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Liebe Freundinnen und Freunde des gentechnikfreien Saatgutes,
"Save our Seeds" möchte Sie über den leider bedrohlichen Stand der Dinge bezüglich der Reinhaltung von Saatgut von gentechnisch veränderten Sorten auf dem Laufenden halten und um Ihre schnelle Unterstützung bitten.
Die Lage: Die Umweltkommissarin Margot Wallström wird am 8. September der Kommission ihren Vorschlag für eine "Kommissionsentscheidung zum zufälligen und technisch unvermeidbaren Vorhandensein von gentechnisch veränderten Sorten in konventionellem und biologischem Saatgut" vorlegen. Der Vorschlag sieht vor, daß sowohl bei Mais als auch bei Raps bis zu 0,3% GVOs ungekennzeichnet in gentechnikfreiem Saatgut enthalten sein dürfen. Hat die EU-Kommission einen solchen Vorschlag einmal beschlossen, könnte er nur noch von einer Zweidrittel-Mehrheit der Mitgliedstaaten im Ministerrat gestoppt werden.
Unser kurzfristiges Ziel ist es, eine Mehrheit der Kommissarinnen und Kommissare davon zu überzeugen, daß eine solch weitreichende Entscheidung nicht mehr von der jetzigen Kommission getroffen werden sollte.
Brüssel ist dieser Tage im Übergang: Der neue Kommissionspräsident Barroso hat bereits seine neue Kommission vorgestellt, die am 1. November ihren Dienst antreteten soll. Gleichzeitig ist die alte EU-Kommission unter Präsident Prodi noch bis Ende Oktober im Amte. Einige der alten Kommissare werden in wenigen Wochen Brüssel verlassen, andere werden neue Aufgaben übernehmen. Alle neuen Kommissare werden von dem ebenfalls neu gewählten Europäischen Parlament in den kommenden Woche schriftlich und mündlich befragt werden, bevor es über ihre Bestätigung abstimmt.
In diesem Machtvakuum soll nun die seit Jahren heftig umstrittene Saatgut-Richtlinie noch von der alten Kommission auf den Weg gebracht werden. Der Lobby-Druck der Agrarindustrie aber auch der Vertretung der USA in Brüssel ist enorm. Auf der anderen Seite ist eine klare Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Europas für sauberes Saatgut. Es ist die Voraussetzung dafür, daß auch in Zukunft Lebensmittel ohne Gentechnik produziert werden können. Hunderttausende von Bürgerinnen und Bürgern, mehr als 300 Organisationen mit über 25 Millionen Mitgliedern, das Europäische Parlament und eine Vielzahl von Regierungen (auch der Deutsche Bundestag) haben sich für die Reinhaltung des Saatgutes ausgesprochen. Vor zwei Monaten hat die Dänische Landwirtschaftsministerin Else Mariann Fischer Boel im Agrarministerrat die Forderung nach Kennzeichnung von GVO-Verunreinigungen an der praktischen Nachweisgrenze von 0,1% gefordernt. Ab 1. November wird Frau Boel die neue EU Kommissarin für Landwirtschaft sein.
Gegen die Einführung von Verunreinigungs-Grenzwerten beim Saatgut sprechen auch die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fakten: Eine flächendeckende GVO-Verunreinigung der Umwelt und der Ernte der betroffenen Pflanzenarten wäre unvermeidbar. Auf die Landwirte, Verarbeiter und letztlich auch die Verbraucher kämen zusätzliche Kosten in dreistelliger Millionenhöhe zu. Alle Konzepte einer "Koexistenz" von gentechnischer und gentechnikfreier Landwirtschaft würden zumindest mittelfristig zu Makulatur.
Bitte handeln Sie jetzt!
Deshalb bitten wir Sie, sich jetzt an die gegenwärtig und zukünftig zuständigen EU-Kommissare zu wenden und sie aufzufordern, nicht in ihren letzten Tagen eine so weitreichende und fatale Entscheidung zu treffen. Es wäre ebenfalls hilfreich, wenn möglichst viele Europaabgeordnete dieses Problem bei ihrer Befragung der neuen Kommission auf die Tagesordnung setzen. Bitte schreiben Sie Briefe, faxe, emails an die Kommissarinnen und Kommissare und bitte wenden Sie sich auch an Ihre Europaabgeordneten. Die Kommission muß spüren, daß die Öffentlichkeit ihre letzten und ihre ersten Schritte verfolgt und eine Verunreinigung des Saatgutes mit GVO nicht akzeptieren wird. Wir sind zuversichtlich, daß wir gemeinsam unser Ziel, das Saatgut kurzfristig und für künftige Generationen von gentechnischen Verunreinigungen freizuhalten erreichen können und zählen dabei auf Ihre Unterstützung.
Herzliche Grüße von "Save our Seeds"! SAVE OUR SEEDS Marienstr.19/20, 10117 Berlin Tel.: +49 (030) 24 04 71 46/ Fax.: +49 (030) 27590312 eMail: info@saveourseeds.org web: www.saveourseeds.org, www.zs-l.de
Kontaktadressen, fax, mail, phone von Romano Prodi, present President of the Commission Rue de la Loi 200 1049 Brussels Belgium Tel: +32.2.2967246 +32.2.2991563 Fax: +32-2 295 0138/39/40 +32.2.2956336 Email: romano.prodi@cec.eu.int
Margot Wallström, present Commissioner for Environment and future Vice President of the Commission Commissioner for the Environment B-1049 Brussels Belgium E-mail: Margot.Wallstrom@cec.eu.int Phone: + 322 2981800 Fax: + 322 2981899
Stavros Dimas, future Commissioner for Environment, present Commissioner for Social Affairs Commissioner for Employment and Social Affairs B-1049 Brussels Belgium E-mail: empl-info@cec.eu.int Fax: +32 2 2982 099
Markos Kyprianou, future Commissioner for Cosumer protection and present Commissioner without portfolio B-1049 Brussels Belgium E-mail: cab-kyprianou@cec.eu.int
Else Mariann Fischer Boel, future Commissioner for Agriculture and presently Danish Minister for Agriculture [Frau Fischer Boel hat noch keine persönliche Email-Adresse] Commissioner for Agriculture Rue de la Loi 200 1049 Brussels Belgium Fax: +32/2/29-59 225
Die Abgeordneten des Europaparlaments finden Sie auf folgender web-site:
www.europarl.eu.int/members/expert.do?language=de&redirection
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P r e s s e m i t t e i l u n g 26. Mai 2004 saveourseeds
BUNDESTAGSBESCHLUSS ZU SAATGUTREINHEIT IST EIN DURCHBRUCH "SOS" begrüßt Forderung zur Kennzeichnung von Gentechnik im Saatgut an der Nachweisgrenze
Berlin, 26.5.2004
Als einen wichtigen Meilenstein für die künftige Reinhaltung von herkömmlichem Saatgut von gentechnischen Verunreinigungen bezeichnete die Initiative "Save our Seeds" den heutigen Beschluss des Deutschen Bundestages, in dem die Regierung aufgefordert wird, sich für eine Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Pflanzen im Saatgut an der Nachweisgrenze stark zu machen. Ein Richtlinienentwurf zu sogenannten Grenzwerten bei der Kennzeichnung von GVOs im Saatgut wird derzeit innerhalb der Europäischen Kommission kontrovers diskutiert.
