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GVO INFOS
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Mit freundlicher Gehnemigung von Umweltinstitut München e.V Quelle/Copyright bei Umweltinstitut München e.V E-Mail:info@umweltinstitut.org
Der Fall Pusztai oder von Kartoffeln, Ratten und Lektinen.
Der Name Arpad Pusztai ist in wissenschaftlichen Fachkreisen Synonym für einen anerkannten Lektinexperten. Seit Sommer 1998 dürfte Prof. Pusztai allerdings auch der Öffentlichkeit bekannt geworden sein. Im August 98 ging Pusztai, der zu diesem Zeitpunkt Mitarbeiter des renommierten schottischen Rowett Research Instituts (RRI) in Aberdeen war, vor die Presse und forderte vor laufenden Fernsehkameras, dass genmanipulierte Lebensmittel besser getestet werden müssten, bevor sie eine Marktzulassung erhielten. Pusztai ging noch weiter: "Uns wird immer versichert, dass genmanipulierte Nahrung absolut sicher ist und uns nicht schaden kann. Dennoch würde ich nicht davon essen, wenn ich die Wahl hätte. Wir müssen uns weniger beeilen und mehr Tests machen."
Zu weiteren Versuchen sollte es allerdings nicht mehr kommen. Drei Tage später wurde Pusztai von seinem Arbeitgeber, mit dem er seinen Fernsehauftritt vorher abgesprochen hatte, in den Ruhestand versetzt und durfte sich nicht mehr öffentlich zu seinen Versuchen äußern. Begründung: Pusztais Schlüsse seien übereilt gewesen, sein Versuchsaufbau wissenschaftlich nicht fundiert, und er habe sogar Versuchsdaten verwechselt. Nach einer Woche heftigen Presserummels verschwand der Fall Pusztai aus den Medien. Aber nicht aus dem Bewusstsein engagierter und kritischer Wissenschaftler/innen. Mitte Februar 1999 ging eine Gruppe von 23 Wissenschaftler/innen aus 13 Ländern, die Pusztais Experimente überprüft hatten, an die Öffentlichkeit. Ihr Urteil war einhellig: Weder seien Prof. Pusztais Schlüsse voreilig gewesen, noch sein Versuchsaufbau nicht korrekt, geschweige denn habe er Daten verwechselt. Im Gegenteil: Es bestehe der "begründete Verdacht, dass der Verzehr von transgenen Pflanzen auch bei Säugetieren erhebliche gesundheitliche Folgen haben kann." Die Expertengruppe, die u. a. aus Molekularbiologen/innen, Human- und Veterinärmediziner/innen und Ernährungswissenschaftler/innen bestand, forderte in ihrem Memorandum Pusztais Rehabilitierung und dass die Versuchsreihe fortgesetzt werde. Ihr Memorandum löste besonders in Großbritannien die heftigsten Kontroversen seit dem BSE Skandal über Sicherheit und Vorsorgemaßnahmen bei Lebensmitteln aus. Selbst zwischen Regierungschef Blair, Wissenschaftsminister Sainsbury und Prinz Charles wurden hitzige Dispute über Notwendigkeit und Sicherheit genmanipulierter Lebensmittel und die Vorteile des ökologischen Landbaus geführt.
Arpad Pusztais Versuche Pusztais Fütterungsstudien am schottischen Rowett Research Institut (RRI) haben einen etwa dreijährigen Vorlauf. Im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses standen Pflanzen, die Lektine produzieren. Lektine sind Proteine, die von vielen Pflanzen gebildet werden, um sich gegen Fraßfeind, wie saugende und beißende Insekten, zu schützen. Lektine sind unter dem Aspekt des natürlichen Pflanzenschutzes nützlich, gleichzeitig ist aber bekannt, dass zumindest einige Lektine für Menschen ungenießbar sind. Ab einer gewissen Konzentration können sie verschiedene Körperfunktionen und das Immunsystem beeinträchtigen. Ein Paradebeispiel für Lektine in unserer Nahrung sind Bohnen. Um die Wirksamkeit der Lektine zu zerstören, müssen sie vor dem Verzehr gekocht werden. Im Rahmen der Versuche am RRI suchten die Forscher Lektin-Gene, die Pflanzen eine Widerstandsfähigkeit gegen Insekten verleihen, ohne für Menschen schädigende Wirkung zu haben. Dabei schien ihnen das Gen des Schneeglöckchen-Lektins besonders Erfolg versprechend. Von diesem Gen war bekannt, dass es vor Fraßinsekten schützt, ohne gesundheitsschädigende Wirkung zu haben. Dies hatte Pusztai bereits 1990 experimentell an Ratten nachgewiesen. Wegen dieser positiven Voruntersuchungen, wurde das Gen des Schneeglöckchen-Lektins (Galanthus nivalis Agglutinin, GNA) für die weiteren Versuche ausgewählt, isoliert und mittels Gentransfer auf andere Pflanzen wie beispielsweise Kartoffeln übertragen. Nach dieser Genmanipulation sollte überprüft werden, ob die Schutzfunktion des Lektins ohne schädigende Wirkung auch in der transgenen Pflanze, in diesem Fall der Kartoffel, noch wirksam war. Diese Überprüfung war Aufgabe des Versuchsleiters und Lektinexperten Prof. Arpad Pusztai.
