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Weltbank verfilzt mit Agrarindustrie Agrar-Abteilung der Weltbank von Gentechnik-Lobby unterwandert?
Ein weiterer Grund ist ans Licht gekommen, warum sich gentechnisch veränderte Anbausorten und Saaten trotz massiver Proteste der Weltbevölkerung auf dem Globus verbreiten. Es geht dabei um eine Konzern-Studie, die zu dem Ergebnis gekommen war, jede fünfte angebaute Pflanze sei bereits gentechnisch modifiziert und der Fortschritt der Gentechnologie sei nicht mehr aufzuhalten. Ausgeführt hatte die Pro-Gentechnik-Studie der "International Service for the Akquisition of Agri-Biotech Applications" (ISAAA).
Der ISAAA wird von den Biotechnik-Konzernen Monsanto, Syngenta und Bayer Crop Science finanziert und besitzt Forschungszentren in Afrika, Asien und Nordamerika. Die Organisation sieht ihre Aufgabe in dem "Transfer und der Lieferung passender Anwendungen der Biotechnologie an Entwicklungsländer". Überraschender Weise unterhält der ISAAA direkte Beziehungen mit der Abteilung Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (ARD) der Weltbank, berichtete nun die unabhängige Nachrichtenagentur IPS.[1] Ein führender Wissenschaftler dieser Abteilung, Eija Pehu, sei gleichzeitig Mitglied der Direktion der ISAAA, wird Gabrielle Persley, Biotechnologie-Beraterin der Weltbank, zitiert.
Ex-Weltbank-Abteilungschef arbeitet in Lobby-Gremium für Biotechnologie Verflechtungen von Weltbank und Agroindustrie sind keine Neuheit. Beispielsweise ist Robert Thompson, ehemaliger Chef der ARD-Abteilung der Weltbank, jetzt Vorsitzender des in Washington ansässigen "International Food and Agricultural Trade Policy Council" (IPC). Die Organisation, die von den Lebensmittelriesen Monsanto, Archer Daniels Midland, Cargill, Kraft Foods und Syngenta gesponsert wird, fördert Biotechnologie und Handelsliberalisierung. Angestellten-Austauschprogramme:
Von der Biotechindustrie zur Weltbank
Eine weitere Seilschaft wurde von IPS im Austauschprogramm der Weltbank ausgemacht. Angestellte der ARD verbringen ein oder zwei Jahre in Gentechfirmen wie Rhône Poulenc oder Novartis - und umgekehrt. Ein Ergebnis eines solchen Austauschs wird von Kritikern in den Kreditprogrammen für die Landwirtschaft in den westafrikanischen Staaten Ghana, Kamerun, Elfenbeinküste und Senegal gesehen. Erschließung von Dritte-Welt-Märkten durch internationale Organisationen
Das internationale Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN) schlussfolgert in einer bisher unveröffentlichten Studie über diese Programme, dass die Austauschpartnerschaften der Weltbank zu großen Vorteilen für Rhône-Poulenc geführt haben. In einer Pressemeldung ließ der Pestizidkonzern sogar verlautbaren, dass das Weltbankprogramm Rhône-Poulenc ermöglicht habe, "in die Kakao-, Kaffee-, Reis- und Gemüse-Märkte einzubrechen, die 40 % des Pestizidmarktes in dieser Region ausmachen".
Wissenschaft als Waffe in den Händen der Biotech-Industrie
Laut IPS haben Weltbankangestellte Vertreter der Zivilgesellschaft darauf hingewiesen, dass die Agrarindustrie noch andere Möglichkeiten nutzt die Weltbank zu beeinflussen. Dazu gehörten tägliche Telefonanrufe und die Vermittlung von Kontakten zu "gefälligen" Wissenschaftlern. Hingegen sei es schwierig, unabhängige Studien zu bekommen, die die Risiken der Gentechnologie ernsthaft untersuchten - weder Regierungen noch andere Körperschaften würden solche Studien in nennenswertem Umfang fördern. So seien Nichtregierungsorganisationen oft auf eigene Recherchen angewiesen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Etwa im Falle der Maissorte "Starlink", die aus unterschiedlichen Gründen nur in Futtermitteln verwendet werden sollte, sich dann aber überraschender Weise in Nahrungsmitteln wiederfand, wie Untersuchungen der internationalen Umweltorganisation Friends of the Earth (FoE) ergaben.
Auch US-Landwirtschaftsbehörden in einem Boot mit Agrarindustrie
Nach Angaben des Institute for Agriculture and Trade Policy in Minnesota hat derselbe Anwalt, der Monsanto in einem Rechtsstreit vertreten hat, 1992 die gesetzlichen Regelungen über Biotech-Nahrungsmittel für die US-Lebensmittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) verfasst. Das US-Landwirtschaftsministerium USDA sei voll von Ex-Angestellten der Biotechindustrie, darunter Ministerin Ann Veneman, die vorher im Aufsichtsrat von Calgene gesessen habe: der Firma, die die Gentomate entwickelte.