"Ohne unsere kontinuierliche Arbeit wäre dieser Beschluss wohl nicht gefasst worden", sagte Benedikt Haerlin von der Initiative "Save our Seeds", in der sämtliche Umwelt- und Bioverbände, aber auch Gewerkschaften, landwirtschaftliche, wissenschaftliche und kirchliche Gruppen zusammenarbeiten und die von über 200.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern einer Petition zur Reinhaltung des Saatgutes unterstützt werden.
In der heute mit den Stimmen der Regierungsmehrheit gegen die Stimmen von CDU/CSU und FDP verabschiedeten Entschließung fordert der Deutsche Bundestag die Bundesregierung auf, "sich in der EU auf allen Ebenen für die Reinhaltung des Saatgutes einzusetzen;" und "sich bei der Diskussion um einen Vorschlag der EU-Kommission für Schwellenwerte bei der Kennzeichnung von GVO-haltigem Saatgut für die Orientierung an der Nachweisgrenze einzusetzen," sowie "sich bei den zuständigen Bundesländern für strenge Kontrollen auf Gentechnikfreiheit im Saatgut-, Lebensmittel- und Futtermittelbereich einzusetzen." Im Hinblick auf die von der EU-Kommission diskutierten Schwellenwerte zwischen 0,3 und 0,5 Prozent GVOs in herkömmlichem Saatgut heißt es: "Schwellenwerte oberhalb der Nachweisgrenze würden einer unkontrollierbaren Form des Inverkehrbringens von gentechnisch veränderten Pflanzen Vorschub leisten." Zudem sei sauberes Saatgut billiger für alle Beteiligten, als die Einhaltung eventueller Grenzwerte.
"Diese klare Positionierung ist ein politischer Durchbruch im europäischen Kontext," sagte Haerlin. Neben Dänemark, Italien, Österreich und Luxemburg reiht sich Deutschland damit in die Reihe derjenigen EU-Mitgliedsstaaten ein, die ein Reinheitsgebot für Saatgut fordern. Die meisten übrigen Mitgliedsstaaten haben sich bisher noch nicht konkret zur Frage der Schwellenwerte geäußert. Für Verunreinigungs-Grenzwerte treten nur die Niederlande und Irland ein.
"Wir denken, dass der Beschluss Signalwirkung insbesondere in Frankreich und Großbritannien haben wird," sagte Haerlin. "Außerdem hoffen wir sehr, dass die Mitglieder der scheidenden EU-Kommission, nicht versuchen werden, die ursprünglich vorgeschlagenen Verunreinigungs-Grenzwerte in den letzten Tagen ihrer Amtszeit doch noch durchzudrücken." Formell bedürfte es zur Ablehnung eines Richtlinien-Vorschlages der Kommission in dieser Frage einer Zweidrittel-Mehrheit im Rat der Europäischen Umweltminister.
Weitere Informationen: Benedikt Haerlin, Save our Seeds", mobil 0173 9997555, www.saveourseeds.org Den Wortlaut des Beschlusses "Wahlfreiheit für die Landwirte durch Reinheit des Saatgutes sicherstellen" finden Sie unter http://dip.bundestag.de/btd/15/029/1502972.pdf
Benedikt Haerlin Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Büro Berlin Marienstr.19/20, 10117 Berlin Tel. +49(030)27590309 Fax +49(030)27590312 E-Mail:haerlin@zs-l.de web:www.zs-l.de www.saveourseeds.org
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Save our Seeds P r e s s e m i t t e i l u n g Berlin, 24.5.2004
AUCH SAATGUT-MULTIS MÜSSEN SICH AN DIE GESETZE HALTEN
"Save our Seeds" warnt vor den Gentechnik-Plänen des "World Seed Congress 2004"
Die Rechtslage in der Europäischen Union ist klar: Gentechnisch verändertes Saatgut muss gekennzeichnet werden, auch wenn es sich nur um "Spuren" in konventionellen oder biologischen Sorten handelt. "Nur wenn der Bauer weiß was in seinem Saatgut ist, kann er sich frei entscheiden", sagte der Sprecher der Initiative "Save our Seeds", Benedikt Haerlin, anlässlich des heute beginnenden "World Seed Congress 2004" der International Seed Federation, ISF, in Berlin. Die ISF versucht seit Jahren, diese Rechtslage der EU zu unterlaufen. Save our Seeds fordert sie auf, das Gesetz und den Willen ihrer Kunden zu respektieren.
Die ISF behauptet, es sei nicht zu garantieren, dass Gentechnik-Pflanzen, die in irgendeinem Land zugelassen sind oder auch nur für Freilandversuche genehmigt wurden, nicht in herkömmlichen Sorten auftauchen: "Jeglicher Grenzwert unterhalb von 1 % wäre zu vertretbaren Kosten extrem schwierig zu gewährleisten", heißt es in einem Beschluss der Föderation. Gleichzeitig halten die Unternehmen gegenwärtig ihr Saatgut frei von Gentechnik, wie regelmäßige Untersuchungen der zuständigen Behörden belegen. Vereinzelt festgestellte Verunreinigungen lagen in aller Regel unter 0,1%."Wer soll ihnen da glauben?" wundert sich Haerlin.
Dennoch hat die ISF eine Klausel für die allgemeinen Saatgut-Verkaufsbedingungen ihrer Unternehmen beschlossen: "die Firma gibt keine Garantie, dass das Saatgut gentechnikfrei ist und übernimmt keine Haftung aufgrund des zufälligen Vorhandenseins von gentechnisch verändertem Material.". Sie fand gegen den Protest des Deutschen Bauernverbandes vor zwei Jahren auch Eingang in die vom Deutschen Kartellamt genehmigten "Allgemeinen Verkaufs- und Lieferungsbedingungen für Saatgut". "Solche Vertragsklauseln können das Recht nicht aushebeln oder uminterpretieren," sagte Haerlin, "wann immer Gentechnik im Saatgut ist, egal in welchen Mengen, muss sie gekennzeichnet werden und jeder Verkauf von nicht genehmigten Gentech-Sorten ist strafbar. Die ISF will die Bauern verunsichern und die Politik erpressen."