Arpad Pusztais Versuchsaufbau, Beobachtungen und Schlüsse Für diese Überprüfung führte Pusztai Fütterungsversuche an Ratten durch. Dabei wurden die Ratten 10 Tage mit rohen, gekochten und gebratenen Kartoffeln gefüttert und danach auf Veränderungen untersucht. Pusztais besonderes Erkenntnisinteresse galt der Frage, ob GNA eine Wirkung auf den Verdauungstrakt und das Immunsystem der Nager habe. Er verabreichte seinen Versuchstieren die Kartoffeln nicht nur in unterschiedlichen Zubereitungsformen, sondern aus Plausibilitätsgründen auch in drei Varianten:
Transgene Kartoffeln, die auf Grund der Genmanipulation das GNA-Lektin selber herstellen; Konventionelle Kartoffeln, denen das GNA-Lektin separat beigemischt wurde und Konventionelle Kartoffeln ohne Lektin. Danach untersuchte Pusztai die Ratten und kam zu folgenden Befunden: Nicht das reine Lektin, sondern die transgenen Kartoffeln, die das Lektin durch den GNA-Gentransfer selber produzieren, führten zu Schädigungen bei seinen Versuchstieren. So waren innere Organe der Ratten um etwa 10 Prozent geschrumpft und bei Zellkulturtests mit Immunzellen der Ratten beobachtete Pusztai eine verringerte Reaktionsfreudigkeit, was er als mögliches Anzeichen für eine Beeinträchtigung des Immunsystems interpretierte. Beide Veränderungen waren einzig und allein bei der Rattengruppe aufgetreten, die ausschließlich mit transgenen Kartoffeln gefüttert wurden. Pusztai selber war von diesem Ergebnis wohl am meisten überrascht, denn in einem Interview erinnert er sich: "Ich war überzeugt, dass ich nichts finden würde." Nachdem das separat mit den Kartoffeln verabreichte Lektin zu keinen signifikanten Veränderungen bei der Versuchsgruppe führte, liegt es nahe, die Ursache nicht beim Lektin, sondern beim Genkonstrukt selber zu suchen. So könnte der Einbau des fremden Genkonstruktes beispielsweise den Stoffwechsel der Kartoffeln durcheinander gebracht haben. Wir hätten dann in Folge der Genmanipulation eine Kartoffel, die außer dem Schneeglöckchen-Lektin noch eine andere, toxische Substanz produziert. Oder die Steuersequenz des Genkonstruktes, also der Promotor selber, könnte für die "Nebenwirkungen" verantwortlich sein. Diese These präferiert beispielsweise Stanley Ewen, Pathologe am Royal Hospital in Aberdeen, wenn er fordert: "Was wir brauchen, sind Experimente, in denen das genetische Konstrukt ohne das Lektin-Gen in die Kartoffel eingebaut und diese dann verfüttert wird."
