Ricarda
Doppel-As

Dabei seit: 21.04.2006
Beiträge: 123
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| Stecklinge leicht gemacht |
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so, ich pack das jetzt noch einmal in einen seperaten Thread, weil ich das ganze Thema doch zu interessant finde, dass es im holunder thread verschwindet.
Nach den Beschreibungen im Internet habe ich nun auch begonnen Stecklinge zu ziehen.
Wenn man im Juni seine letzten Pflanzen aus Samen an die Sonne gebracht hat und alles lustig vor sich hin wächst, kann das Gärtnerherz schon mal langeweile bekommen, weil man sich ja vorher so intensiv um die "kleinen" gekümmert hat.
Meine Versuche Stecklinge zu ziehen:
Pfefferminze
Ananassalbei
Basilikum
Rosmarin
Fette Henne
Ich empfehle zur Stecklingsvermehrung Palmenerde oder Kokossubstrat.
Die speichern die Feuchtigkeit am besten.
Ich habe für die Stecklinge erstmal schöne Ästchen abgeschnitten (von den oben genannten Pflanzen)
Sie alle kamen dann etwa für eine Woche in ein schönes Glas mit frischem Wasser.
Danach erhielt jeder einen eigenen Topf mit gerade gegossener Palmenerde.
Innerhalb von ca 4 Tagen hatten sie soviele Wurzeln dass diese unten aus den ablauflöchern herauskamen
jetzt habe ich alle in eine große schale gepflanzt (Kräuterschale)
Der einzige der noch nicht so begeistert ist, scheint der ROsmarin zu sein.
Er ist zwar nicht eingegangen,aber zeigt auch keinen Wurzelansatz. Aber ich mache mir mal keine Gedanken. Der ROsmarin ist ja generell etwas langsamer.
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13.07.2006 17:34 |
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Volker
Der Koch
 
Dabei seit: 09.08.2002
Beiträge: 462
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| RE: Stecklinge leicht gemacht |
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Hallo Ricarda,
das Thema Stecklinge wäre wirklich im Holunder Tread untergegangen.
Deine Empfehlungen bezüglich der Substrate ist sicher nicht schlecht, aber es gibt noch was besseres und billigeres.
Perlite (Blähton) auch bekannt unter dem Namen Katzenstreu (nicht klumpfähig).
Auf dieser schon etwas älteren Seite (1999) findest Du weitere Hinweise. Nicht irritieren lassen das sich dieses Material auch gut zur Wärmedämmung eignet.
http://www.michaels-tomaten.de/perli.htm
Bewährt hat sich auch folgende Mischung: Torf 3 Teile, Gartenerde 1 Teil und 2 Teile Perlite. Es macht durchaus Sinn Erde selbst zu mischen. Billiger und Sauberer.
Gerade läuft ein Versuch mit Biodünger und reinem Perlit. Das würde die Arbeit beim Piktieren sehr erleichtern. Die Pflanzen könnten dann einfach aus dem Perlit herausgezogen werden ohne die Haarwurzeln zu beschädigen.
Grüße
Volker
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15.07.2006 09:55 |
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Ricarda
Doppel-As

Dabei seit: 21.04.2006
Beiträge: 123
Themenstarter
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| RE: Stecklinge leicht gemacht |
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Ja Perlite kenn ich beruflich bedingt aus dem Bau, sowohl für Schüttungen zur Wärmedämmung, als auch für leichte ausgleichsschichten bei undgeraden holzfußböden.
katzenstreu hab ich nur das klumpende, aber das nicht-klumpende ist ja auch um einiges günstiger :)
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15.07.2006 19:48 |
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Roman
Himmelsprinz
  

Dabei seit: 25.08.2003
Beiträge: 518
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| RE: Stecklinge leicht gemacht |
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Die vegetative Vermehrung (Teilung) ist faszienierend und wenn auch die meisten Pflanzen Blüten zur generativen Vermehrung entwickelt haben, doch auch in der Natur, eine häufige, oft gleichzeitig stattfindende Strategie der Ausbreitung einer Pflanze oder einer Art. "Natürliche Klone" müsste man sie nennen, denn ihre Erbanlagen dürften weitgehend identisch bleiben, solange sie sich vegetativ vermehren. D.h. bei guten Bedingungen, sind erfolgreiche Klone immer stabile "Erfolgsmodelle". Durch generative Vermehrung bleiben Pflanzen hingegen anpassungsfähig und können auf ungünstige Bedingungen reagieren (Selektionsdruck). Bei der generativen Vermehrung durch Samen, nutzen die Pflanzen oft den Wind, die Meere oder die Tiere zur Verbreitung, von mitunter sehr vielen Nachkommen, auf weite Distanzen, die vegetative Vermehrung geschieht hingegen meistens lokal, wenn sich z.B. eine Pflanze an einem guten Platz ausbreiten kann.