Die ISF und die sie dominierenden internationalen Gentechnikunternehmen Bayer, Monsanto, Syngenta, DuPont /Pioneer, BASF und KWS versuchen seit Jahren, eine Europäische Saatgut-Richtlinie durchzusetzen, die auch für herkömmliches Saatgut möglichst hohe Verunreinigungs-Grenzwerte mit Gentechnik festlegt. Der irische EU Kommissar David Byrne hatte bereits einen entsprechenden Vorschlag eingebracht, der allerdings nach heftigem Protest 2003 wieder zurückgezogen wurde. Gegenwärtig streitet die EU Kommission unter Federführung von Umweltkommissarin Margot Wallström über einen neuen Gesetzesentwurf.
"Die Agrar-Multis versuchen so ihre Gentechnikprodukte den Landwirten und Verbrauchern durch die Hintertüre aufzuzwingen," warnt Haerlin. Sollten sie sich durchsetzen, könnten bald auf angeblich gentechnikfreier Mais- und Rapsfelder zwischen 500 und 2000 Gentechnikpflanzen pro Hektar wachsen, ohne dass die Landwirte dies auch nur wüssten. Dagegen wehren sich mit der Petition "Save our Seeds" Hunderttausende von Bürgerinnen und Bürgern Europas sowie mehr als 350 Bauern-, Umwelt-, Verbraucherorganisationen und Unternehmen mit mehr als 25 Millionen Mitglieder in der EU.
"Auf dem Weltkongress der Saatgutindustrie werden wir vermutlich wieder die üblichen Versprechen und Phantasien hören, wie Gentechnik den Hunger in der Welt bekämpfen und die Umwelt schonen kann", fürchtet Haerlin, "obwohl die Welternährungs-Organisation FAO erst diese Woche nachgewiesen hat, dass die Branche nur cash-crops für den Welthandel entwickelt und die globale Privatisierung des Saatgutgeschäfts und der Züchtungsforschung in den vergangenen Jahren auf Kosten der Armen und Hungrigen stattfand. Die Wirklichkeit ist eine andere: Ein paar Agro-Multis versuchen, ihre patentierten Pestizid-Sorten mit der geballten Macht, über die sie verfügen, auf den Markt zu drücken."
Weitere Informationen: www.saveourseeds.org, Benedikt Haerlin, 0173 9997555, haerlin@zs-l.de
Hintergrundinformationen
Der World Seed Congress findet vom 24.-26.Mai in Berlin statt. Er wird am Montag um 9 Uhr im Friedrichstadtpalast eröffnet, wo um 11:30 auch eine Pressekonferenz der Organisatoren stattfindet. Unterstützer von "Save our Seeds" werden dort an die 1400 Delegierten einen offenen Brief zur Gentechnik im Saatgut verteilen.
Organisiert wird er von der International Seed Federation, ISF, dem weltweiten Zusammenschluss der Saatgut-Verbände · www.worldseed.org
Auf deren Website finden sich auch die zitierten und weitere Beschlüsse zur Gentechnik unter www.worldseed.org
Der Wert des weltweit verkauften Saatgutes wird dort mit 30 Milliarden US $ angegeben, der des international gehandelten Saatgutes mit 3,6 Mrd.US $
Hauptsponsor des Kongresses ist die Firma Bayer Crop-Sciences · www.bayercropscience.de/de/pf/
Der nationale Organisator und Mitgliedsverband ist der Bund Deutscher Pflanzenzüchter www.bdp-online.de
Der Bericht der Welternährungsorganisation FAO findet sich unter: www.fao.org
Alles zum Thema Gentechnik im Saatgut finden Sie unter: www.saveourseeds.org
Den letzten Stand der Dinge in Bezug auf die geplante EU-Saatgut-Richtlinie finden sie hier unter: www.saveourseeds.org/press_may3
Die "Allgemeinen Verkaufs- und Lieferungsbedingungen für Saatgut nach dem Saatgutverkehrsgesetz mit Ausnahme von Pflanzkartoffeln und Zuckerrübensaatgut (AVLB Saatgut)", liegen allen Saatgutgeschäften zugrunde, soweit nicht ausdrücklich anders vereinbart. www.raiffeisen-landbund.de/avl-saatgut.htm
Eine Pressemitteilung des Deutschen Bauernverbandes dazu finden Sie unter: www.bauernverband.de/pressemitteilung_1263.html
Benedikt Haerlin SAVE OUR SEEDS c/o Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Büro Berlin Marienstr.19/20, 10117 Berlin Tel. +49(030)27590309 Fax +49(030)27590312 eMail: haerlin@zs-l.de web: www.saveourseeds.org >>zurück zu den News>>
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Berlin, den 19.5.04 Pressemitteilung
BÖLW fordert Bauern auf, die Bekanntgabe von Gentechnik–Anbauversuchen über die Staatshaftung zu erzwingen
Bereits seit dem 5.5.2004 ist bekannt, dass gentechnisch veränderter Mais in fünf Bundesländern auf Versuchsflächen angebaut wurde. Weder die Öffentlichkeit noch die Bauern wurden bislang informiert, wo die entsprechenden Felder liegen. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), in dem die Verbände von landwirtschaftlichen Erzeugern, Verarbeitern und Händlern von Öko-Produkten organisiert sind, wendet sich nun an alle Biobauern ebenso wie an alle ohne Gentechnik wirtschaftenden konventionellen Bauern. Er fordert sie auf, bei den zuständigen Landesbehörden Auskunft zu den Freisetzungsorten zu verlangen. Wird die Auskunft verweigert, sollen die Bauern ihre Kosten für prophylaktische Gen-Analysen der Ernten über die Staatshaftung geltend machen.
Dieser Anspruch entsteht, weil Deutschland nach den geltenden EU-Vorgaben bereits vor Monaten ein Anbauregister hätte einführen müssen, aus dem ersichtlich ist, wo Gentechnik angebaut wird.
Der Vorsitzende des BÖLW, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein erklärte dazu: „Es ist ungeheuerlich, wie Landwirte und ihre Abnehmer schutzlos dem Risiko hoher wirtschaftlicher Verluste und der Beschädigung ihres Ansehens ausgesetzt werden. Denn ohne Kenntnis der Anbauorte weiß niemand, ob er nicht mit Pollenkontamination rechnen muss.“
Löwenstein forderte den deutschen Bauernverband auf, sich der Forderung nach Bekanntgabe der Flächen und Bezahlung der Auskreuzungs-Überwachung durch Analysen anzuschließen.