Plädoyer für Pusztais Rehabilitierung Die Versuchsergebnisse waren für Pusztai signifikant. Sicherlich lässt sich argumentieren, dass er den wünschenswerten Weg in der Wissenschaft hätte einhalten müssen, seine Untersuchungen wiederholen bzw. von anderen wiederholen und überprüfen lassen und dann seine Ergebnisse in den üblichen Fachjournalen hätte publizieren müssen. Dazu besaß Pusztai aber wahrscheinlich zuviel Erfahrung - immerhin ist er heute 68 Jahre - und wohl auch zuviel Verantwortungsbewusstsein. Pusztai kannte nicht nur seine für ihn selber überraschenden Ergebnisse, sondern auch die Zulassungsunterlagen für transgene Sojabohnen und Mais (Zulassung 1996/97) und er hat in den Unterlagen vergleichbare Fütterungsversuche vergeblich gesucht. Er konnte sie nicht finden, denn sie sind nicht zwingend vorgeschrieben, sie werden von internationalen Gremien wie der WHO (World Health Organisation) und FAO (Food and Agriculture Organisation) lediglich empfohlen. Europäische Zulassungsbehörden können derartige Untersuchungen zwar im Bedarfsfall verlangen, aber sie müssen es nicht. Signifikanz und Verantwortungsbewusstsein sind aber nur zwei von vielen Gründen, die Pusztais Schritt rechtfertigen: Pusztai hat zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass alle transgenen Produkte (lebens)gefährlich seien, wie dies leider in der hitzigen Mediendiskussion immer wieder fälschlich kolportiert wurde. Pusztai hat als Wissenschaftler lediglich auf den Irrglauben des Gegenteils ("absolut sicher") hingewiesen und vor dieser nicht belegten und damit auch nicht haltbaren Aussage gewarnt. Pusztai hat eine Entschleunigung und mehr und sorgfältigere Tests angemahnt. Einmal die Übertragbarkeit von Tierversuchen auf den Menschen und auch die ethische Legitimation neuer Tierversuche, um genmanipulierte Lebensmittel auf ihre Sicherheit zu untersuchen, außer acht gelassen, hat diese Forderung gute Gründe. Bei der Marktzulassung transgener Produkte tobt ein so noch nie erlebter globaler Wettlauf mit der Zeit zwischen weltweit führenden Konzernen wie Monsanto, Novartis oder AgrEvo. Bei diesem Krieg um Marktanteile gilt die einfache Formel "Zeit ist Geld". Und wenn die Zeit für weitere Überprüfungen fehlt, weil diese Zeit gleich doppelt Geld kostet, ist es wahrscheinlich, dass die Sicherheit auf der Strecke bleibt. Pusztai hat nichts präjudiziert, sondern seine eigenen Erwartungen, wenn nicht sogar seine eigenen Vorurteile widerlegt. Dies zeichnet sowohl wissenschaftstheoretisch als auch ethisch einen verantwortungsvollen Wissenschaftler aus. Pusztai hat auf Grund seiner Versuchsergebnisse kein Dogma formuliert, sondern als Wissenschaftler subjektiv Stellung bezogen, also in der besten Weberschen Tradition Wissenschaft und Ethos verbunden und Forderungen gestellt. Damit hat er eine Zivilcourage bewiesen, die in Zeiten knapper Mittel, einseitiger Wissenschaftsförderung und hoher (Akademiker/innen) Arbeitslosigkeit Mut und Respekt und seine Rehabilitierung verlangt.
Petra C. Fleissner aus unserer Mitgliederzeitschrift Umweltnachrichten Ausgabe: 82/1999
Quelle/Copyright bei Umweltinstitut München e.V
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Anfrage an Frau Künast betreff GVO
emailanfrage@kuenast2002.de schrieb: Vorname: Fabio Name: Angeli E-Mail-Adresse: fabio.angeli@bio100.de Telefon: 0221/6910819 Telefax: Nachricht: Sehr geehrte Frau Künast,
wenn die Vorwürfe von Monitor, siehe www.bio100.de betreff GVO stimmen und Sie sich auch zur Grünen Gentechnik bekennen. Fordere ich Sie auf ihr Amt als Ministerin aufzugeben. Sie schaden mit ihrer Haltung nur dem Biolandbau, anstatt ihm den Rücken zu stärken. Mit freundlichen Grüßen Fabio Angeli
----- Original Message ----- From: "Renate Kuenast MdB" <renate.kuenast@bundestag.de> To: <fabio.angeli@bio100.de> Sent: Wednesday, August 06, 2003 5:31 PM Subject: Re: Kontaktformular von www.kuenast2002.de: GVO
Sehr geehrter Herr Angeli,
im Namen der Ministerin danke ich Ihnen für Ihren Brief zum Thema Grüne Gentechnik. Ihre Bedenken gegen diese neue Technologie werden von vielen Menschen geteilt. Im folgenden möchte ich Ihnen einige Informationen zum Thema geben, die wir für wichtig halten:
Tatsache ist, dass inzwischen auf mehr als 50 Millionen Hektar weltweit und mit einem Produktionsanteil von bis zu 90 %, wie z.B. bei Sojabohnen in Argentinien, genveränderte Pflanzen angebaut werden. Daher stellt sich die Frage nach einer Landwirtschaft mit oder ohne Gentechnik zumindest im globalen Kontext schon lange nicht mehr. In Zeiten des weltweiten Handels mit landwirtschaftlichen Produkten ist an dieser Stelle die Frage unausweichlich, wie ein möglichst sicherer und verbraucherfreundlicher Umgang mit dieser neuen Technologie aussehen kann. Renate Künast hat sich bei den Beratungen in der EU von den Prinzipien Transparenz und Wahlfreiheit leiten lassen. Dahinter steht der Gedanke, daß die Verbraucher in der Lage sein sollen zu erkennen, ob ein Nahrungsmittel GVOs enthält oder nicht, so daß sie eine reelle Kaufentscheidung treffen können. Die Verordnung, die das EU-Parlament am 2. Juli diesen Jahres beschlossen hat, trägt dieser Notwendigkeit nach Transparenz Rechnung und beinhaltet sehr strenge Kennzeichnungsvorschriften. Alle Lebensmittel und Futtermittel, bei deren Herstellung gentechnisch veränderte Bestandteile verwendet werden, müssen in Zukunft auf jeden Fall gekennzeichnet werden. Der Schwellenwert von 0,9 % für die Kennzeichnung ist eine Ausnahmeregelung und soll nur für das technologisch unvermeidbare oder zufällige Vorhandensein von gentechnisch veränderten Organismen oder daraus hergestellten Bestandteilen gelten. Die Verordnung des EU-Parlaments muß von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Die Bundesregierung bereitet daher zur Zeit die Änderung des Gentechnikgesetzes vor. Der Entwurf dazu enthält strenge Auflagen für diejenigen, die GVO anbauen wollen. So sollen Landwirte gesetzlich verpflichtet werden, die unkontrollierte Ausbreitung von Gen-Pflanzen auf den Äckern zu unterbinden. Ferner sollen Ökobauern durch scharfe Haftungsregeln vor Einträgen von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen durch Pollenflug o.ä. geschützt werden. Kommt es zu ungewollten Einträgen, soll der Verursacher für Schäden haften.
In der Monitor-Sendung vom 10.Juli 2003 wurde vor allem Kritik an zwei Punkten des Gesetzesentwurfs geübt.
1. fehlende Abstandsregelungen Monitor bemängelt, daß keine Regelungen über die einzuhaltenden Abstände zwischen Feldern mit GVOs und Feldern mit anderen Nutzpflanzen im Gesetzesentwurf zu finden sind. Tatsache ist, daß diese Regelungen nicht im Gesetzesentwurf festgelegt werden, sondern in einer Verordnung über gute fachliche Praxis. Ein Entwurf für diese Verordnung wird zur Zeit erarbeitet. In der Verordnung sollen u.a. die vom Anbauer gentechnisch veränderter Nutzpflanzen einzuhaltenden Abstände, Schutzpflanzungen und die strikte Trennung von Reinigungs- und Betriebsmitteln geregelt werden.
2. Haftungsregelung Weiterhin wird von Monitor behauptet, daß im Gesetz keine Haftungsregelung getroffen seien. Dies ist falsch. Offenbar lag der Redaktion ein früherer Entwurf des Gesetzes vor, der nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht. Der aktuelle Entwurf zur Novellierung des Gentechnikgesetzes enthält hierzu Vorschriften, durch die das bestehende Schadensersatzrecht durch einen besonderen Anspruch im Hinblick auf in Verkehr gebrachte GVO ergänzt wird. Kommt es zu ungewollten Einträgen, soll der Verursacher für Schäden haften. Ziel ist der Schutz der Existenz und der wirtschaftlichen Interessen von Landwirten, die bewusst auf die Anwendung der Gentechnik verzichten wollen. Mit der Novellierung des Gentechnik-Gesetzes soll die Koexistenz, also das verträgliche Nebeneinander verschiedener landwirtschaftlicher Produktionsweisen möglich werden. Deutschland kann hier innerhalb der EU mit einer besonders strengen nationalen Regelung mit positivem Beispiel vorangehen. Verbraucher, Landwirte und Handel in Deutschland bekommen damit seriöse und verlässliche Maßnahmen zum Schutz der gentechnikfreien Produktion.
Mit freundlichen Grüßen Cordula Andrä
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Lesen Sie bitte zu GVO, auch den Artikel von Klaus Schramm.