Die Rhizome (Wurzeln, Stöcke, Knollen: Ableger) von Stauden werden als kriechende Stängel beschrieben, sie wurzeln wie selbstverständlich und eignen sich besonders gut zur Vermehrung (ähnlich verhält es sich mit vielen Wasserpflanzen). Stauden sind ausdauernde/mehrjährige Pflanzen ohne holzige oder überirdische Teile im Winter, z.B.: bestimmte Gräser, Disteln, Winden und Mohn, die Brennnessel, Topinambur, Beinwell, Margerite, Gänseblümchen, Seerosen, Pfefferminze, Fette Henne (Kalachoe) u.v.m.
Pflanzen können ein Gewebe entwickeln, woraus Wurzeln und auch Knospen entstehen (Callus) können, dies jedoch an Stängel oder Blatt (Blatt-Teil) und nicht an den Wurzeln. Dieses "Wundgewebe" ist bei der Stecklingsvermehrung wichtig, wird aber nicht (oder unterschiedlich schnell oder viel) von jeder Pflanzenart gebildet.
Der ROsmarin ist also bestimmt schwieriger als Steckling zu vermehren als die Pfefferminze. Das würde für mich schon mal bedeuten, dass ich vielleicht etwa 10x soviel Rosmarin stecken würde wie Pfefferminze.
... Oft helfen erhöhte Temperatur, erhöhte Luftfeuchtigkeit, den Stecklingen über die erste Durststrecke ohne Wurzeln hinweg (vielleicht 2-3 Wochen). Doch dies ist eine Gratwanderung und leider alles auch die geeignete Umgebung für viele Pilze und Krankheiten und man muss ein Gefühl für die richtige Feuchtigkeit und Lüftung bekommen, damit es zu keinen Massenausfällen durch Fäulnis kommt.
Bei einigen Pflanzen, welche sich nicht leicht durch Stecklinge vermehren lassen, kann man durch "Abmoosen" einen Steckling gewinnen: Man verletzt den Stängel (bei der Nodie = Blattachselknoten bildet meistens leichter Wurzeln als Internodie) und bindet ihn mit Moos, das danach dauernd feucht gehalten wird, und Platik ein. Nach einiger Zeit (Wochen), wenn genügend Wurzeln gebildet wurden, kann der Trieb abgeschnitten und gesetzt werden (die alte Pflanze wird einen Seitentrieb bekommen).
Diese Methode könnte bei einem Rosmarin evtl. so aussehen: Trieb verletzen und in die (Spezial-) Erde legen/binden (nur abbiegen, nicht abbrechen und nicht abschneiden), warten, immer giessen und später (im Herbst?) nachschauen, ob der Ast Wurzeln gebildet hat... Ich würde einige Triebe nehmen und je nach Pflanzenart, ist die Verletzung der Triebe überflüssig (oder auch nutzlos).
Manchmal stelle ich einen Trieb einfach in ein Glas Wasser und er bildet Wurzeln, - mit einem Weidenast kann dabei nichts schief gehen. - Anscheinend sind aber die Wurzeln, welche im Wasser gebildet werden nicht für die Erde geeignet und die Pflanze muss rasch neue bilden. Aus diesm Grund lassen sich z.B. Hydokulturpflanzen nicht unbedingt so einfach wieder in die Erde pflanzen.
Stecklinge mögen das Substrat tendenziell leicht saurer und etwas humoser als üblich. Schwere Gartenerde sollte aufgelockert werden mit Kompost (oder Torf(-ersatz)) und Sand (oder Sandersatz), der hauptsächlich zur Bodenbelüftung dient. Blähton hat eine günstige, grosse innere Oberfläche und kann viel Luft und Wasser aufnehmen, das "vergrössert" den Topf gewissermassen (wie das Düngen ja auch).