Der Musterbrief für Landwirte ist auf www.boelw.de verfügbar. >>zurück zu den News>>
Ca. 1420 Zeichen. Veröffentlichung honorarfrei, um ein Belegexemplar wird gebeten. Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW e.V.) Marienstraße 19-20, 10117 Berlin Tel. 030/28482-300, Fax 030/28482-309, Email: info@boelw.de, Internet: www.boelw.de Ansprechpartner: Dr. Felix Prinz zu Löwenstein 0171-30 35 686
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Neue GVO-Kennzeichnungsvorschriften: Zusammensetzung der Futtermittel bleibt unverändert
Die genossenschaftlichen Unternehmen kennzeichnen entsprechend den gesetzlichen Vorschriften, die ab 18. April 2004 europaweit gelten, alle Futtermittel, die gentechnisch veränderte Komponenten enthalten. Das bedeutet, dass auf diese Futtermittel, die seit vielen Jahren eingesetzt werden, künftig besonders hingewiesen wird. Weltweit haben gentech-nisch veränderte Pflanzen eine sehr hohe Bedeutung – in den USA wach-sen bereits auf etwa 81 % der Sojaanbaufläche gentechnisch veränderte Sojapflanzen, in Argentinien 99 % und in Brasilien 35 %. Sie spielen des-halb in der Fütterung von Nutztieren eine wichtige Rolle.
In diesem Zusammenhang weist der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) auf folgende Zusammenhänge hin: Unverarbeitete tierische Produkte wie Milch, Fleisch und Eier müssen hinsichtlich GVO (=gene¬tisch veränderter Organismus) grundsätzlich nicht gekennzeichnet werden, auch wenn sie von Tieren stammen, die mit entsprechend kennzeichnungspflichtigen Futtermitteln versorgt wurden. Das liegt daran, dass die Aufnahme von Futtermitteln mit GVO-Bestandteilen nicht zu einer Veränderung dieser tierischen Erzeugnisse führt. Auf den Einsatz von GVO in Futtermitteln kann auch in Zukunft nicht verzichtet werden, da Deutschland auf Im-porte von eiweiß- und energiereichen Futtermitteln, insbesondere Soja, angewiesen ist.
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Deutscher Raiffeisenverband e. V. (DRV) Pressekontakt: Monika Windbergs Deutscher Raiffeisenverband e. V. (DRV) Abteilung Presse und Information Adenauerallee 127 53113 Bonn Telefon: 0228/106-367 Telefax: 0228/106-266 e-Mail: presse@drv.raiffeisen.de Internet: www.raiffeisen.de
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1. Bundestreffen der Regionalbewegung/ Aktion "Nachbar wir brauchen uns" gestartet
Fast 200 TeilnehmerInnen aus dem gesamten Bundesgebiet trafen sich jetzt zum ersten Bundestreffen der Regionalbewegung im bayerischen Feuchtwangen. An drei Tagen wurden Konzepte erarbeitet wie durch regionale Wirtschaftskreisläufe und ein bewusstes Miteinander zur Stärkung der Regionen beigetragen werden kann. Die Ergebnisse wurden in der "Feuchtwanger Charta" verabschiedet und am Ende der Tagung an Herrn Wolfgang Reimer vom Bundesministerium Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft übergeben. Gleichzeitig wurde die Aktion "Nachbar wir brauchen uns" ins Leben gerufen. Durch die Aktion soll der Nachbarschaftsgedanke gefördert und viele kleine und mittlere Betriebe motiviert werden, auch in schwierigen Zeiten ihren Betrieb weiter zu führen.
"Die Regionalbewegung in Deutschland braucht eine starke Lobby", unterstrich Heiner Sindel, Sprecher des Aktionsbündnisses Tag der Regionen auf dem ersten Bundestreffen der Regionalbewegung im fränkischen Feuchtwangen. Bisher arbeiteten viele Regionalinitiativen ohne Kontakt zueinander und kaum bemerkt von der Öffentlichkeit. "Mit dem ersten Bundestreffen der Regionalbewegung möchten wir heraus aus der Nische und zeigen, dass regionale Wirtschaftskreisläufe eine große Chance sind. Sie sichern Arbeitsplätze im Gegensatz zu globalisierten Konzernstrukturen. Sie fördern bürgerschaftliches Engagement durch Nachbarschaft im Gegensatz zur ,Ich-Gesellschaft'. Und sie sparen Energie und schützen Ressourcen, damit auch die nächste Generation noch eine hohe Lebensqualität hat."
Verschiedene ReferentInnen stellten die Regionalbewegung vor, die nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen europäischen Ländern einen immer stärkeren Zuspruch findet. "Derzeit gibt es im Bundesgebiet rund 450 Initiativen die sich in den verschiedensten Bereichen der nachhaltigen Regionalentwicklung engagieren ", so Bernd Blümlein (Deutscher Verband für Landschaftspflege). Sehr erfolgreich arbeitet seit vielen Jahren die österreichische Waldviertel-Region. Deren Regionalmanager Richard Greindl lieferte einen Überblick über die Regionalbewegung in Europa: "Es gibt ein starkes Nord-Süd-Gefälle", so Greindl. "In den skandinavischen Ländern gibt es viele gute Projekte, die sind uns voraus. Was auffällt: besonders in Osteuropa und den baltischen Staaten entwickelt sich die Regionalbewegung massiv. Die südlichen Länder und Frankreich tun sich hingegen schwer."
Um auf die Probleme durch die Globalisierung und die fortschreitende Verödung der Innenstädte hinzuweisen, hatten Feuchtwanger BürgerInnen zwei Aktionen vorbereitet: Drei Kräne zogen vor zahlreichen Schaulustigen große Plakate in den Abendhimmel. Daneben mauerten die BewohnerInnen der fränkischen Kleinstadt im grellen Scheinwerferlicht ihren als "Festsaal Frankens" bekannten Marktplatz ein. Stein für Stein schlossen sie die Zufahrtsstraßen zum historischen Stadtkern. Sie wollten damit zeigen, dass Feuchtwangen bald "dicht machen" kann, wenn es so weitergeht mit der Konkurrenz auf der grünen Wiese. Denn das Zentrum Feuchtwangens droht unter dem wachsenden Druck der Handelsketten, die sich am Stadtrand ausbreiten, auszusterben - eine Entwicklung von der zahllose deutsche Städte betroffen sind.