US-Agrarbehörden haben wiederum großen Einfluss auf die Weltbank
Der Einfluss der US-amerikanischen Behörden auf die Weltbank manifestiert sich in den Anteilen, den die USA an der Finanzierung der Weltbank haben. Sowohl die Investment Bank for Reconstruction and Development (IBRD) als auch die International Finance Corporation (IFC), die privatwirtschaftlichen Arme der Weltbank, werden zu rund 16% allein von den USA gefördert.
Interessen der Biotechindustrie sind profitorientiert
Kritiker wie Greenpeace Großbritannien warnen, dass die Interessen der Biotechindustrie - entgegen deren Bekenntnissen - nicht die Förderung kleiner landwirtschaftlicher Betriebe in der Dritten Welt und die Beseitigung von Armut und Hunger seien, sondern die Verbreitung industriell angebauter Sorten für einen globalen Markt. Bauern in der Dritten Welt seien allerdings schlecht beraten, in Gentech-Sorten zu investieren, bevor deren Risiken geklärt sind. Sie könnten sich dadurch von Absatzmärkten wie zum Beispiel China oder der EU selbst ausschließen - dort seien GVO-haltige Lebensmittel schlicht nicht absetzbar.
Autor: Daniel Unsöld, DNR EU-Koordination ----------------------------------------------------------------------------
[1] Inter Press Service, regierungsunabhängige Nachrichtenagentur für eine zwischen Nord und Süd ausgeglichene Berichterstattung zu globalen, ethnischen und Geschlechter-Themen.
Quellen:
ISAAA-Report Asien "Promoting corporate profits in the name of the poor" www.grain.org/publications/
IPS, www.ipsnews.net/interna.asp?idnews=21395 Autorin: Katherine Stapp
------------------------------------------------------------------------ EU-Rundschreiben Deutscher Naturschutzring (DNR) e.V. Prenzlauer Allee 230, 10405 Berlin Tel. 030 / 443391-81, Fax -80 juliane.gruening@dnr.de www.dnr.de
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Faire Nachbarschaft" statt "Bauernkrieg" BUND ruft Landwirte zum Gentechnik-Boykott auf
Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft zum Abschluss der Grünen Woche die deutschen Landwirte zur Einrichtung großflächiger gentechnikfreier Zonen und Regionen auf. Mit schriftlichen Selbstverpflichtungen zur gentechnikfreien und fairen Nachbarschaft sollten sich jene Agrarbetriebe gegenseitig schützen, die ohne Gentechnik produzieren wollten. Durch gentechnische Verunreinigungen drohe auch dem Ökolandbau das Aus. Der BUND unterstützt die Vereinbarungen zur fairen Nachbarschaft mit einem speziellen Internetangebot, Informationen und Beratung. In Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg haben Bauern bereits die Einrichtung gentechnikfreier Regionen von je rund 10000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche vereinbart. Doris Tropper, stellvertretende BUND-Vorsitzende:"Das Qualitätsmerkmal 'gentechnikfrei' wird bald so wertvoll sein wie nie. Denn die Mehrheit der Verbraucher will keine Gentechnik auf dem Teller. Auch große Handelsketten haben sich gegen Gen-Food ausgesprochen. Wenn die Landwirte sich, die Verbraucher und die Natur vor unkalkulierbaren Risiken schützen wollen, können sie jetzt die Initiative ergreifen und der Gentechnik eine klare Absage erteilen. Das sichert ihnen die Märkte der Zukunft."
Der von Agrarministerin Künast kürzlich vorgelegte Entwurf für ein neues Gentechnikgesetz sei keine ausreichende Grundlage, um die gentechnikfreie Landwirtschaft zu sichern. Entscheidende Punkte wie die "gute fachliche Praxis" und das Monitoring des Anbaus blieben bislang ungeklärt. Informationen zu den Standorten gentechnisch veränderter Felder seien weiter nur schwer zugänglich. Jene Bauern, deren Felder und Ernten gentechnisch verunreinigt wurden, müssten zudem selbst nachweisen, wer diese Schäden verursacht hat. Doris Tropper: "Künast muss das Gentechnikgesetz dringend nachbessern, weil es in seiner jetzigen Form keinen ausreichenden Schutz vor gentechnischer Verunreinigung bietet und dem Verursacherprinzip widerspricht. Geschädigte Bauern dürfen nicht die Beweislast dafür aufgebrummt bekommen, wer ihre Felder eigentlich verunreinigt hat. Bei der Haftung müssen die weltweit agierenden Gentechnikkonzerne in die Verantwortung genommen werden."