... Unter dem Namen "Perlit" kannte ich eine weisse fockige Masse, ähnlich wie Styropor, welche zur Belüftung von Erden beigemischt wurde (grässliches Zeug!). In Wickipedia wird als 2. Definition für "Perlit" jedoch ein, 'vulkanisches Glas (Obsidian), siehe Perlit (Gestein)', angegeben. - Also doch sowas wie Blähton! - Es ist selbstverständlich sehr angenehm, wenn man viele Erdarten zur Auswahl hat oder diese sogar selbst (herstellen und) mischen kann...
Grundsätzlich sollte man Triebe nehmen, welche nicht zu jung (welken zu rasch), aber noch nicht verholzt sind, Blüten und Früchte würde ich entfernen. Damit ein grosser Steckling genug Wasser (und Nährstoffe) kompensieren kann, benötigt er theoretisch viele Wurzeln (Wurzelhaare), ein kleiner Steckling ist leichter zu ernähren; man schneide sie also nicht allzu lang, vielleicht etwa 3-4 Nodien lang. Die untersten Blätter werden abgeschnitten, grosse Blätter, welche stören (zu viel Wasser verdunsten und evtl. stagnierende Luft und Fäulnis bilden), sind zu entfernen.
Alle Schnitte sind mit einem möglichst scharfen Messer zu machen und nicht mit einer Schere, da diese die Zellen zerquetscht und damit einen Nährboden für Krankheiten und Pilze bereitet. Bei vielen Stecklingen empfiehlt es sich, das Messer ab und zu sterilisieren (z.B. mit Alkohol, aber gut verdampfen lassen, vor dem Schnitt und nicht die Schnittstelle desinfizieren).
Stecklinge NICHT düngen und nach der Wurzelbidung nicht zu feucht halten, da die Wurzeln dann das Wasser und die Nährstoffe suchen gehen (d.h. die Wurzeln schneller wachsen).
Stecklinge (Triebe) von sukkulente Pflanzen wie Kakteen, sollten so lange wie möglich, bis sie schrumpfen oder Wurzeln treiben, trockengeleget werden (evtl. auf Kohle, welche Wasser entzieht). Erst dann werden sie eingepflanzt und wieder gegossen. So können sie sich sogar in der Wüste selbständig, vegetativ per "Steckling", vermehren.
Bestimmt findet man Online alles im Detail... - doch soweit mein Brainstorming zu Stecklingen. ;-)
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17.07.2006 02:42 |
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Joe Pepper
Lebenslanglernender
   

Dabei seit: 27.04.2004
Beiträge: 97
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| RE: Stecklinge leicht gemacht |
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Hallo Roman,
chapeau! Was Du da "gebrainstormt" hast ist sehr hilfreich. Vielen Dank! Abmoosen kannte ich noch gar nicht....
Gruss
Joe
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17.07.2006 12:34 |
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Roman
Himmelsprinz
  

Dabei seit: 25.08.2003
Beiträge: 518
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| RE: Stecklinge leicht gemacht |
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;-) Danke, Joe
Ich habe ganz im Sinne des Themas versucht, umfassend und nicht vollständig, einige grundlegende Begrifflichkeiten zu beschreiben sowie die Möglichkeiten aufzuzeigen (weniger die Schwierigkeiten), damit man sich möglichst ein eigenes Bild der notwendigen Kulturmassnahmen, Prozesse und Strategien machen kann.
Ich versuche bewusst der Haltung oder Ansicht zu widersprechen, dass Pflanzen übertrieben gepflegt oder gar vermenschlicht werden müssen, dass viele Möglichkeiten gratis verfügbar sind und ohne unser Dazutun funktionieren, wenn wir dies erkennen und zulassen. Der Garten und die Natur werden so zu einem unverhinderlichen Ganzen, was sie ja letztlich auch sind, denn bei aller (Natur-) Zerstörung, was bleibt und erlebbar ist, ist doch letztlich immer wieder bloss Biologie (oder ist Umwelt zerstörbar und was ist sie danach?).
Zerstörung ist kreativ, öffnet neue Möglichkeiten und Räume und Leere bleibt nur ein unvorstellbarer, kurzer Moment.
Der "unvermeidliche Garten" ist mehr Bereicherung und Geschenk als Sorge (und technische Hilfsmittel). Die Pflanzen haben die faszinierende Möglichkeit zur Teilung, u.a. eine regenerative Fähigkeit, dass abgefallene oder verletzte Teile heilen und sich verselbständigen. Das ist das oder ein eigentliches Wunder und nicht etwas das Zubehör und die Hilfs- und Wundermittelchen auf dem Markt (die oft nur vermittelt werden, indem "die Natur" als widerspenstig und unvollkommen dargestellt wird...).