Mit der in Feuchtwangen gestarteten Aktion "Nachbar wir brauchen uns" setzt die Regionalbewegung auf einen Bewußtseinswandel in der Bevölkerung. "Geiz ist geil" und "Ich bin doch nicht blöd" sind Parolen die Spuren in der Gesellschaft hinterlassen haben, so die Bundeskoordinatorin zum Tag der Regionen Gisela Endt. Spuren, die gerade vielen kleinen Betrieben das wirtschaftliche Überleben schwer machen. Um der Gleichgültigkeit dem Nachbarn gegenüber entgegenzuwirken, wurden in Feuchtwangen die ersten fünf kleinen Geschäfte und Landwirtschaftsbetriebe mit der "Nachbar wir brauchen uns" - Plakette ausgezeichnet. Diese Aktion soll nun auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden.
Die Initiatoren des ersten Bundestreffens der Regionalbewegung darunter neben dem Aktionsbündnis Tag der Regionen auch Agenda Transfer / Bundesweite Servicestelle Lokale Agenda 21, der Deutsche Verband für Landschaftspflege und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sehen in ihrer Veranstaltung eine konsequente Weiterentwicklung des Tages der Regionen. Auf Initiative des Vereins "Artenreiches Land - Lebenswerte Stadt" (Feuchtwangen) und der Bürgerinitiative "Lebenswertes Bördeland & Diemeltal" aus dem ostwestfälischen Borgentreich wurde der Aktionstag mittlerweile auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt.
Bei diesen beiden Initiativen und den beiden langjährigen Bundeskoordinatorinnen Gisela Endt und Brigitte Hilcher laufen auch in diesem Jahr wieder die Fäden für den Tag der Regionen zusammen. Unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Renate Künast werden rund 800 Aktionen im gesamten Bundesgebiet erwartet. Damit ist der Regional-Tag am Erntedankfest in vielen Regionen zu einer festen Größe geworden.
Wer eine Aktion zum nächsten Tag der Regionen am 3.10.04 anmelden will, Kontaktpersonen in der Region sucht bzw. Anregungen und Hilfestellungen benötigt, kann sich im Koordinationsbüro Nord bei Brigitte Hilcher, Zur Specke 4, 34434 Borgentreich, Tel. 05643-948537, Fax 05643-948803, bund-nord@tag-der-regionen.de oder im Koordinationsbüro Süd bei Gisela Endt, Museumstr. 1, 91555 Feuchtwangen, Tel. 09852-1381, Fax 09852-615291, bund-sued@tag-der-regionen.de melden. Weitere Informationen auf der Homepage www.tag-der-regionen.de. >>zurück zu den News>>
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Sehr geehrte Damen und Herren,liebe Freundinnen und Freunde von "Save our Seeds",
die Europäische Kommission wird in den nächsten Wochen einen neuen Anlauf starten, um Grenzwerte für die Verunreinigung von konventionellem und biologischem Saatgut mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) durch eine Richtlinie festzuschreiben. Nach unseren Informationen sollen dies im wesentlichen die gleichen Grenzwerte sein, die bereits im September 2003 vorgeschlagen wurden, dann aber in letzter Minute zurückgezogen werden mußten (0,3 bis 0,5 Prozent GVOs in allem Saatgut).
Wir bitten Sie herzlich, JETZT in dieser Sache AKTIV zu werden: Wenn es in Zukunft kein gentechnikfreies Saatgut mehr gibt, wäre dies das Ende der gentechnikfreien Landwirtschaft. Weder gentechnikfreie Regionen noch die sogenannte Koexistenz könnten auf dieser Basis bestehen. Die EU-Kommission will nach Ostern über den Entwurf entscheiden. Sie sollte deshalb vor Ostern von Ihnen Post bekommen. Eine Beschreibung der aktuellen Situation und verschiedene Vorschläge was Sie praktisch tun können finden Sie unter: www.saveourseeds.org/Download_Centre/sos_26_03_04.html oder als Word-Dokument unter: www.saveourseeds.org/Download_Centre/sos_26_03_04_deutsch.rtf
Einen Brief an die zuständige Kommissarin Margot Wallström, der Ihnen bei der Abfassung Ihres eigenen Protestes helfen könnte, haben wir dort ebenfalls hinterlegt. Natürlich schicken wir Ihnen diese Dokumente auch gerne per E-Mail zu. Weitere Informationen finden Sie unter www.saveourseeds.org
Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und hoffen auf Ihre Unterstützung!
Benedikt Haerlin Save Our Seeds c/o Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Marienstr.19/20, 10117 Berlin Tel. 030 / 27 59 03-09, Fax -12 eMail: info@saveourseeds.org web: www.saveourseeds.org
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Dummerstorf, den 23.03.04 Pressemitteilung 03/04
Mit Weidehaltung wird besonders gesundes und dazu noch schmackhaftes Rindfleisch erzeugt
Artgerechte und umweltschonende Weidehaltung führt zur Erzeugung von Rindfleisch mit verbesserten ernährungsphysiologischen Eigenschaften. Solches mit n-3 Fettsäuren angereicherte Rindfleisch stellt ein gesundes Nahrungsmittel und einen wichtigen Baustein für die Versorgung des Menschen mit essentiellen Fettsäuren dar. Die Erhöhung des Gehaltes ernährungsphysiologisch wertvoller Fettsäuren im Rindfleisch und die Verbesserung der Fleischqualität für den Verbraucher ist in den letzten drei Jahren Gegenstand gemeinsamer Forschung des Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) mit Kooperationspartnern in Großbritannien, Irland, Frankreich und Belgien gewesen. Im Rahmen des EU-finanzierten Forschungsprojekts „Healthy Beef“ wurden die Veränderungen in der Verteilung ernährungsphysiologisch wichtiger Fettsäuren im Fleisch bei unterschiedlichen Produktionssystemen, z. B. Stall und Weidehaltung, und unterschiedlichen Fleischrindrassen untersucht.