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27.06.2002 Künast schlägt Bresche für Gen-Mais von Ute Daniels Erstveröffentlichung auf www.netzwerk-regenbogen.de Mit freundlicher Genehmigung. Alle Texte Urheberrechtlich geschützt
Wie beim "Atom-Ausstieg" wird von der "rot-grünen" Bundesregierung auch im Bereich Landwirtschaft und Verbraucherschutz das eine versprochen, nämlich die "ökologische Agrar-Wende", und heimlich das genaue Gegenteil getan. Über das Bundessortenamt hat Ministerin Künast eine Sondergenehmigung für rund 50 Tonnen gen-manipuliertes Saatgut für den kommerziellen Anbau erteilen lassen. In keinem anderen EU-Land außer in Deutschland und Spanien darf in diesem Jahr Gen-Mais frei angebaut werden. Immer noch sind in Deutschland laut repräsentativen Umfragen mehr als 70 Prozent der Bevölkerung gegen Gen-Food. Doch dies interessiert hierzulande weder Regierungsparteien noch Opposition. Zudem werden im Gegensatz zu früheren Versuchs- anpflanzungen von Gen-Mais diesmal die Anbauorte geheim gehalten. Offensichtlich soll damit verhindert werden, daß örtliche Bürgerinitiativen mit der Sense verhindern, daß über unsere Köpfe hinweg Fakten geschaffen werden. Diese in der absoluten Zahl als geringfügig anmutenden Anpflanzmengen müssen im Zusammenhang mit neuesten EU-Verordnungen gesehen werden. Laut diesen dürfen in Zukunft Lebensmittel als "gentechnik-frei" verkauft werden, wenn sie bis zu 3 Prozent mit Gen-Food verunreinigt sind. Die Industrie hofft, auf diesem Wege den Widerstand der VerbraucherInnen brechen zu können, wenn es denn in Zukunft heißt: "Jetzt ist sowieso überall Gen-Food drin". GREENPEACE hat inzwischen an alle Städte und Gemeinden in Deutschland Briefe verschickt, in denen diese aufgefordert werden, für den Schutz ihrer AnwohnerInnen Sorge zu tragen und von der Gentechnik-Industrie und den einschlägigen Saatgutfirmen Auskunft über die Anpflanzorte zu verlangen. Bekannt geworden ist inzwischen immerhin soviel, daß der Gen-Mais vor allem entlang des Rheingrabens und in einigen Gegenden Bayerns angebaut werden soll. Am 15.06. entdeckte GREENPEACE den heimlichen Anbau von Gen-Mais in Riedstadt bei Darmstadt. Das dortige Feld wurde öffentlich gemacht. Rund zwanzig AktivistInnen errichteten einen 12 Meter hohen Mast und spannten daran ein Transparent mit der Warnung: "Achting! Hier wird heimlich Gen-Mais angebaut". In diesem Fall handelt es sich um Gen-Mais des Schweizer Chemie- und Agro-Konzerns Novartis. Immer häufiger werden inzwischen auch Informationen über die schädlichen Auswirkungen von gen-manipulierten Pflanzen bekannt. In China sind die Auswirkungen des Anbaus gen-manipulieter Baumwolle nach nur fünf Jahren nicht mehr beherrschbar (Siehe unseren Artikel 'Außer Kontrolle'). Erst vor wenigen Wochen veröffentlichte das US-amerikanische Wissenschaftsmaganzin 'nature' Untersuchungen, die belegen, daß der Monarchfalter durch die Pollen von Gen-Mais geschädigt wird. Ähnliche Auswirkungen sind auch auf andere Schmetterlingsarten zu erwarten. Das Feld mit Gen-Mais im hessischen Riedstadt liegt in der Nähe eines der größten Naturschutzgebiete Hessens. Der Novartis-Mais birgt zudem eine besondere Gefahr: Er enthält aus technischen Gründen ein zusätzliches Gen, das ihn widerstandsfähig gegen den Einsatz von Antibiotika macht. Viele Wissenschaftler und Mediziner fordern ein Verbot von Gen-Pflanzen mit dieser Resistenz. Sie befürchten, daß die Antibiotika-Resistenz beim Verzehr der Gen-Pflanzen auf Krankheitserreger übertragen werden. Gebräuchliche Medikamente gegen gefährliche Bakterien würden beim Menschen dann nicht mehr wirken. Bislang fordert GREENPEACE den verantwortlichen Bauern in Riedstadt dazu auf, den Gen-Mais sofort vom Acker zu entfernen und zu vernichten.