Es freut mich, wenn mein allgemeiner Beitrag eventuell anregend und praktisch nützlich geblieben ist (und bin froh, wenn die vielen Rechtschreibfehler, die mein Hirn neben dem Inhalt "erstürmte", nicht allzu sehr ins Gewicht gefallen sind). :-)
Grüsse
Roman
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Roman am 18.07.2006 07:52.
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18.07.2006 07:51 |
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Volker
Der Koch
 
Dabei seit: 09.08.2002
Beiträge: 462
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| RE: Stecklinge leicht gemacht |
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Hallo Roman,
sehr, sehr interessant, Deine Ausführungen. So ganz ohne Tricks geht es aber denoch nicht. Über das Wunder der Pflanzen, ja da kann man lange philosophieren.
Und wer Rechdschreipveler findet darf diese gerne slebst beahlten...;-)))
Derzeit leite ich die Gründung einer Gärtnerei, genauer gesagt, einer Stauden- und Kräutergärtnerei. Es sind ca. 30 000 Pflanzen geplant auf einem Hektar. Wovon wir aber noch weit entfernt sind, jedenfalls von der Pflanzenmenge. Dies nur zur Info.
Tja, das mit dem Vordüngen, weiß nicht, noch nicht getestet. Es wird ja wirklich überall davon abgeraten. Habe da einen Hersteller für Biodünger, sehr gute Ware, die Pflanzen explodieren regelrecht.
www.biobizz.nl
Es ist aber so, dass in Perlite keine Pflanzennährstoffe drin sind. Also vordüngen oder nicht, ist hier die Frage. Soll jedoch keine Hydrokultur werden.
Kräuter machen keine Schwierigkeiten, das ist relativ einfach. Nur Stauden... Rosmarin verhält sich ähnlich wie Lavendel. Viel gießen (ohne Drainage), dann klappt das schon.
Wenn Pflanzen im Wasserglas stehen kann die äußere Schicht mit einer Rasierklinge versetzt von unten nach oben angeritzt werden. Das hilft der Pflanze beim Wurzeln austreiben.
Was auch noch hilft ist Zucker im Wasser. Bei Schnittblumen im Blumengeschäft wird dieses Mittel häufig verwendet (zum Teil auch teuer verkauft).
Auch in der Gastronmie wird dieser Trick angewendet, wenn Salat schlapp ist. Kaltes Wasser plus Zucker, eine Stunde im Wasser lassen und der Salat sieht aus wie neu.
Ohne Tricks geht es nicht. Dein Beispiel mit dem Moos zeigt es und diese Methode wird/wurde seit dem spätem Mittelalter angewendet. Hauptsächlich zur Veredelung von Obstbäumen, Rosen und anderen Stauden und Bäumen. Oder ist Permakultur auch ein Trick?
Grüße
Volker
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18.07.2006 22:45 |
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Roman
Himmelsprinz
  

Dabei seit: 25.08.2003
Beiträge: 518
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| RE: Stecklinge leicht gemacht |
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Hi Volker
Was heisst Tricks? Ich trickse nicht und es geht doch und über das Wunder der Pflanzen könnte man wirklich lange philosophieren. Permakultur ist wie das Abmoosen, eine Methode oder Technik, wer es unbedingt Trick nennen will, kann das selbstverständlich...
Düngen bei Stecklingen würde ich wie erwähnt nicht empfehlen, "nachdüngen" schon eher, denn wenn sie angewachsen sind, dürfen sie ja in der Regel auch "explodieren". Oft werden Stecklinge nach dem Anwurzeln in Schalen eingetopft und erhalten dann, das für das Wachstum vorgesehene, allenfalls gedüngte Substrat.
Hydrolkultur ist, wenn die Pflanze (fast) dauernd im Wasser steht. Die meisten Pflanzen vertragen Staunässe in Erde jedoch nicht und faulen (ersticken), ausser es sei vielleicht ein Cyperus oder eine andere Sumpfpflanze.