Die nun vorliegenden Ergebnisse belegen, dass Rindfleisch ein fettarmes und gesundes Nahrungsmittel ist: der intramuskuläre Fettgehalt der untersuchten Fleischproben lag unter drei Prozent. Im Fleisch von Bullen unterschiedlicher Rassen, die während der Sommerperioden auf der Weide gehalten wurden, konnte eine dreifach höhere Anreicherung von n-3 Fettsäuren gemessen werden. Der ernährungsphysiologische Wert dieser mehrfach ungesättigten Fettsäuren hängt nicht nur von ihrer absoluten Menge im Fleisch ab, sondern auch vom Verhältnis der beiden Fettsäurefamilien n-6 und n-3 zueinander. In ihren aktuellen Richtlinien empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, das n-6 / n-3 Verhältnis in Nahrungsmitteln von derzeit etwa 10 bis 20 zu 1 auf weniger als 5 zu 1 zu senken. Das n-6 / n-3-Verhältnis im Rindfleisch der Weiderinder des EU-Projektes betrug und „übererfüllt“ damit die zitierten Empfehlungen zur gesunden Ernährung. Die Wissenschaftler des im mecklenburg-vorpommernschen Dummerstorf ansässigen FBN, das der Leibniz-Gemeinschaft angehört, fanden zusätzlich heraus, dass neben dem erhöhten Einbau der n-3 Fettsäuren im Rindfleisch gleichzeitig die Konzentration der Arachidonsäure, einer n-6 Fettsäure, signifikant verringert ist. Untersuchungen ergaben auch, dass im Vergleich zu den im Stall mit Konzentratfutter gemästeten Bullen, im Rindfleisch der Weidetiere geringere Gehalte an gesättigten Fettsäuren auftreten. Die Konzentrationen an trans-Fettsäuren werden dagegen von der gewählten Haltungsform nicht beeinflusst. Beide letztgenannten Fettsäureklassen stehen im Verdacht, dass sie den Cholesterinspiegel erhöhen. Fette und Fettsäuren sind nicht nur Energielieferanten und Energiespeicher für den Körper sondern auch Träger zahlreicher fettlöslicher Vitamine (Vitamin A, D, E und K). Zwischen menschlicher Ernährung und einer Vielzahl sogenannter ‚lifestyle’ Krankheiten wie Arteriosklerose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestehen direkte Beziehungen. Schließlich konnten die Forschungsergebnisse aus dem EU-Projekt zeigen, dass Weideperioden zur Verstärkung des Aromas und zur Verbesserung der Lagerfähigkeit von Rindfleisch beitragen. Dieses kann auf den im Gras vorhandenen hohen Gehalt an α-Tocopherol (Vitamin E) zurückgeführt werden, das in seiner Eigenschaft als Antioxidationsmittel zur Stabilisierung des Fettes und der im Fleisch enthaltenen Farbpigmente führt. >>zurück zu den News>>
Quelle: Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere Webseite: www.fbn-dummerstorf.de E-Mail: fbn@fbn-dummerstorf.de
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Mit freundlicher Genehmigung von @grar.de @grar.de Aktuell - 17.03.2004 Schleswig-Holstein: Gentechnisch verunreinigtes Saatgut entdeckt
Kiel (agrar.de) - Bei den routinemäßigen Untersuchungen haben Kontrolleure Saatgut bei Händlern gefunden, das in Spuren mit genetisch veränderten Mais-Samen verunreinigt ist. Die Proben werden jährlich im Auftrag des Kieler Umwelt- und Landwirtschaftsministerium genommen. Zwei Proben waren belastet. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller kritisierte in diesem Zusammenhang Äußerungen der CDU-Vorsitzenden Merkel: 'In der realen Welt kämpfen wir mit den Folgen von grüner Gentechnik, während Frau Merkel von der Zauberbohne, die in den Himmel wächst, träumt.'
In einer Saatgutprobe, die aus den USA stammt, wurde das Konstrukt Bt176 gefunden. Dafür liegt in Deutschland keine Genehmigung zum Inverkehrbringen vor. Es darf in der Bundesrepublik nicht verkauft und ausgesät werden. Die Veränderung soll die Maispflanze resistent gegen Insektenfraß machen. In einer anderen Probe konnte das Konstrukt, MON810, gefunden werden. Dafür gibt es zwar eine Genehmigung zum Inverkehrbringen, die allerdings nur mit einer entsprechenden Kennzeichnung erfolgen darf. Bei der betreffenden Partie fehlte dieser Hinweis. Dieses Saatgut wurde aus Ungarn importiert. Das Ministerium hat die Händler darauf aufmerksam gemacht, dass das mit dem Konstrukt Bt176 verunreinigte Saatgut nicht in den Verkehr gebracht werden darf und schon ausgeliefertes Saatgut von den Landwirten zurückzurufen ist.
Das mit MON810 verunreinigte Saatgut darf nicht ohne die vorgeschriebene Kennzeichnung verkauft werden. Die Händler sind aufgefordert, die Landwirte, die das betroffene Saatgut gekauft haben, darüber zu informieren, dass das Saatgut gentechnische Verunreinigungen enthält. Ob weitere Chargen der Partie der betroffenen Sorten mit gleichem Herkunftsland gentechnisch veränderte Mais-Samen enthalten, kann nicht ausgeschlossen werden. Das Ministerium empfiehlt Landwirten, grundsätzlich eine Erklärung ihrer Händler einzuholen, dass ihr Saatgut gentechnikfrei ist. 'Wir setzen in Sachen 'Grüne Gentechnik' auf Transparenz und Wahlfreiheit - sowohl für Landwirte als auch für Verbraucher', erklärte Klaus Müller. 'Und damit verunreinigtes Saatgut nicht auf unsere Äcker kommt, setzen wir auch auf Kontrolle.' Deshalb lasse das Ministerium in jedem Frühjahr Saatgut auf Verunreinigungen untersuchen. Müller unterstrich wie dringlich der von Renate Künast vorgelegte Gentechnikgesetz sei: 'Damit hätten wir das Verursacherprinzip. Das heißt alle, die gentechnikfrei bleiben wollen, wären vor etwaigen Schäden zumindest finanziell geschützt. >>zurück zu den News>>
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Kennzeichnung von Futtermitteln: Grüne Gentechnik ist längst Realität
03.03.2004
