus!
Berlin - Verbraucherschutzministerin Renate Künast sieht die Qualität der Produkte im Einzelhandelt gefährdet. Die Regierung werde darauf achten, dass nicht nur große Händler vom Wettbewerb profitieren, sondern auch die Familienbetriebe...............
Als ich das hörte konnte ich es kaum glauben. Der Abwärtstrend der Lebensmittel ist kein Gegenstand der heutigen Zeit, sondern ein Prozess der schon jahrzehntelang wächst. Wer war es den damals der gerufen hat: “Bauern produziert ohne Ende! Fleisch für alle!” Das waren Rufe aus der Regierung. Dann haben die Bauern auf Teufel-komm-raus produziert und dann wurden sie subventioniert um weniger zu produzieren. So fing die Spirale an sich zu drehen. Jetzt kritisiert Frau Künast genau die, wo sie Bio für Alle hinhaben wollte. In die Lebenmitteldiscounter. Wie war ihr Slogan: Klasse statt Masse! Die Regierungen haben jahrelang zugesehen, wie die Lebensmittelpreise kontinuierlich zerfallen sind und wie Bauern und Familienbetriebe Pleite gegangen sind. Jetzt auf einmal fällt es Frau Künast und ihrem Stab auf. Es gab damals schon genug Stimmen, die davor gewarnt haben. Will sie Aldi und Plus die freie Marktwirtschaft verbieten? Und nun passiert das selbe mit Bio. Und auch hier hört keiner hin.
Fazit: Die Absichten von Frau Künast, so gut sie auch gemeint sind, kommen zu spät. Man hätte früher reagieren müssen. Deshalb mein Rat: Frau Künast, lassen Sie es nicht zu, dass es mit Bio genauso passiert. Kündigen Sie Ihrem Beraterstab und umgeben Sie sich mit Leuten von der Basis, denn die haben den Kontakt zum Boden nicht verloren.
Fabio Angeli Dat.17.01.2003 Oben zurück
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Trans Fair ein neues Marketinginstrument ?
Trans Fair, überall wo man geht und steht Trans Fair; auch bei Öko-Produkten. Man muß sich allen ernstes fragen, wo das noch hinführen soll. Es werden also Trans Fair Produkte ins Leben gerufen um Bauern z.B. in den Drittländern unter die Arme zu greifen. Das wäre nicht weiter schlimm.
Wenn man jetzt ein paar Dinge näher betrachtet, stehen Trans Fair Produkte in einem ganz anderen Licht. Wenn wir Kaffee von Bauern kaufen, die ausschließlich für den deutschen Markt produzieren, sich davon eine Existenz aufbauen, frage ich mich, was passiert mit diesen Bauern, wenn wir keine Produkte mehr kaufen? Meistens können diese Produkte im eigenen Land nicht an die Einheimischen verkauft werden, weil sie kein Geld haben, sich diese Dinge zu leisten.
Wenn wir bedenken das die Preisspirale in Deutschland immer weiter nach unten geht, kann man sich an einer Hand abzählen, wie es die nächsten Jahre weiter geht. Im übrigen: Im Ökologischen Gedanken ist auch verankert, das man den Bauern und Menschen anständige Löhne bezahlt. Also warum dann noch Trans Fair Produkte?
So lange die Bauern von unserer Kaufkraft abhängig sind kann ein Trans Fair Produkt nicht in Ordnung sein. Wenn es die Arbeit der Bauern unterstützt und es auch den Einheimischen hilft diese Lebensmittel, oder Produkte auch selber kaufen zu können, ist das völlig in Ordnung.
Es ist doch paradox teuere Trans Fair Produkte zu kaufen und unsere einheimischen Bauern bekommen nur noch Cent-Beträge für ihre Arbeit und machen dann auch noch ihre Höfe dicht. Wie müssen doch zusehen das wir für unsere Lebensmittel gutes Geld bezahlen, damit wir den deutschen Bauern unterstützen.
Und bitte, wie soll das denn aussehen? Ich kaufe bei einem Discounter meine konventionellen Bananen und andere Lebensmittel, weil die Bio-Bananen zu teuer sind. Unterstütze also die Großplantagenbesitzer, die Grund und Boden der Bauern durch den Bananenanbau zerstören. Gleichzeitig auch den Markt für Bananen kontrollieren und kaufe dann einen Trans Fair Kaffee, weil es mein Gewissen beruhigt. Das kann es doch nicht sein.