... Rosmarin und Lavendel besitzen verholzende Teile, welche nicht im Boden überwintern. Sie sind somit, wenigstens botanisch gesehen, Sträucher und keine Stauden, werden aber auch oft zu den Kräutern gezählt (praktisch orientierte Nutzungszuordnung).
Pflanzen, also Triebe, welche im Wasser stehen haben gewöhnlich bereits eine Schnittstelle und brauchen nicht zusätzlich verletzt zu werden.
Und ob Zucker wirklich (nur) günstig ist für die Bewurzelung von Stecklingen, wage ich zu bezweifeln (auch wenn's den geschnittenen Salat "aufpeppt" oder Schnittblumen dopt), sicherlich dürfte es letztlich auch eine Frage der Konzentration sein...
Das beschriebene Abmoosen hat eigentlich wenig mit dem Veredeln zu tun. Veredeln bedeutet gewissermassen, einen Steckling (besser noch, eine Knospe) auf einen anderen, fremden und meistens gut angewurzelten Trieb, zu pfropfen ("zu pflanzen" oder zu implantieren). Die wüchsigere Wildunterlage liefert dann beispielsweise einer Edelrose, mehr Nährstoffe und Wasser als sie es selbst könnte.
Zauberer wenden Tricks an, doch sie lügen wahrlich. ;-)
Gruss
Roman
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19.07.2006 06:32 |
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Volker
Der Koch
 
Dabei seit: 09.08.2002
Beiträge: 462
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| RE: Stecklinge leicht gemacht |
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Hi Roman,
nun ja, Trick = Technik, Methode, da hast Du natürlich Recht. Das Wort Trick ist wohl auch negativ belegt. Im fränkischem Sprachgebrauch jedoch auch als besonders effektive Methode benutzt.
Einen Absatz hätte ich einfügen sollen, klar sind Rosmarin oder Lavendel keine Stauden.
| Zitat: |
| Pflanzen, also Triebe, welche im Wasser stehen haben gewöhnlich bereits eine Schnittstelle und brauchen nicht zusätzlich verletzt zu werden. |
Nun habe ich die Erfahrung gemacht, dass an den zusätzlichen „Verletzungen“ sich auch schneller Wurzeln bilden. Und die Pflanze mehr Wasser ziehen kann. Vielleicht sollte noch erwähnt werden, dass ein schräger Schnitt beim Abschneiden der Pflanze besser ist als ein gerader Schnitt. Zucker mag ich nicht, habe seit 15 Jahren keinen mehr gekauft, denoch scheint dieses Zeug den Pflanzen eine zusätzliche Antriebskraft zu verleihen. Warum weiß ich nicht. Ein genaues Rezept für die Konzentration von diesem Zuckerwasser habe ich nicht. In einem Wasserbecken mit 50l Wasser und ca. 24 Salatköpfen etwa 2-3 gute Handvoll Zucker reinwerfen. Wenn der Zucker hier wirkt nehme ich doch an, dass dies bei Stecklingen ebenso funktioniert.
| Zitat: |
| Das beschriebene Abmoosen hat eigentlich wenig mit dem Veredeln zu tun. |
Eigentlich hat beides nichts miteinander zu tun. Wollte nur darauf hinweisen, dass Moos früher zur Heilung von angebrochenen Zweigen verwendet wurde. Heute noch verwenden Gärtner diese Methode. Und eben auch bei der Veredelung. Es gibt Moosarten welche eine Art desinfizierende Wirkung haben. Somit den Befall von Pilzen und Parasiten unterbinden können.
Meine Stecklinge so an die 250 (gezählt habe ich die nicht) stehen in einer noch offenen Steinspirale (Sandstein ohne Mörtel). Diese ist nach Süden ausgerichtet. Die Spriale ist ca. 1,5m hoch und hat einen Durchmesser von ca. 2m. Der geniale Trick oder die geniale Methode(Permakultur) schafft ein subtrobisches Klima mit einem Temperaturunterschied von bis zu 10 Grad gegenüber der Außentemperatur und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Also ideal für Stecklinge. Zucker und Dünger habe ich noch nicht rein in die Wasserbehälter. Bin eben nur am Überlegen ob man den Prozess der Wurzelbildung beschleunigen könnte.