Die BUND-Aktion "Faire Nachbarschaft" steht im Internet unter der Adresse: http://www.faire-nachbarschaft.de
ots-Originaltext: BUND
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=7666
Kontakt: Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin Tel. 030-27586-456 oder BUND-Pressestelle, Philipp Prein Tel. 030-27586-464/-489, Fax: -449, Mobil: 0151-11656734 E-Mail: presse@bund.net , Internet: www.bund.net
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5. Februar: Aktionstag für eine Landwirtschaft ohne Sklavenarbeit
Anlass ist die internationale Fachmesse "Fruit Logistica" vom 4. bis 7. Februar auf dem Messegelände des ICC in Berlin
Was bedeutet "Fruit Logistica"? Zum Beispiel:
SPANIEN:- 1000 Lastwagen, die in der Spitzenzeit im Winter täglich aus der Provinz Almeria in Andalusien mit Tomaten, Gurken, Paprika usw. in den Norden Europas fahren, 75% nach Deutschland - 32.000 Hektar Gemüsekulturen unter Plastik, um 2,8 Millionen Tonnen Gemüse im Winter zu produzieren.
50.000 Einwanderer ohne Papiere, hauptsächlich aus Marokko und Ekuador, die bei bis zu 50 Grad für 3 Euro die Stunde unter dem Plastikhimmel arbeiten. 40 Kilogramm Gift pro Hektar werden von ihnen ausgebracht. Rund 400 Fälle von schweren Vergiftungen werden pro Jahr bekannt.
15.000 Arbeiter aus Polen und Rumänien, die zusätzlich angeworben wurden, um die Löhne zu drücken. Sie arbeiten für 2,5 Euro pro Stunde. Marokkaner und Ekuadorianer werden zu einer Hilfsarmee, die nur noch in Spitzenzeiten Arbeit finden. Die Einführung eines Apartheidregimes. Die Migranten werden nicht in den Städten geduldet, sie erhalten keine Wohnung und werden mit Gewalt aus der Stadt vertrieben-.
Eine Delegation des Europäischen Bürgerforums im Dezember 2003 stellte fest, dass in der Stadt El Ejido Schlägertruppen in der Nacht unterwegs waren, die dunkelhäutige Migranten mit Baseball-Schlägern und Eisenstangen angegriffen haben. 15 Migranten wurden mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert.
Die Unterkünfte der Migranten bestehen aus vergiftetem Plastik und Abfallstoffen, nach offiziellen Zahlen haben 55% kein Trinkwasser, 59% keine Toilette, 36% keinen elektrischen Strom. Die Stadt El Ejido ist Vorreiter in diesem Apartheidregime.
NIEDERLANDE:
In den Niederlanden wird die Spitzentechnologie für den Gemüsebau entwickelt. Die modernsten Glashäuser sind sechs Meter hoch. Rund 100.000 illegale Migranten stehen nachts und früh morgens für die Arbeiten in den Glashäusern zur Verfügung.
Bei jedem Arbeiter wird die Zeit per Computer registriert, die er für eine Reihe braucht. Wer aus sechs Metern Höhe von der Hebebühne fällt, verliert seine Arbeit und seine Gesundheit.
DEUTSCHLAND:
Im Jahr 2002 waren offiziell 250.000 Saisonarbeiter in der Landwirtschaft tätig, von denen 80 bis 90 Prozent aus Polen kamen. Experten schätzen, dass die Zahl der "illegalen" Saisonarbeiter ebenfalls so hoch liegt.
Fruit Logistica bedeutet aber noch mehr:
Der Verkauf von Gemüse, der früher in der Hand der Produzenten war, geht nun über in ein System von internationalen Börsen. Die Produzenten bieten ihr Produkt nicht mehr an, sondern die Handelsgesellschaften bestellen ihre Ware zu bestimmten Bedingungen. Die Börse nimmt jeweils den billigsten Anbieter, heute in Holland, morgen in Andalusien, übermorgen in Marokko oder der Türkei. Wer dem Preisdruck nicht folgen kann, bleibt auf seiner Ware sitzen. Weder die Preise für Energie noch für Pestizide noch für Plastik noch für Saatgut kann man verhandeln. Nur der Preis des Menschen ist verhandelbar. Der Slogan der "Fruit Logistica" ist: Weniger Geld für mehr Qualität. Weniger Geld für die Sklaven, mehr Qualität in der Geschwindigkeit des Transportes. Nicht alle Konsumenten sind gleichgültig.