Wenn ich Bio-Lebensmittel kaufe gehe ich grundsätzlich davon aus, das alle fair behandelt und bezahlt werden. Da brauche ich keine Trans Fair Produkte. Wenn der konventionelle Handel fair bezahlt und die Bauern nicht ausbeuten würden, wäre das überhaupt nicht nötig. Also wird mit Trans Fair das Problem am falschen Ende angepackt, ohne jetzt hier zu sagen, dass es grundsätzlich falsch ist.
Laut der www.ifd-allensbach.de glauben die meisten Menschen in Deutschland, das Lebensmittel aus Discountern gute Qualität haben. Das bedeutet unter dem Strich doch folgendes: Diese Menschen würden nie Trans Fair Produkte kaufen, weil ihnen das zu teuer wäre. Das kann man doch jetzt schon an Bio-Lebensmittel sehen. Die meisten können sich die nicht leisten. Auch bei Bio-Lebensmittel ist die Preisspirale am Ende angekommen. Die von mir befragten Personen haben angegeben, dass sie nur noch Milch, Brot und Obst in Bio-Qualität kaufen können.
Und warum sollte denn jetzt der Bio-Konsument noch Trans-Fair Produkte kaufen? Er unterstützt doch durch den Kauf von Bio-Lebensmittel bereits den fairen Handel. Soll er jetzt noch mal doppelt drauf zahlen, damit die anderen weiter machen können wie bisher?
Man sollte lieber hier die Bauern in Deutschland mit fairen Preisen unterstützen und im eigenem Land alles ins rechte Licht rücken und nicht ins Ausland gehen um dort was anzufangen, was vielleicht in ein paar Jahren zusammenbricht. Da nützt das beste Trans-Fair nichts mehr. Wir wissen doch aus der Vergangenheit, das auch Entwicklungshilfe sehr viel verkehrt gemacht hat. Es wäre wieder wichtig zu lernen das Lebensmittel wieder den Wert haben, den sie verdienen. Ein Lebensmittel zu sein.
Fabio Angeli 18.03.2003 Oben zurück
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Italien: Immer weniger Biobauern
Zitat: Im Vergleich zu den Vorjahreszahlen stellt dies eine Verringerung der landwirtschaftlichen Betriebe und einen Zuwachs an Weiterverarbeitern und Importeuren dar. Zitat Ende. Quelle: Agrar.de http://news.agrar.de/archiv/20030915-00004/
Hier kann man doch wieder sehen, wie Bio systematisch zerstört wird. Die landwirtschaftlichen Betriebe werden weniger, aber Handel und Verarbeiter mehr. Dies lässt doch folgenden Schluss zu. 1. Entweder müssen weniger Biobauern noch mehr "produzieren". Hier frage ich mich, wie soll das in der Zukunft aussehen? 2. Oder es werden immer mehr Zutaten aus dem Ausland zugekauft und weiterverarbeitet.
Man kann sich doch an einer Hand ausrechnen wo das hinführt. Die wenigen Biobauern werden noch größerem Druck beim Anbau spüren und dadurch werden sie versuchen, günstiger und schneller zu produzieren. Eine Möglichkeit wäre, alles einzusätzen was erlaubt ist. Oder zwangsläufig wird die Qualität schlechter. Im Moment kann man das sehr gut bei Obst aus Italien spüren.
Gleichzeitig werden sie durch den Preisdruck der Biozutaten aus dem Ausland (Wie sieht es da mit der Qualität aus?) weiter in die Enge getrieben.
Folge: Regionalität, Naturerhalt, Schutz der eigenen Landwirtschaft, Qualität, Wissen, Arbeitsplätze, Kulturgut werden weiter verschwinden. Die kleinen Biobauern können sich gar nicht dagegen wehren, weil sie überhaupt keine finanziellen Decken haben, um sich dagegen zu stemmen. Wenn sie Geld hätten, wie lange würden sie es dann aushalten?
Für mich ist Fakt: Bio ist nur noch ein hohler Begriff, eine Worthülle. Wörter wie: Regionalität, Kreislaufwirtschaft, Naturkost, natürliche Tierhaltung usw. sind nur noch Werbebegriffe um die Verbraucher zu blenden. Denn der hat gänzlich den Überblick verloren im Dschungel der Verbände, Gütesiegel, Vereine und was weiß ich sonst noch was. Das Beispiel Italien zeigt auch sehr gut wie es in Deutschland in der konventionellen LW zugeht und wo auch die Biolandwirtschaft auf kurz oder lang landen wird.