Gruß
Volker
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19.07.2006 08:16 |
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Roman
Himmelsprinz
  

Dabei seit: 25.08.2003
Beiträge: 518
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| RE: Stecklinge leicht gemacht |
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Hoi Volker
Selbstverständlich, das war ein Wortspiel und Trick = Technik, Methode. Negativ behaftet sehe ich den Begriff "Trick" nicht unbedingt, - der Zauberer lügt zwar, doch er macht das gut und er ist nicht gelogen! - Doch wie mir scheint, halten sich die Trickreichen, wenigstens für besonders schlau... und ich verbinde es mit List, daher meine negative Wertung (der Zauberer wird beWUNDERt!).
Einige Schnitte können möglicherweise anregend wirken, das will ich nicht bestreiten, müssen aber nicht, das kommt u.a. sehr auf die jeweilige Pflanze an und ganz allgemein würde ich sagen, genügt eine Verletzung: - Eine verstümmelte Pflanze kann, bestimmt weniger Energie zur Regeneration aufbringen als eine Verletzte. -
Hingegen hat ein schräger Schnitt eine grössere Oberfläche und Schnittblumen, die ja auch wurzellos sind, können so mehr Wasser aufnehmen, da stimme ich zu. Doch sie haben, im Vergleich zum Steckling (im günstigen Umfeld/Klima), meistens einen höheren Wasserbedarf (Blüte/Raumklima), wichtiger halte ich beim Steckling ein sauberer Schnitt.
Dein Hinweis mit dem Moos zur Heilung von Holzverletzungen ist interessant, selbstverständlich kann zum Abmoosen irgendwas genommen werden und Moos mag zwar im Mittelalter noch verbreitet gewesen sein, scheint jedoch heute Mangelware zu sein oder wird schlicht verkannt (wir verwendeten Torf, der hat ja vielleicht auch eine günstige desinfizierende Wirkung???). Ich befürchte, heute kommt etwas synthetisches zum Einsatz, dort wo überhaupt noch regelmässig oder kommerziell, nach "traditioneller" Methode abgemoost wird und der Prozess nicht völlig industrialisiert und weitgehend automatisiert wurde oder einfach anderen Verfahren Platz gemacht hat (Holland?).
Es ist auch möglich, dass der Begriff Abmoosen zweifach besetzt ist...
Der Beschrieb deiner "noch offenen Steinspirale" klingt ja vielversprechend, zwar nicht ganz ohne Aufwand realisierbar, aber jedenfalls überzeugend für die Stecklingsanzucht (und somit generell zur Pflanzenhaltung). Leider kann ich sie mir trotzdem schlecht vorstellen. Hast du vielleicht ein Bild davon, das du posten könntest?
Es gibt betimmt Mittel und Wege, das Wurzelwachstum anzuregen oder zu beschleunigen. Z.B. werden Bewurzelungspulver angeboten (womöglich Hormone genannt), welche ja vielleicht sogar wirken und auch Zucker wird nicht wirkungslos bleiben, doch ich befürchte, bei all diesen Mittelchen (Tricks haben Hacken und oft ist's nur ein psychologischer Placebo-Effekt) sind die Nebenwirkungen grösser als deren Hauptwirkung und meistens kann durch gezielte, systematische Kulturmassnahmen unvergleichbar mehr erreicht werden. - So ist Hollands Grundwasser mit Stickstoff und anderen Düngemitteln "verseucht" und nicht mit Zucker und ich würde mich hüten, Zuckerwasser in meinen Bio-Garten zu kippen, schon gar nicht auf gut Glück (nimm wenigstens Bio-Vollrohrzucker)! - ;-)))
Permakultur ist Nutzung, zwar möglichst schonend, aber doch eine Intensivierung (auch wenn es dann extensive Nutzung genannt wird). Klar will man optimiren, doch ich empfinde einen "beschleunigten Bio-Garten" eigentlich auch als einen Widerspruch. Gewisse Dinge brauchen ihre Zeit oder es kommt nicht zum gleichen Ergebnis. Das Häckseln des Gartenabraums ist beispielsweise zwar sehr praktisch und gibt Humus, doch es ist vor allem energieaufwändig, schnell, platzsparend, laut und für viele Insekten nutzlos, welche im Holz leben und es am Stock abbauen. In meinen Augen ein Faux-pas im Bio-Garten, wie auch Laubgebläse und strombetriebe Springbrunnen; doch das ist ja dann längst auch wieder Geschmackssache und darüber lässt sichs bekanntlich trefflich streiten...