Wir treffen uns am 5. Februar um 10 Uhr vor dem Messegelände Eingang Süd, Jafféstraße (S 75 Messe Süd). 70 Aussteller aus Spanien sind vertreten, darunter die Gemeinde El Ejido und ihr Bürgermeister. Von den Vertretern aus El Ejido verlangen wir: Menschenwürdige Unterkünfte für die Migranten - Aufklärung über die Aggressionen der letzten Monate und gerichtliche Verfolgung der Verantwortlichen. - Versammlungslokale für die Arbeiter - Aufklärung über die Todesfälle in den Betrieben - Einhaltung der vertraglich vereinbarten Löhne - Legalisierung der beschäftigten Arbeiter Von den Verantwortlichen der Messe verlangen wir den Ausschluss der Aussteller, die die UN-Konvention über die Rechte von Migranten nicht einhalten.
Informationen unter: www.fruitlogistica.de
Rückfragen: Europäisches Bürgerforum Hof Ulenkrug 17159 Stubbendorf bei Dargun Tel.: 039959-23 881, Fax: -20 399 ulenkrug@t-online.de
.................................................................................................... Ach die haben aber lange dafür gebraucht, siehe bitte dazu auch Fabios Kommentar
Montag, 05. Januar 2004 Peter Harry Carstensen Marlene Mortler
Kardinalfehler beim deutschen Bio-Siegel muss beseitigt werden Offensichtlicher Wettbewerbsnachteil für deutsche Erzeuger von Ökoprodukten
Anlässlich der Beantwortung der Großen Anfrage der CDU/CSU-Fraktion zur Situation des ökologischen Landbaus in Deutschland erklären der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Harry Carstensen MdB und die zuständige Berichterstatterin, Marlene Mortler MdB: Grundsätzlich ist das deutsche Bio-Siegel positiv, da es die Transparenz erhöht und unbürokratisch organisiert ist. Es beinhaltet leider nur einen Kardinalfehler, der in der Praxis zu schwerwiegenden Folgen für die Ökobauern führt.
Mit großer Sorge muss die CDU/CSU-Fraktion sehen, dass mit dem deutschen Biosiegel der Zugang für Ökoprodukte aus aller Welt auf dem deutschen Markt stark erleichtert wird. Dies ist dadurch begründet, dass nicht die höheren Standards der deutschen Anbauverbände, sondern lediglich die der Ökoverordnung 2092/91 erfüllt werden müssen, um Ökoprodukte mit dem deutschen Bio-Siegel anbieten zu können.
Angeblich hat die Bundesregierung das Problem zwar erkannt, dass Erzeuger Kostenvorteile haben können, wenn sie nach den Vorgaben der EG-Ökoverordnung produzieren und dieser Vorteil vor allem von Anbauern in den EU-Mitgliedsstaaten genutzt wird. Bisher hat allerdings Rot-Grün keine konkreten Lösungsvorschläge vorgelegt, um diesen offensichtlichen Wettbewerbsnachteil für deutsche Erzeuger von Ökoprodukten auszugleichen.
Da sich innerhalb der Europäischen Union keine Mehrheit für eine Angleichung der Standards der EG-Ökoverordnung auf hohem Niveau finden lässt, fordert die CDU/CSU-Fraktion daher von der Bundesregierung, die nationalen Möglichkeiten auszuschöpfen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Die heimischen Ökobauern wollen die höheren Produktionsstandards der Anbauverbände auch mit dem deutschen Bio-Siegel verknüpfen und damit letztendlich die bestehende Wettbewerbsbenachteiligung abbauen. Ausländische Anbieter sollen ihre Ökoprodukte am deutschen Markt nur dann unter dem Bio-Siegel platzieren können, wenn auch sie die hohen Standards deutscher Ökobauern erfüllen.
Der aktuelle Situationsbericht über die wirtschaftliche Lage der deutschen Landwirtschaft zeigt, dass sich die Unternehmensergebnisse der Ökobetriebe im Wirtschaftsjahr 2002/2003 im Vergleich zum vorausgehenden Wirtschaftsjahr um 12,7 % verschlechtert haben. Die Bundesregierung muss nun ihrer richtigen Analyse endlich Taten folgen lassen.
Quelle:© CDU/CSU Bundestagsfraktion 2004 ....................................................................................................
Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, 08.01.2004
Rekordsommer werden zur Regel
Die Hitzewelle des letzten Sommers in Europa hat die Klimaforscher weltweit vor neue Fragen gestellt, denn die hohen Temperaturen passen nicht in die bestehenden Klimaaufzeichnungen. Forschende der ETH Zürich und von MeteoSchweiz haben nun herausgefunden, dass man nicht nur von einer allgemeinen Erhöhung der Temperaturen ausgehen muss, sondern auch von grösseren Schwankungen der sommerlichen Temperaturmittelwerte. Hitzeperioden wie im vergangenen Sommer werden demnach in Europa künftig häufiger auftreten. Diese neueste Studie wird in der kommenden Ausgabe von "Nature" veröffentlicht. Der Sommer 2003 stellt die Klimaforschung vor grosse Herausforderungen. Mit Temperaturen von fünf Grad Celsius über dem langjährigen Mittel hat er viele frühere Temperaturrekorde gebrochen. Waldbrände, gravierende Ernteausfälle, Wassermangel und Hitzeopfer waren die Folgen. Den Forschern stellt sich deshalb die Frage, wie ein derart ungewöhnliches Klimaereignis in die langjährigen Beobachtungen einzuordnen ist und wie es sich erklären lässt. Forschende vom Institut für Atmosphäre und Klima der ETH Zürich und von Meteo Schweiz präsentieren nun eine mögliche Erklärung. Ihre Studie, die der Schweizer Nationalfonds und das EU-Projekt PRUDENCE finanziert haben, wird in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" veröffentlicht. Klimaschwankungen werden zunehmen
Der ETH-Professor Christoph Schär vermutet den Grund für die aussergewöhnlichen Bedingungen des vergangenen Sommers in einer Zunahme der Klimavariabilität, d.h. das Klima kann von Sommer zu Sommer stark schwanken. Als Folge der Klimaänderung können nicht nur die Durchschnittstemperaturen ansteigen, sondern auch die Schwankungen um den Mittelwert zunehmen. Dadurch werden extrem heisse Sommer wahrscheinlicher werden. Gegen Ende des Jahrhunderts können sehr heisse Sommer eher die Regel als die Ausnahme darstellen. "Unsere Modellrechnungen zeigen, dass ungefähr jeder zweite Sommer in Europa gleich warm oder wärmer ausfallen dürfte als jener des Jahres 2003", sagt Christoph Schär. "Ähnliches gilt für die geringen Niederschlagsmengen." Abgesehen von der zu erwartenden Erhöhung des Temperaturmittelwerts wird es auch weiterhin von Zeit zu Zeit kühle, verregnete Sommer geben wird. Probleme bei der Anpassung an die Klimaänderung
Die zunehmende Variabilität des Sommerklimas wird es erschweren, sich längerfristig an die Klimaänderung anzupassen. Auf eine gleichmässige Erwärmung könnte man sich teilweise einstellen, zum Beispiel durch den Anbau anderer landwirtschaftlicher Kulturen. Schwanken die Temperaturen jedoch von Sommer zu Sommer, wird dies die Entwicklung von Anpassungsstrategien erschweren. Neuartiges Klimamodell eingesetzt
Die Berechnungen der Forschenden stützen sich auf ein Szenario für den Zeitraum von 2071 bis 2100. Dieses geht davon aus, dass sich die Treibhausgas-Konzentration gegenüber heute verdoppelt. Für die Ermittlung ihrer Projektionen setzte das Forscherteam der ETH ein neuartiges regionales Klimamodell ein, das gegenüber den gebräuchlichen globalen Zirkulationsmodellen eine wesentlich feinere Beschreibung von Klima und Wasserkreislauf erlaubt. Obwohl die Berechnungen für eine Periode gemacht wurden, die 70 Jahre vor uns liegt, kann nach Ansicht der Forschenden der Sommer 2003 in Europa mit den Projektionen für das letzte Drittel dieses Jahrhunderts verglichen werden. Statistisch gesehen liegt der Rekordsommer ungefähr in der Mitte der zu erwartenden Bandbreite von Temperaturen und Niederschlägen. Mit anderen Worten der letzte Sommer ist ein Vorbote dessen, was uns in der Zukunft erwarten könnte.
Weitere Informationen
ETH Zürich Prof. Christoph Schär Institut für Atmosphäre und Klima IAC Telefon +41 (0)1 635 51 99 christoph.schaer@env.ethz.ch
Die genannte Studie haben der Schweizer Nationalfonds im Nationalen Forschungsschwerpunkt NFS Klima und das EU-Projekt PRUDENCE finanziert. Der NFS Klima ist ein wissenschaftliches Netzwerk, in dem zirka 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tätig sind. Sie arbeiten in sieben Partnerorganisationen. Eine davon ist die ETH Zürich. Die Universität Bern ist das Leading House des Programms. Der NFS Klima wird vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt.