Ute Daniels
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Quelle:@grar.de @grar.de Aktuell - 23.08.2003 Höfken: Entwurf zum neuen Gentechnik-Gesetz sichert Wahlfreiheit und Koexistenz Berlin (agrar.de)
Zum vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft vorgelegten Entwurf zur Novelle des Gentechnik-Gesetzes erklärt Ulrike Höfken, verbraucherschutz- und agrarpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen:
'Mit dem jetzt vorgelegten Gesetzentwurf nimmt Renate Künast Verantwortung dafür wahr, dass auch künftig eine gentechnikfreie Produktion von Lebensmitteln möglich bleibt. Im Gegensatz dazu hat die EU-Kommission sich mit ihren jüngsten 'unverbindlichen Leitlinien' zur Koexistenz vor allen wichtigen Fragen wie Haftung oder einheitliche Sicherheitsabstände gedrückt. Der jetzt vorgelegte Gesetzentwurf sichert Wahlfreiheit und Koexistenz. Damit wird dem Wunsch der übergroßen Mehrheit der Verbraucher ebenso Rechnung getragen, wie den berechtigten Interessen des Ökolandbaus auf Schutz vor gentechnischer Kontamination. Er erfüllt gleichzeitig die Vorgaben der WTO und macht deutlich, wie haltlos die Klage der USA ist. Er setzt die seinerzeit unter der Federführung von Jürgen Trittin entstandenen Vorgaben der EU-Freisetzungs-Richtlinie in nationales Recht um, die u.a. weitgehendende Regelungen zu Risikobewertungen, Registern und Monitoring vorsieht.
Zentrale Punkte sind:
1. Sicherheit, Vorsorge und Prävention sind vorrangige Ziele des Gesetzes.
2. Klare Kennzeichnungsregelungen stellen sicher, dass Verbraucher und Landwirte wissen, ob Lebensmittel gentechnisch verändert sind.
3. Der Schutz ökologisch sensibler Gebiete wird - so weit es geht - gewährleistet.
4. Es wird eine gute fachliche Praxis zur Sicherung der Koexistenz vorgeschrieben und definiert.
5. Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Kontrolle werden durch obligatorische Anbauregister und Monitoring gewährleistet.
6. Es sind Regelungen zur Haftung und Anwendung des Verursacherprinzips bei Einkreuzungen gentechnisch veränderter Pflanzen vorgesehen.
7. Die Berücksichtigung gesundheitlicher und ökologischer Fragen ist durch die Zuständigkeit des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und des Bundesamtes für Naturschutz sichergestellt.
Der jetzt vorliegende Gesetzentwurf bietet auch der Wirtschaft Planungssicherheit und einen klaren gesetzlichen Rahmen für künftige Vorhaben. Wir appellieren daher an die Biotechnologieindustrie, auch im Interesse der eigenen Akzeptanz, ihren Widerstand gegen die Novelle aufzugeben und konstruktiv an einer schnellen Umsetzung mitzuarbeiten.
Wir werden im parlamentarischen Verfahren Vorschläge prüfen und diskutieren, inwieweit etwa die schwierigen Fragen der Haftung oder der Anwendung des Verursacherprinzips im Detail abschließend gelöst sind und eventuell zusätzliche Vorschläge unterbreiten.'
© Copyright by 1997-2003 @grar.de, Rheine,
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Kommentar: Zu 2. Wie soll das denn aussehen, wenn eine Verunreinigung bis 0,9 % erlaubt ist und nicht gekennzeichnet wird? Was verstehen die Politiker denn da unter Wahlfreiheit? Ich kann doch nicht erkennen, ob GVO drin ist oder nicht. Jedenfalls nicht bis zu den 0,9 %. Erster Schlag ins Gesicht.
Zu 3. Och, werden Ökobetriebe wie konventionelle Betriebe, die kein GVO einsetzten, unter riesigen, hermetisch geschlossen Hallen Gemüse und Obst anbauen?? Werden Bienen und Hummeln gekennzeichnet, wenn sie Blütenstaub von GVO-Pflanzen aufgenommen haben? Verbietet man ihnen dann den Überflug auf GVO-freie Felder? Solche Aussagen sind mit nichts mehr zu erklären. Man wirft mir oft vor, ich wäre realitätsfremd. Ich kann dazu nur eins sagen: Wenn ich solche Pressemitteilungen lese frage ich mich, wer ist hier realitätsfremd?
Zu.4. Was heißt hier eigentlich immer Koexistenz? Fast die gesamten Bürger der EU wollen kein GVO. Man redet aber nicht über kein GVO sondern nur über Koexistenz. Wie soll man das den verstehen: Wie bei den Atomkraftwerken? Alles prima! Kein Problem! Im Fall von Tschernobyl ist die Koexistenz, das wir mit radioaktiven Regen verseucht wurden und der Dreck immer noch in Pilzen zu finden ist. Meint man so was mit Koexistenz?? Weiß Gott, es gibt noch schlimmere Beispiele.
Zu 6. Was nützt das denn, wenn alles schon GVO-mäßig verseucht ist? Interessiert überhaupt nicht mehr, woher es ist oder wohin es geht? Weil man es nämlich nicht mehr aus der Natur wegbekommt. Welche Wahlfreiheit hat eigentlich die Natur in diesem Fall?