Ich denke, dass eine gute, möglichst lebendige, belebte Erde ihren Dienst am Besten macht, das ist das, wonach sich die Pflanzen entwickelt haben. In diesem Sinne, halte ich sterilisierte Erden, womöglich entgegen aller etablierten Praxis, nicht unbedingt für die beste Wahl.
Stecklinge, etc.
Einge Präzisierungen sind immer möglich und Ergänzungen ergeben sich von selbst...
Wer meint, Stecklinge düngen zu müssen, greift vorteilsweise zu einem flüssigen Blattdünger, den der Steckling auch ohne Wurzeln aufnehmen kann.
Eine ergänzende illustrierte Anleitung zur Vermhehrung durch Stecklinge, u.a. von Rosmarin!, ist in <Fabios Gartentagebuch> zu finden.
Schwierige Fälle
Wie angetönt, würde ich schwierige Fälle oder fehlende Erfahrung, pragmatisch angehen; (Stecklings-) Pflanzennzahl, Anordnung und Pflegemassnahmen variieren, mindestens "zweigleisig fahren" oder Stecklinge, Ableger, Ableiten, Abmoosen gleichzeitig durchführen. Erfolgsversprechende Methoden würde ich möglichst mehrfach in getrennten Kulturen anlegen, auch um methodische Fehler zu umgehen und Massenausfällen vorzubeugen.

Die besten Chancen bei Rosmarin oder Lavendel, gebe ich den halbwegs festen, nicht verholzten, jungen Trieben, wie im Gartentagebuch abgebildet. Also würde ich hauptsächlich diese verwenden, sie wie für Stecklinge beschrieben behandeln und dabei zwar Ausfälle, aber keine unüberwindlichen Schwierigkeiten erwarten. ;-)
Grundsätzlich gilt (oder würde ich wenigstens behaupten),
- ist der Trieb an der Spitze sehr frisch und welkt rasch, dann würde ich ihn abschneiden, frische Blätter verlieren viel Wasser, nehmen leicht Schaden und sind damit zusätzliche Risikofakoren bezüglich Krankeiten und Pilze; lieber unten mehr stehen lassen (als wie beim, überspitzt formuliert, "geschälten" Rosmarinsteckling auf dem Gartentagebuch-Foto abgebildet, dem ich vielleicht eher den Kopf genommen und in der Mitte was stehen gelassen hätte; soviel zur theoretischen Haarspalterei!).
- statt viele Blätter entfernen zu müssen, kann der Steckling auch kürzer geschnitten werden. Zu viel Blattwerk ist problematisch, weil zuviel Wasser verdunstet wird und stagnierende Luft entsteht (bei dichten Bestand in der Schale!). Oftmals wird zur Fäulnisprävention die oberste Schicht der Erde (einer Stecklingsschale) mit reinem Sand abgedeckt.
- so wenig Schnitte wie möglich, da sie Infektionsrisiken darstellen und die Pflanze zusätzlich stressen (nur der Stress alleine, kann manchmal einen erwünschten Effekt bewirken, z.B. Wurzel- oder auch Blütenbildung).
- den Steckling flach stecken, so flach wie noch praktikabel (Standfestigkeit etc.) und es die Situation erlaubt. Wichtig, genügend Feuchtigkeit muss dabei gewährleistet bleiben.
- je länger es dauert bis er angewachsen ist, desto grösser die Möglichkeit, dass sich Krankheiten, Fäulnis und unerwünschte Pilze einnisten, desto mehr Sand (o.ä.) sollte in die Erde zur Lüftung und Verhinderung von Staunässe, entsprechend muss wahrscheinlich häufiger gegossen werden.
Bei der sogenannten Hydrokultur, die ich nur unvollständig beschrieben haben möchte und die ohne Erde auskommt (als Substrat dient Blähton, o.ä.; Steinwolle wäre dann schon eher "Hors-sol"-Kultur, wo die Feuchtigkeit weniger gespeichert wird), muss das stehende Wasser regelmässig erneuert werden, da sonst gülleähnlicher Faulgestank entsteht. Wenn möglich, entscheidet man sich gleich zu Beginn, für die Kultur in Erde oder "in Wasser".
... so reime wenigstens ich mir das zusammen, wenn ich mal wieder langfädig sein durfte. ;-)
Und ich lerne selbstverständlich auch gerne dazu! - Leider habe ich keine Steinspirale, nicht mal einen eigenen Garten. :-(
Grüsse
Roman
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19.07.2006 10:52 |
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