Weitere Informationen finden Sie unter: http://prudence.dmi.dk http://www.nccr-climate.unibe.ch http://www.iac.ethz.ch/staff/schaer http://www.nature.com/nature
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Dammbruch bei der Gentechnik befürchtet ? Bundesregierung lässt die Entwicklungsländer im Stich. Der EED zum Gentechnik-Gesetzesentwurf der Bundesregierung
(Bonn, Berlin, 20.01.2004) Die geplante Novelle des Gentechnikgesetzes droht nach Ansicht des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) in den Armutsländern zu einem Dammbruch bei der Zulassung von genmanipulierten Pflanzen zu führen. Mit der Aufhebung des Zulassungsmoratoriums von genetisch veränderten Pflanzen in Deutschland bricht auch in den Entwicklungsländern eine wichtige Stütze bei der Zurückhaltung gegenüber der Agro-Gentechnik weg. Dazu der EED-Beauftragte für Welternährungsfragen, Rudolf Buntzel-Cano: "Die meisten Entwicklungsländer waren weniger aus gesundheitlichen Gründen oder Umweltschutz-Bedenken gegen die Agro-Gentechnik eingestellt, als auf Grund ihrer Ängste, die Exportmärkte in Europa zu verlieren." Der EED weist darauf hin, dass es einem Großteil der Entwicklungsländer an den gesetzlichen Voraussetzungen für den sicheren Umgang mit der Gentechnik fehlt. Für die EU war die Regulierung der Agro-Gentechnik die unbedingte Voraussetzung für die Aufhebung des Moratoriums. Mehr als 5 Jahre hat Europa gebraucht, um die rechtlichen Bedingungen zu klären. "Die Entwicklungsländer sind auf den Schritt zur Koexistenz von konventionellem und gentechnisch verändertem Anbau überhaupt nicht vorbereitet", so Buntzel-Cano. "Sie befinden sich noch in der Phase des Aufbaus nationaler Gentechnikgesetze. Ohne begleitende Sicherungsmaßnahmen werden diese Länder von den Gentechnikkonzernen schlichtweg überrollt. Die Sicherheit der Verbraucher und der Umwelt sowie die Wahlfreiheit der Bauern und Konsumenten ist in Gefahr." Der EED beobachtet mit Sorge, dass die EU und die Bundesregierung sich ihrer Vorbildrolle und damit ihrer weltweiten Verantwortung gegenüber schwächeren Ländern außerhalb der EU nicht hinreichend bewusst machen. Noch bevor die meisten Entwicklungsländer mit strengen Regelungen dem Modell der EU nachkommen könnten, würden sie schon durch den Gentransfer von genetisch veränderten Organismen belastet sein. Selbst wenn sie später die hohen Auflagen der EU zum Schutz gentechnikfreier Landwirtschaft übernehmen würden, statt der weitgehenden Deregulierung der US-Rechtslage, sei das Risiko groß, dass die Landwirtschaft der Entwicklungsländer kaum revidierbare Schäden erleide.
"Wir befürchten negative Auswirkungen unserer Regelungen zur Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und Haftung auf die Importe aus Entwicklungsländern", so Buntzel-Cano. Der EED begrüße zwar die hohen Standards in Europa, fordere aber die EU und die Bundesregierung auf, bei der Konzipierung von Maßnahmen von Anbeginn die Situation der armen Lieferländer zu berücksichtigen. Sie müssten Entwicklungsländern technische Hilfe anbieten, um ihnen gleichberechtigt die Chance zu geben, den neuen Anforderungen umgehend nachzukommen. Notwendig sei dabei eine Form von technischer Hilfe, die auch arme Kleinbauern ohne formale Bildung zum Handeln befähigt, denn sie haben kaum Möglichkeiten, sich vor dem Schadensfall zu sichern.
Der EED im Internet: www.eed.de
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Kranke Kühe, leere Weiden BUND-Studie zeigt fatale Folgen niedriger Milchpreise
Berlin (ots) - Berlin: Milchkühe werden zunehmend auf Hochleistung gezüchtet und immer weniger tiergerecht gefüttert. Das belegt eine neue Studie des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der Preisverfall auf dem Milchmarkt erhöhe den Zwang für die Landwirte, die Leistungen ihrer Kühe weiter zu steigern. Der Einsatz von Antibiotika und gentechnisch verändertem Futter sowie die Züchtung mit Hilfe von Hormonen seien die Regel. Bäuerlichen Betrieben mit artgerechter und ökologisch sinnvoller Weidehaltung drohe das Aus. Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND: "Die grasende Kuh auf der Weide werden wir bald nur noch aus der Werbung kennen. In der Landwirtschaft hat dieses Bild keine Zukunft, wenn nichts gegen den dramatischen Einbruch der Milchpreise getan wird. Die EU darf die Milch-Quoten nicht noch weiter erhöhen. Agrarministerin Künast und die Länder müssen die Prämien rasch auf Grünlandbetriebe umlenken. Und die Verbraucher sollten daran denken, dass glückliche Kühe und abwechslungsreiche Landschaften nicht zum Preis von unter 40 Cent pro Liter Milch zu haben sind."