Fabio Angeli 20.09.2003 Oben zurück
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Bio boomt
Also wenn ich so die Bio 100 News lese da könnte man sich die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Da boomt es an jeder Ecke. Da tauchen Umsatzzahlen auf, das es einem schwindelig wird. Da wird gepuscht, gedrückt, geschönt an allen Ecken und Kanten, damit Bio ins bessere Licht gerückt wird. Bio ein reiner Marketingbegriff, der fast nur noch mit Wellness und gesunder Ernährung einher geht. Jegliche Inhalte/Werte sind auf der Strecke geblieben. Ich kenne keinen in meinen direkten Umfeld der Bio kauft. Sie? Und wenn, wie viele sind es dann? Die ich kannte sind wieder abgesprungen und kaufen billig.
Der BNN meldete:
Aufwärtstrend in der Naturkostbranche Pressemitteilung 12. August 2004 www.bio100.de/PM_BNN_Umsatzbilanz.pdf
Beachten Sie bitte am unteren Ende wer bei den Erhebungen mitgemacht hat. Nur Großhändler. Wenn man die einzelnen Naturkostläden fragt ist jeder von ihnen froh, das die Kundschaft gleich geblieben ist oder im geringen Maße mehr. Die „fetten“ Jahre waren doch eigentlich „nur“ wegen der BSE Krise (Bio-Lebensmittel verlieren an Ansehen) und Nitrofen sowie die jedes Jahr einhergehende Meldung über Pestizidrückstände. Die beeinflussen doch das Kaufverhalten im Biosektor. Bio ist ein Ausweichbahnhof geworden für Krisen und Modeerscheinungen. Umsätze macht man heute nur über die Menge. Da interessiert es auch nicht ob weggeworfen oder verkauft worden ist. Das Geld läuft trotzdem.
Gleichzeitig liest man dann solche Meldungen:
13.12.2004 - Deutschland: Abgeschwächter Bioboom Quelle: www.landwirtschaft.ch/deutsch/aktuell/newsdetail.cfm?ObjID=B04E52F6-E1B7-420B-8FC51195ED0FFE2F&language=de
oder lesen Sie hier mal. Da wird sogar geschätzt:
Bio-Umsätze in Mrd. € und Bio-Umsatzanteile(Expertenschätzung) www.bio100.de/boelw_oekodaten_2004.pdf
oder hier: Da schätzt man auch nur:
www.lpvnet.de/news.asp?id=C813B879-F1F3-4004-AF00-35BFD7FF5956
Zitat Anfang: Nach einem flauen Jahr 2003 steigerte der Naturkosthandel nach Einschätzung von Experten im vergangenen Jahr seinen Umsatz um rund zehn Prozent. Dies meldet die Berliner Zeitung. Anders als im konventionellen Handel wachsen nicht nur die Verkaufsflächen, sondern auch die Erlöse. Zitat Ende.
Also es geht nur noch über den Preis. War Bio/Öko früher in der Lage sich an seiner Ideologie messen zu lassen und sich von den vorhandenen Strukturen zu differenzieren, so muss es sich jetzt an die vorhandenen Strukturen halten. Es war ja auch allen Anbauverbänden und Herstellern so wichtig schnell den Markt zu bedienen und neue Märkte, auch weltweit, auf zu tun.
Und wenn ich dann so was lese wie hier:
Zitat Anfang: Keine Frage: Bio gilt als chic. Die Zeiten, als vor allem Freaks im Schlabberpulli im Bioladen einkauften und dort auch gleich noch Flugblätter von Dritte-Welt-Inititativen in die Hand gedrückt bekamen, sind vorbei. Bio-Ketten wie Basic aus München oder EO aus Berlin sind heute trendige Läden für ernährungs- und statusbewusste Kunden. Zitat Ende
Also ich las mich lieber von einem Jesuslatschen tragenden nach Schafswolle riechenden Körnerpicker über eine Dritte Welt Aktion informieren, als mich von einem anzugtragenden Naturkostladner mit einer Trans Fair Broschüre in der Hand über den wahren Biogedanken belehren zu lassen. Hier wird ein großartiges Theaterstück aufgeführt: Der Schein des Bio. Der letzte Akt hat begonnen, der Ausverkauf des Bio-Gedankens.
Sie kennen doch bestimmt den Spruch von Media-Markt: „Lass dich nicht verarschen. Vor allem nicht beim Preis.“ Denn Billig ist Teuer
F. Angeli Oben zurück
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