Zu 7. Oh mein Gott, die sollen das kontrollieren. Der BVL erlaubt dann auch GVO-Versuche, oder?? Der Verbraucher hat hier die Entscheidung zu tragen. Die lautet nämlich: WIR WOLLEN KEIN GVO. Man redet hier immer über Wirtschaft und die Saatgutindustrie. Aber keiner über die Bürger der EU und wenn dann nur am Rande. Sie werden mit inhaltslosen Pressemiteilungen beruhigt. Ich bitte Sie, lassen Sie sich das nicht gefallen und üben Sie Druck auf Regierungen sowie Verbände aus. Kaufen Sie keine Produkte von Firmen, die GVO einsetzen oder dem positive gegenüber stehen. Greenpeace hält Listen bereit, wo man nachschauen kann, wer mit GVO arbeitet. Seien Sie nicht "Konsument". Das verurteilt Sie zum Nichtstun. Werden Sie AKTIV Das Wort Koexistenz bedeutet nur, das man eine Tür einen Spalt öffnet. Aber wenn der Wind stärker wird, ist der Druck so groß, das sie ganz aufgeht.
Bio100 v.Fabio Angeli
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Krieg um Gen-Food: Aus für Bio-Bauern? Quelle:Monitor
Kommentar: Wenn die hier gemachten Vorwürfe richtig sind, fordere ich das Frau Künast ihr Amt als Grüne Ministerin aufgibt. Nicht nur das sie dem Biolandbau mit dem Bio-Siegel mehr geschadet hat als geholfen, nein sie fällt den Biobauern, den Verbrauchern und auch den konventionellen Bauern, die kein GVO wollen, in den Rücken. Dabei täuscht sie auch die Verbraucher. Schon vergessen? Sie ist “ Verbraucherschutzministerin”
Machen Sie mit! Üben Sie Druck aus und schreiben Sie ihr Ihre Meinung Fabio Angeli Unterschriftenaktion von Klaus Schramm, laden Sie sich das DOC runter. “ Rechts klicken können Sie Ziel speichern, oder links klick Dokument öffnen und Drucken ”
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Stoppt Gen-Food ! Hände weg von unserer Nahrung
Von Norbert Suchanek
Die meisten Menschen in der Welt und viele Regierungen lehnen bis heute Gen-Food und Gentechnik in der Landwirtschaft ab. Genetisch veränderte Pflanzen (GVO-Pflanzen) werden derzeit in erster Linie in den USA, Kanada, in Argentinien und in China großflächig angebaut, obwohl auch dort viele Menschen und Verbraucherorganisationen Gen-Food ablehnen und dagegen protestieren. Die Europäer haben sich zu über 70 Prozent gegen genetisch manipulierte Nahrungsmittel und Gentechnik in der Landwirtschaft ausgesprochen. Und dennoch versucht die Gentech-Branche seit Jahren massiv ihre Produkte aus den Gen-Labors auch bei uns auf den Markt zu drücken. Nun scheint sie sogar nicht nur Hilfe aus Bayern durch die gentech-begeisterte Bayerische Staatsregierung zu bekommen, sondern auch von „Bundessuperminister“ Wolfgang Clement.
Die ersten GVO-Pflanzen wurden erstmals 1996 in den USA auf die Felder gebracht. Inzwischen wachsen die Produkte aus den Gen-Labors – Gen-Soja, Gen-Mais, Gen-Rapps, Gen-Baumwolle, Gen-Kartoffeln - weltweit auf einer Fläche von 58 Millionen Hektar. Im Vergleich zum gesamten, landwirtschaftlichen Nutzfläche auf unseren Planeten von rund 1,5 Milliarden Hektar ist dies noch relativ minimal. Dies haben wir Dutzenden von Verbraucher-, Umweltschutz-, Menschenrechts- und Bauernorganisationen im Verbund mit kritischen, unabhängigen Wissenschaftlern und Öko-Bauern aus aller Welt zu verdanken, die seit Jahren gegen den Vormarsch der Gen-Pflanzen arbeiten. Gen-Food kann deshalb noch gestoppt werden!