Durch die Haltungsbedingungen für Hochleistungskühe sei die Zahl der Eutererkrankungen in den zurückliegenden vierzig Jahren um das Sechsfache gestiegen; die der Klauen- und Stoffwechselkrankheiten um das Dreifache. Rund ein Drittel der Hochleistungstiere litten an akuten und chronischen Entzündungen. Unter dem Diktat der Hochleistungszucht verschwinde die Vielfalt der Rinderrassen. Besonders erschreckend sei die Tatsache, dass in der intensiven Milchwirtschaft ohne Wissen der Bauern große Mengen gentechnisch veränderter Futtermittel eingesetzt würden. Schätzungsweise 900000 Tonnen GVO-Soja würden in Deutschland pro Jahr an Milchkühe verfüttert. Nach dem Willen der EU würden künftig die Landwirte, nicht aber die Verbraucher darüber informiert. Ab April 2004 seien GVO-Futtermittel zu kennzeichnen, nicht aber die Lebensmittel von Tieren, die damit ernährt worden sind. Auf diese Weise werde in Europa die Grüne Gentechnik gegen den Willen der Verbraucher auf die Teller gemogelt.
Die Erzeugerpreise für Milch seien im Jahr 2002 um rund 10 Prozent gesunken. Dieser Preisverfall werde vor allem durch die Marktmacht der Discounter und die von der EU geförderte Überschussproduktion verursacht. Die größten Einbußen mussten Bio-Bauern hinnehmen: Die Biomilchpreise sanken stärker als die Preise für konventionelle Milch. Die Preisdifferenz zwischen Bio-Milch und konventioneller Milch verringerte sich um 20 Prozent.
Bei Rückfragen: Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin oder Philipp Prein, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-464/-489, , Fax: -449, Mobil: 0151-11656734, E-Mail: presse@bund.net , Internet: www.bund.net
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/story Mit freundlicher Genehmigung von news aktuell GmbH ots-Originaltext: BUND
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Mit Gentechnik-freien Zonen den Ökolandbau retten Deutschlands und Europas Landwirtschaft am Scheideweg
Was haben Ökolandbau und Gentechnik miteinander zu tun? Nichts, befindet die Internationale Vereinigung der Ökolandbau-Bewegung (IFOAM): "Bei Ökolandbau und Gentechnik handelt es sich um zwei diametral entgegengesetzte Weltanschauungen, zwei verschiedene Philosophien, die zwei entscheidenden Optionen für die Zukunft." Und die EU-Verordnung über den ökologischen Landbau (EWG 2092/91), auf deren Grundlage die Biobäuer/innen der EU produzieren, formuliert ebenso unmissverständlich wie umständlich: "Genetisch veränderte Organismen (GVO) und deren Derivate sind mit der ökologischen Wirtschaftsweise unvereinbar. Um das Vertrauen der Verbraucher zur ökologischen Erzeugung nicht zu erschüttern, sollten genetisch veränderte Organismen, Teile davon oder auf deren Grundlage hergestellte Erzeugnisse nicht in Erzeugnissen, die als Erzeugnisse aus ökologischem Landbau gekennzeichnet sind, verwendet werden."
EU-Moratorium unter Druck
Abgesehen von Einzelfällen, in denen Pollen von im Freiland getesteten Gentech-Pflanzen ins benachbarte Biofeld geweht sind und Spuren von gentechnisch verändertem Material in Bio-Futtermitteln gefunden wurden, sind sich Ökolandbau und Gentech-Landwirtschaft bisher kaum in die Quere gekommen. Das könnte sich jedoch angesichts der politischen Großwetterlage bald ändern. Denn wie nie zuvor steht das EU-Moratorium unter Druck. Agrar- und UmweltministerInnen verschiedener EU-Mitgliedstaaten - unter ihnen auch Renate Künast - haben erklärt, mit den verschärften Kennzeichnungsvorschriften für gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel, die ab Herbst in Kraft treten, sähen sie keine Gründe mehr, sich der Zulassung und Vermarktung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) länger zu widersetzen. Hinzu kommt die Klage der USA vor dem WTO-Schiedsgericht auf Aufhebung des Moratoriums. Der Vorwurf: Protektionismus - Behinderung des Absatzes von genverändertem Saatgut auf den EU-Märkten. Seit Januar 2003 liegen bei der EU-Kommission Anträge für den Anbau von 20 Gentech-Pflanzen von Raps über Mais bis zur Zuckerrübe vor. Was geschieht, wenn ein Antrag nach dem anderen positiv beschieden wird, ist dennoch offen. Ob eine Wiederaufnahme des seit 1996 ruhenden Zulassungsprozesses für transgenes Saatgut tatsächlich bedeutet, dass es in der EU zu einem großflächigen kommerziellen Anbau der Hightech-Sorten kommt, hängt von zwei großen Unbekannten ab: den Verbraucher/innen und den Landwirt/innen. Wenn beide bei dem bleiben, was sie den Demoskopen in den letzten Jahren immer wieder versichert haben, dann wird Gentechnik auf dem Teller, auf dem Feld und im Stall auch weiterhin keine Chance erhalten.’