Futtermittel, die gentechnisch veränderte Organismen (GVO) enthalten oder aus GVO hergestellt wurden, wie z. B. Sojaschrot, sind seit Jahren fester Bestandteil in der Fütterung von Nutztieren. Ab 19. April 2004 gelten in der Europäischen Union (EU) Regelungen zur Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von GVO-Futtermitteln. Diese komplexen Vorschriften bringen der Wirtschaft erheblichen organisatorischen Aufwand", erläuterte Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), vor Journalisten in Berlin. Der Import und die Verarbeitung bestimmter GVO sind in der EU bereits seit 1990 aufgrund entsprechender gesetzlicher Bestimmungen möglich. Diese gentechnisch veränderten Organismen wurden in der EU einer langjährigen Sicherheitsbewertung unterzogen und erhielten auf Basis dieser Bewertung ihre Zulassung. In der EU besteht ein Versorgungsdefizit für eiweiß- und energiereiche Futtermittel. Dieser Bedarf wird durch Einfuhren von Getreide, Ölsaaten und anderen Futtermitteln, insbesondere aus den USA und Südamerika, gedeckt. In den USA wurden 2003 auf 81 % der Soja-Anbaufläche gentechnisch veränderte Sojapflanzen, in Argentinien auf 99 % und in Brasilien auf 35 % angebaut. Die Tendenz ist steigend. Mit 140 Mio. t decken diese drei Länder rund 80 % der Welt-Sojaproduktion ab. GVO- und konventionelle Agrarprodukte werden in den wichtigen Exportländern in der Regel nicht getrennt erfasst, transportiert und vermarktet. GVO-freie Futtermittel sind deshalb auf den internationalen Rohstoffmärkten kaum verfügbar. "Aufgrund dieser Marktverhältnisse ist die Forderung an die Landwirte, ausschließlich "gentechnik-freie" Futtermittel zu verwenden, illusorisch. Die genossenschaftlichen Futtermittel-Hersteller werden auch "gentechnik-freie" Produkte anbieten. Aufgrund der höheren Beschaffungs- und Logistikkosten haben diese Betriebsmittel allerdings ihren Preis. Wenn sich ein Markt für GVO-freie Futtermittel entwickelt, werden wir diesen Bedarf decken", so Nüssel. Produkte wie Milch, Fleisch und Eier, die von Tieren stammen, die kennzeichnungspflichtige Futtermittel erhalten haben, müssen nach geltendem EU-Recht nicht gekennzeichnet werden. Diese Entscheidung beruht auch auf der Tatsache, dass die Aufnahme von GVO-Futter-mitteln nicht zu einer Veränderung der tierischen Erzeugnisse führt. Die bislang zugelassenen GVO-Pflanzen besitzen optimierte Anbau-eigenschaften, haben aber keine veränderten ernährungsphysiologischen Eigenschaften. >>zurück zu den News>>
Deutscher Raiffeisenverband e. V. (DRV) Pressekontakt:
Monika Windbergs Deutscher Raiffeisenverband e. V. (DRV) Abteilung Presse und Information Adenauerallee 127 53113 Bonn Telefon: 0228/106-367 Telefax: 0228/106-266 e-Mail: presse@drv.raiffeisen.de Internet: www.raiffeisen.de
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Tagung des österreichischen Berufsimkerbundes v. 28. – 29.2.04. in Graz. Präsident Dr. Harald Singer
Thema der Redner und der anschließenden Diskussion: Umwelt- und Zulassungsproblematik des Wirkstoff Imidachloprid in diversen Produkten der Bayer AG. Imidachloprid wird als Insektizid, Herbizid und anderen Anwendungen (z. B. Saatgutbeizmittel) produziert und gehandelt.
Gemeinsames Resultat der Beteiligten:
Zur Zeit hat der Wirkstoff Imdachloprid die Zulassungsklasse B3 für nicht systemisch wirkende Pflanzenschutzmittel. Das heißt es ist absolut nicht Insekten- und Bienengefährlich. Der bisher in der Zulassungsklasse B3 eingestufte Wirkstoff Imidachloprid befindet sich in der gesamten Pflanze während der gesamten Wachstumsphase bis hin zur Ernte. Darüber hinaus verbleibt es in Besorgnis erregender und gesundheitsgefährender Weise bis zu 3 Jahre im Erdreich und ist im Grundwasser nachzuweisen. Es entspricht somit nicht der Gefahrenklasse B3 (Bienenungefährlich) und muß daher neu eingestuft und bewertet werden.!!
Resümee der Imkervertreter und der Diskussion mit den Teilnehmern der Tagung:
Der Wirkstoff Imidachlorid wurde falsch klassifiziert. Er ist sofort aus dem Markt zu nehmen und einer neuen Zulassungsprozedur zu unterwerfen. Dabei sind die Forschungsergebnisse der franzanzösischen (CST Studie), der italienischen und nicht zuletzt die Studie der deutschen Fachhochschule Weihenstephan (Freising Obb), welche diametral von den Studien der Bayer AG abweichen, zu berücksichigen. Weiter wird gefordert, das die Zulassungskriterien für Pflanzenschutzmittel insoweit ergänzt wird (hier ist der Gesetzgeber gefordert), als das das gesamte Bienenvolk und nicht wie bisher die Einzelbiene in die Untersuchungskriterien einfließt.
Darüber hinaus wird gefordert, das die o.g. Imkerverbände mit ihrem Fachwissen und unabhängige Fachinstitute in zukünftige Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel eingebunden werden. Dies ist zur Zeit nicht gegeben. Es reicht zur Zeit aus, dass der Hersteller eigene Studien zur Zulassung bei der zuständigen Zulassungsbehörde (in Deutschland das Biologische Bundesamt BBA in Braunschweig) einreicht. Dies ist nach den schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit vom Gesetzgeber zu ändern.
Für die beteiligten Imkerorganisationen: Prof. Dr. Fiedhelm Berger, Dr. Harald Singer, Manfred Hederer
Verfasser dieser Resolution: Fridolin Brandt DBIB
Fridolin Brandt 82178 Puchheim – Ort, den 01.03.2004
Weitere Teilnehmer: Europäischer Berufsimkerbund Präsident ( Kommisar ) Prof. Dr Friedhelm Berger Deutscher Berufsimkerbund Präsidident Manfred Hederer
Dr. Schmuck, Bayer AG, Leverkusen, Fridolin Brandt Deutscher Berufsimkerbund, Eric Zeißloff (Brandt u. Zeißloff Coreferenten zu Dr. Schmuck), weitere Wissenschaftler aus Österreich und Deutschland.
Resultat der Podiumsdiskussion, Redner: Dr. Schmuck, Bayer AG, Eric Zeißloff, Sachverständiger, Fridolin Brandt, Sachverständiger und Beauftragter der Deutschen Berufsimkerbundes (DBIB e. V.), Prof. Dr. Friedhelm Berger, Kommisar (Präsident Europäischer Berufsimkerbund) als Moderator.