Aber der Druck der Gen-Lobby ist groß. Dies musste 1998 der Wissenschaftler Arpad Pusztai vom schottischen Rowett Research Institut schmerzhaft erfahren. Er testete gentechnisch veränderte Kartoffeln und verfütterte sie an Ratten. Als seine Tests ergaben, dass die Gen-Kartoffeln die Ratten schädigten, ging er an die Öffentlichkeit. Folge: Auf Druck der Gen-Lobby verlor er zwei Tage später seinen Job im Rowett Research Institut, wo er zuvor 35 Jahre erfolgreich geforscht hatte. Die Fütterungsversuche wurden umgehend eingestellt, und in der Folgezeit war der Wissenschaftler darüber hinaus monatelang einer regelrechten Hetzkampagne von Seiten der Gen-Food-Befürworter ausgesetzt. Man warf dem 68jährigen Biologe beispielsweise vor, die Versuchsreihen verwechselt zu haben.
Nicht nur das Öko-Institut Freiburg fordert längst die Rehabilitierung von Arpad Pusztai und verlangt Konsequenzen aus den Fütterungsversuchen. Nach einer Prüfung der Experimente durch unabhängige Wissenschaftler zeigte, so das Öko-Institut, dass Pusztai offenbar doch richtig lag. "Die Begründung für die Entlassung ist mehr als dürftig, der Versuchsaufbau war korrekt und die Ergebnisse geben zu großer Sorge Anlass", so Beatrix Tappeser vom Öko-Institut. Die Biologin gehörte zu einer Gruppe von mehr als 20 Wissenschaftlern aus aller Welt, die die schottischen Versuche überprüft haben. Sie haben ein Memorandum zur Rehabilitierung des angesehenen Forschers vorgelegt. Die Expertengruppe ist sich einig, dass aufgrund der vorliegenden Daten der begründete Verdacht besteht, dass der Verzehr von transgenen Pflanzen auch bei Säugetieren erhebliche gesundheitliche Folgen haben kann. Aus Sicht Arpad Pusztais stellten prinzipiell alle transgenen Pflanzen, unabhängig von der Wirkung des neu eingefügten Gens, ein potentielles Gesundheitsrisiko dar. Da seiner Meinung nach die derzeitige Praxis bei der Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen entsprechende Sicherheitstests nicht vorsehe, würden die Verbraucher als Versuchstiere missbraucht.
In Deutschland scheint nun aber die Gen-Lobby in Bundeswirtschaftsminister und Transrapid-Befürworter Clement sowie in Forschungsministerin Bulmahn neue Mitstreiter gefunden zu haben. So nahm der Bioland-Bundesverband vergangenen August die Kritik von Clement und Bulmahn an den von Verbraucherministerin Künast geplanten Anbauregeln für Gen-Pflanzen zur Kenntnis. Das Verhalten der SPD-Minister zeige, welch geringen Stellenwert die Interessen großer Teile der Bevölkerung sowie konventionell und ökologisch wirtschaftender Bauern habe, erklärte Bioland und fordert europaweit strenge Anbauregelungen zum Schutz vor der unkontrollierten Ausbreitung von Gen-Pflanzen. Geschehe dies nicht, so Thomas Dosch, „ist zu befürchten, dass sich Gen-Konstrukte in wenigen Jahren in allen landwirtschaftlichen Nutzpflanzen und vielen Wildpflanzen wieder finden.“ Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement auf, den Verbraucherschutz nicht im Interesse der Gentechnikindustrie aufzuweichen. "Die USA versuchen mit Hilfe der WTO, den Europäern gentechnisch veränderte Lebensmittel aufzuzwingen“, sagt Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer. „Die EU darf sich diesem Druck nicht beugen. 80 Prozent der EU-Bürgerinnen und Bürger wollen kein Gen-Food. Clement hat deshalb den klaren Auftrag, sich für ein gentechnikfreies Europa einzusetzen." Und der WTO-Experte des BUND, Daniel Mittler, fügt hinzu: "Der Schutz der Verbraucher und der Umwelt droht zum Opfer des US-Gentech-Imperialismus zu werden.“ Deutschland und Europa dürfen der Gen-Lobby nicht nachgeben.
Weitere Informationen zu Gen-Food und Gentechnik geben die verschiedenen Umweltschutzorganisationen wie BUND oder Greenpeace. Hier eine Liste von informativen Internetseiten in Deutsch und Englisch zum Thema:
www.biogene.org, www.blauen-institut.ch/ , www.bund.net/ , www.gefoodalert.org/pages/home.cfm, www.genewatch.org/ , www.genfood.at/, www.gentechnologie.ch/, www.global2000.at/index3.htm, www.grain.org/front/index.cfm, www.katalyse.de, www.percyschmeiser.com/, www.transgen.de, www.wen.org.uk,
Alle Texte von Norbert Suchanek sind urheberrechtlich geschützt.
Mit freundlicher Gehnehmigung. Kontakt: Norbert Suchanek
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