Kein Schutz vor gentechnischer Kontamination
Und wenn nicht? Dann haben LandwirtInnen, die weiterhin ohne Gentechnik wirtschaften wollen, ein Problem. Denn weder Biobauern noch ihre konventionellen Kollegen sind vor gentechnischer Kontamination gefeit. "Koexistenz" heißt deshalb das Schlagwort, unter dem in Brüssel und Berlin derzeit diskutiert wird, ob und wie der kommerzielle Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen so geregelt werden kann, dass ein friedliches Miteinander von Gentech-Landwirtschaft mit ökologischer und konventioneller Landwirtschaft möglich ist. Welche gesetzlichen Maßnahmen allerdings notwendig sind, damit sich dieses Miteinander im landwirtschaftlichen Alltag friedlich gestaltet, daran scheiden sich die Geister: Wie groß müssen die Sicherheitsabstände zwischen den verschiedenen Kulturen sein, damit eine Einkreuzung von transgenem Pollen ausgeschlossen ist, wer hat wie viele Wochen vor der Aussaat Zugang zu den Standortregistern, in denen die Anbauflächen der Gentech-Pflanzen verzeichnet sind, wie sieht es aus mit einer Haftpflicht für diejenigen, die mit dem Verkauf und dem Anbau gentechnisch veränderten Saatguts Geld verdienen wollen?
Was passiert, wenn es keine Regelungen zum Schutz der gentechnikfreien Produktion gibt, zeigt ein Blick auf die USA, wo sich zwei Drittel der weltweiten Anbauflächen für Gentech-Pflanzen befinden. Seit 1996, als erstmals transgenes Saatgut großflächig ausgebracht wurde, hat eine nahezu flächendeckende Kontamination von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft stattgefunden. Die Folge: Viele Öko-Betriebe verloren daraufhin ihre Zertifizierung und mussten aufgeben, den konventionellen Farmern brachen Absatzmärkte in Europa und Asien weg.
Auch Ökolebensmittel können verunreinigt werden
Über die Gefahren, die dem Ökolandbau durch die Gentechnik drohen, informiert der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in einer im Sommer gestarteten Kampagne. Unter dem Titel "Weil das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile: Ökolandbau - keine Gentechnik" bereitet der Verband, unter dessen Dach sich Anbauverbände, Lebensmittelverarbeiter und -händler vereinigen, seinen Kundenkreis auf eine schmerzliche Wahrheit vor: Der Ökolandbau wird auf lange Sicht keine gentechnikfreie Insel der Seligen bleiben. Mit der Zahl der Landwirte, die sich für den Anbau von Gentech-Pflanzen entscheiden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch Ökolebensmittel mit gentechnisch verändertem Material verunreinigt werden. Über die Maßnahmen dagegen sind sich gentechnikkritische Gruppen in ganz Europa einig: gentechnikfreie Zonen schaffen. Der BUND verfolgt dieses Ziel mit zwei Projekten:
1. Keine Gentechnik auf kommunalen Flächen und Kirchenland
"Keine Gentechnik auf kommunalen Flächen/Keine Gentechnik auf Kirchenland". Die Idee: Gemeinden können auf ihrem kommunalen und kirchlichen Grund und Boden den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ausschließen und dies in den Pachtverträgen, die sie mit Bauern abschließen, festschreiben. Ein Infopaket mit Musterverträgen, Musterpressemitteilungen und Argumentationsleitfaden ist im Internet erhältlich ( www.bund.net/agrarwende ).
2. Faire Nachbarschaft - Selbstverpflichtungen von Bauern
Was Gentechnik-Industrie und Bauernverbandsfunktionäre verschweigen, thematisiert der BUND in seinem Projekt "Informationen für deutsche Bauern und Bäuerinnen zum Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft - Faire Nachbarschaft". Damit wendet sich der BUND direkt an diejenigen, die mit ihrem Saatgut- oder Futtermittelkauf entscheiden, ob Gentechnik auf dem Acker oder im Stall zum Einsatz kommt. "Faire Nachbarschaft" heißt: Landwirte verpflichten sich, auf ihren Feldern wissentlich keine Gentech-Pflanzen auszusäen. Start des Projekts: Grüne Woche 2004.
Gastautorin: Heike Moldenhauer, BUND, Referat Landnutzung, Schwerpunkte Gentechnik und Verbraucherschutz
Tel. 030 / 275864-0, Fax -40 eMail: heike.moldenhauer@bund.net Internet: www.bund.net
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