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Südosten Bayerns will sich als "Gentechnik-freie Region" erklären
Die Urlaubsregion Chiemgau-Inn-Salzach im Südosten Bayerns will sich als "Gentechnik-freie Region" erklären. Das zumindest ist das Ziel der Initiative "Region aktiv Chiemgau-Inn-Salzach" zusammen mit einem breiten Bündnis von rund 20 regionalen Organisationen vom Bayerischen Bauernverband, dem Bund Naturschutz, den Imkerverbänden bis zum Landvolktheater in Halsbach. Bereits bei der Startveranstaltung der Aktion für die Gentechnikfreie Region rund um Inn, Salzach und Chiemsee füllten vergangene Woche in Traunstein viele Landwirte Selbstverpflichtungserklärungen aus, in denen sie sich öffentlich verpflichteten, niemals genetisch veränderte Pflanzen einzusetzen. /N.Suchanek >>zurück zu den News>>
www.chiemgau-inn-salzach.de/ Email: willkommen@region-aktiv-chiemgau-inn-salzach.de
Mit freundlicher Gehnehmigung. Kontakt: Norbert Suchanek
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BÖLW: Verdacht auf gentechnisch verändertes Soja in Bio-Futter
Berlin, 27. Februar 2004.
Nach Hinweisen der zuständigen Kontrollbehörde in Schleswig-Holstein besteht der Verdacht, dass gentechnisch verunreinigtes Soja an einen schleswig- holsteinischen Futtermittel-Betrieb geliefert und in Bio- Mischfuttermitteln eingesetzt wurde. Die Öko-Futtermittelwerke verfügen über eigene Qualitätssicherungssysteme. Zudem überwachen die Kontrollstellen regelmäßig und intensiv die Einhaltung der Vorschriften der EU-Öko-Verordnung. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Futtermittelbetrieben. Im Zuge dieser Kontrollen haben sich Hinweise auf die gentechnische Verunreinigung ergeben. Zur Zeit werden die von dem Futtermittelwerk ausgelieferten Partien sichergestellt und weitere Maßnahmen im Sinne des Verbraucherschutzes eingeleitet. Leider liegen dem BÖLW und den belieferten Landwirtschaftsbetrieben noch keine konkreten Angaben zur Höhe der Verunreinigung vor, da diese von den zuständigen Behörden noch nicht mitgeteilt wurden.
Der Einsatz von Gentechnik jeglicher Art ist im ökologischen Landbau verboten. Demgegenüber wird gentechnisch verändertes Soja in der konventionellen Landwirtschaft häufig verfüttert. Dies ist insofern bemerkenswert, da dieser Umstand in der Öffentlichkeit bislang kaum wahrgenommen wurde. Die ökologische Lebensmittelwirtschaft wird auch in Zukunft alle Möglichkeiten ausschöpfen, Lebensmittel ohne Gentechnik zu erzeugen. Dies kann nur gelingen, wenn der Gesetzgeber die entsprechenden Rahmenbedingungen in dem geplanten Gentechnikgesetz sowie der EU-Saatgutrichtlinie verankert.
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Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW e.V.) Marienstraße 19-20, 10117 Berlin Tel. 030/28482-300, Fax 030/28482-309, Email: info@boelw.de , Internet: www.boelw.de Ansprechpartner: Dr. Alexander Gerber
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@grar.de Aktuell - 25.02.2004
Greenpeace: 25 Tonnen Gen-Mais zum geheimen Anbau freigegeben Gentechnik-Ernte kann für Lebensmittel verwendet werden
Hamburg (agrar.de)
Laut einer Pressemeldung der umweltorghanisation Greenpeace kann hat das Bundessortenamt in Hannover hat Mitte Februar den Firmen Monsanto, Pioneer und KWS sogenannte beschränkte Sortenzulassungen erteilt. Diese gilt für die Aussaat von 25,5 Tonnen Gen-Mais, die für eine Fläche von rund 1000 Hektar reichen. Die Ernte darf zu Lebens- und Futtermitteln verarbeitet werden. Greenpeace fordert, die Anbauflächen der Gen-Pflanzen bekannt zu geben. 'Die Mehrheit der Verbraucher lehnt Gentechnik im Essen ab, daher gibt es fast kein Gen-Food im Supermarkt', sagt Ulrike Brendel, Gentechnik Expertin von Greenpeace. 'Auch die Landwirte wollen keine Gen-Pflanzen auf dem Acker. Jetzt soll uns die Gentechnik untergeschoben werden. Keiner soll erfahren, wo der Gen-Mais angebaut wird und was mit der Ernte geschieht. Damit werden die Interessen der Verbraucher und der Landwirte missachtet. Aber Gentechnik gehört nicht auf den Acker, nicht in den Futtertrog und nicht auf den Teller.'
Wenn der Gen-Mais geheim und ohne jede Kennzeichnung angebaut wird, werden angrenzende Felder und deren Ernte verunreinigt, ohne dass der benachbarte Landwirt es merkt. Das soll das geplante Gentechnik-Gesetz künftig verhindern, das voraussichtlich im Herbst in Kraft tritt: Die Anbauflächen sollen in einem Verzeichnis erfasst werden, damit konventionelle und ökologisch wirtschaftende Landwirte sich informieren können, ob in ihrer Nachbarschaft Gentechnik angebaut wird. Bei den jetzt genehmigten Gen-Sorten gibt es jedoch noch keine Transparenz. Die Gentechnik-Konzerne sind zur Zeit noch nicht einmal dazu verpflichtet, Käufer oder Standorte ihrer Gen-Pflanzen offen zu legen. Das zuständige Bundessortenamt ist dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) unterstellt. 'Mit der neuen Genehmigung untergräbt Verbraucherministerin Renate Künast ihre eigene Gesetzesinitiative. Sie muss jetzt dafür sorgen, dass keine Gen-Pflanzen ausgesät werden, solange es keine klare Regeln für den Anbau und keine Transparenz gibt', fordert Brendel. Das Bundessortenamt hat laut Greenpeace insgesamt sechs Sorten Gen-Mais zugelassen. Dem US-amerikanischen Konzern Pioneer/DuPont wurden für zwei Sorten Gen-Mais je fünf Tonnen genehmigt, Monsanto für drei Gen-Sorten ebenfalls je fünf Tonnen. Das deutsche Saatgutunternehmen KWS darf eine Sorte Gen-Mais in der Menge von 500 Kilogramm vermarkten. Bei allen Sorten handelt es sich um den sogenannten Bt-Mais (MON810). Dieser Gen-Mais produziert ein Gift, das auf Schädlinge wie den Maiszünsler tödlich wirkt. Allerdings wurde inzwischen festgestellt, dass der Gen-Mais nicht nur für Schädlinge, sondern auch für nützliche Insekten tödlich sein kann. Hinzu kommt, dass die Schädlinge gegen das Bt-Gift immun werden können und der Gen-Mais somit nutzlos wird. >>zurück zu den News>>
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